Reisebericht zur Radreise: „Rajasthan – Wüstenzauber und Maharadschaträume“

Einmal am Taj Mahal stehen – das war schon immer ein Traum von mir, der im November nun endlich wahr wurde. Ich entschied mich bewusst für die Radreise „Rajasthan – Wüstenzauber und Maharadschaträume“, da man so ein Land viel intensiver kennenlernt als vom Bus aus. Eine gute Entscheidung!

Das Taj Mahal war auf jeden Fall eines der Highlights der Reise. Es war zwar sehr voll, aber unglaublich beeindruckend. Auch das zuvor besuchte Sikandara Fort war den Besuch wert. Erster Eindruck: Indien ist unglaublich laut und wuselig – völlige Reizüberflutung. Auch wir Europäer waren ein  beliebtes Fotomotiv für die indischen Familien. Während der Reise wurden wir immer wieder darum gebeten mit aufs Familienbild zu kommen.

Taj Mahal in Agra
Taj Mahal in Agra

Die Anlage Fatehpur Sikri besuchten wir am 4. Tag früh morgens, wodurch es in der Anlage relativ leer und ruhig war. Eine Wohltat. Dafür wurden wir beim anschließenden Besuch des Mausoleums, das der Mogulherrscher Akhbar für den Heiligen Shaikh Salim Christi errichten ließ, von der Masse der Pilger und der Souvenirverkäufer erschlagen. Für die ersten Tage ein kleiner Kulturschock, aber auch ein sehr spannendes Erlebnis. Mittags ging es dann zum Vogelpark, wo wir unser Radteam kennengelernt haben und die Räder bei einer kleinen Radtour durch den Vogelpark ausprobieren konnten. Die Ruhe in dem Park hat jeder genossen und wir haben einige interessante Vögel sehen können.

Die 7 Radtouren führten meist durch ländliches Gebiet. Gerade bei der ersten Tour hielten wir ständig an um Bilder zu machen. Beliebte Fotomotive: Frauen in Sahris, Lehmhütten, heilige Kühe – Bilder, die uns bis zum Ende der Tour begleiteten. Bei späteren Radtouren wurden die Fotostopps immer weniger, aber gerade am ersten Radtag war alles neu. Insbesondere die Fahrt durch die kleinen Dörfer war spannend. Hier haben wir uns mit Fußgängern, Bussen, Mopedfahrern, Kamel- oder Ochsenkutschen, Kühen und Wildschweinen die Straße geteilt. Was ein Erlebnis! Augen zu und durch hieß die Devise. Auch dabei wurden wir bei späteren Radtouren routinierter.

Radtour
Radtour

Beim Überquerung eines Bahnübergangs ergab sich folgende Szene: Beim Warten auf das Öffnen der Schranke warf ein Inder eine leere Plastikflaschen aus dem Fenster des Autos, in dem er saß. Diese landete direkt vor den Füßen einer Mitreisenden. Den bösen Blick von ihr, hat der Fahrer ignoriert. Nachdem auch der zweite noch bösere Blick ignoriert wurde, hat die Mitreisende die Flasche aufgehoben und ihm zurück ins Auto gereicht. Der Inder war so perplex, dass er die Flasche angenommen hat und ins Auto zurückgelegt hat. Ob das allerdings einen „nachhaltigen“ Eindruck hinterlassen hat, wage ich zu bezweifeln. Aber es war ein erster Ansatz!

Während der Reise haben wir diverse Forts besichtigt, wovon eines schöner war als das andere. Besonders zu erwähnen ist dabei das Amber-Fort in Jaipur oder auch das Fort Mehrangarh in Jaisalmer.

Amber Fort in Jaipur
Amber Fort in Jaipur
Amber Fort in Jaipur
Amber Fort in Jaipur

Bewusst habe ich den Reisetermin ausgesucht, weil da das Pushkarfest stattfand. Viele Gläubige kommen in dieser Woche zum Wallfahrtsort, es gab einen Kamel- und Pferdemarkt, viele Verkaufsstände und die Kirmes wurde gerade aufgebaut.

Einheimischer in Pushkar
Einheimischer in Pushkar

Die Kameltour und Zeltübernachtung in der Wüste waren eine willkommene Abwechslung und auch die bemalten Havali-Häuser (Herrenhäuser) in Mandawa waren sehr sehenswert.

Kameltour am Rande der Wüste Thar
Kameltour am Rande der Wüste Thar

Fazit: Tolle Reise mit vielen unterschiedlichen Eindrücken über die Geschichte, Kultur, Religion und Traditionen Indiens bzw. Rajasthans. Letztendlich waren es aber die Radtouren, die die Reise so besonders gemacht haben. Die vielen Kinder am Wegesrand, die uns freudestrahlend zugewinkt haben und die Fahrt durch kleine Dörfer per Rad werden mir bestimmt lange in Erinnerung bleiben. Viel näher kann man der einheimischen Bevölkerung kaum kommen als auf dem Fahrrad. Indien ist ein sehr faszinierendes Land, aber auch ein Land voller Gegensätze. Wenn man vorurteilsfrei die neuen Eindrücke auf sich wirken lasst, wird man von der Faszination dieses einzigartigen Landes angesteckt.

Palast der Winde in Jaipur
Palast der Winde in Jaipur

 

Kommentare

Schreibe einen Kommentar