São Tomé & Príncipe – leve, leve!

Pole, pole am Kilimanjaro und mañana, mañana in Spanien werden in Afrikas zweitkleinstem Staat noch gekonnt übertroffen von dem Lebensmotto der Äquator-Insulaner: leve, leve. Da kann es einem schon mal so vorkommen als bliebe die Zeit fast stehen, mit einem Fuß in der nördlichen und dem anderen in der südlichen Hemisphäre. Und so gemütlich wie die Locals hier unterwegs sind, so freundlich und aufgeschlossen sind sie gegenüber den paar Touristen, die ihr – auf den ersten Blick sehr ärmlich wirkendes – Inselparadies besuchen. Die São Tomésen mit ihren einfachsten Holzhäusern – auf Stelzen gebaut, um vor den herabstürzenden Wassermassen in der Regenzeit sicher zu sein – scheinen (materiell gesehen) so gut wie nichts zu haben, aber an Lachen, tropischen Früchten, Fisch, Durst nach Palmwein und Überlebenswillen scheint es nicht zu mangeln.

Außerdem fühlt man sich hier in São Tomé & Príncipe (STP) zu jeder Zeit herzlich willkommen und völlig sicher, was sogar das Auswärtige Amt bestätigt: Für São Tomé und Príncipe besteht derzeit kein landesspezifischer Sicherheitshinweis.“

Vor allem gibt es in STP viel zu erleben und entdecken und unterwegs trifft man meist nur die selben drei bis vier Touristen – ob bei der Dschungelwanderung nach Bombain im zentralen Hochland mitten im Regenwald, am einsamen (fast, bis auf die anderen drei bis vier Touristen) Strand von Praia Piscina am südlichsten Zipfel der Hauptinsel São Tomé oder bei der Übernachtung in der schönsten Roça von Fernsehkoch Joao Carlos in São João dos Angolares.

Ein ganz besonderes Highlight meiner Reise nach STP war der Aufenthalt auf Príncipe gleich zu Beginn, im einzigartigen Bom Bom Resort. Schon der Anflug in der kleinen 16-Sitzer Maschine auf die saftig grüne Regenwald-Insel mit den paradiesisch anmutenden Stränden und Buchten ist ein Erlebnis für sich. Dort angekommen fühlt man sich von Beginn an rundum perfekt betreut. Die Herzlichkeit der Kellner, die mit Liebe unser romantisches Dinner am Strand, mit den Füßen im weichen Sand, kredenzt haben und David, der hier geboren ist und uns zu Fuß einige der vielen schönen Ecken der Insel zeigte, sind einfach Spitzenklasse.

Zurück auf der Hauptinsel São Tomé ging es in Richtung Botanischer Garten bei Bom Sucesso. Hier startete unser Trek durch den Dschungel. Nun, wenn man den Begriff „Botanischer Garten“ hört, dann werden gewisse Erwartungen geweckt. Diese sollte man in diesem Fall ganz hinten anstellen, es sei denn man verbindet mit dem Begriff einige umgestürzte, Bäume beschreibende und verblichene Schilder. Umso atemberaubender aber auch verdammt anstrengend war die Wanderung durch den Urwald hier im zentralen Hochland der Insel. Zuerst ging es stetig steil und rutschig bergauf zum Lagoa Amélia, einem zugewucherten und mysteriösen Kratersee. Von hier stiegen wir über glitschigen Stock und rutschigen Stein immer leicht bergab in Richtung Bombain. Den Himmel bekamen wir auf Grund der Wolken, herunterprasselnder dicker Regentropfen und dem dichten Dschungel über, unter und neben uns nicht zu sehen. Dafür wurden unsere Strapazen mit einem ordentlichen Schluck Palmwein entlohnt, der Saft, den die Bewohner hier aus der Palme abzapfen und dann in der Sonne gären lassen. Ein äußerst anstrengender aber eindrucksvoller Tag ging anschließend mit  Regenwald-Panorama auf der Veranda der sehr einfachen Roça Bombain zu Ende. Der Begriff Roça steht in São Tomé & Príncipe für eine (ehemalige) Plantage inklusive der dazugehörigen Unterkünfte für die Arbeiter, oft ein Krankenhaus, das Herrenhaus uvm. Meist wurde hier Kakao und teilweise auch Kaffee produziert und einige wenige der Roças haben ihre Produktion mittlerweile im kleineren Stil wieder aufgenommen.

Im Süden von São Tomé wohnten wir in der tollen rustikalen Praia Inhame Ecolodge, mit ihren individuellen Holzbungalows direkt am Strand gelegen. Per Fahrrad machten wir uns auf den Weg in Richtung des berühmten Praia Piscina und um den Fischerort Porto Alegre auszukundschaften. In einer Doku über STP wurde von den ersten jungen Surfern der Insel berichtet, die hier das Wellenreiten für sich entdeckten und das wollten wir live sehen. Leider kamen wir nicht so weit, bzw. nicht im konventionellen Sinne des Radfahrens, denn die Ketten wollten einfach nicht auf den Ritzeln bleiben. Also wurden die Sattel herunter gestellt und in der Manier unserer dreijährigen Tochter ging es dann per Laufrad etwas langsamer weiter. Gefunden haben wir den Surfer mit seinem unaussprechlichen Namen und seinen Vater, einer der lokalen Fischer, dann doch noch, auch wenn wir schlussendlich fast den ganzen Tag brauchten. Leider lief keine Welle an dem Tag und wir konnten die Jungs nicht in Aktion beobachten, aber für ein nettes Schwätzchen hat es allemal gereicht, mal wieder mit total liebevollen, freundlichen und aufgeschlossenen Inselbewohnern.

An unserem letzten Nachmittag erkundeten wir die Stadt São Tomé zu Fuß. Ehrlich gesagt gibt es schönere Städte auf unserem Planeten, aber dieses kleine quirlige und schweißtreibende Städtchen mit seinem lauten und wuseligen Markt hat etwas. Im Licht der untergehenden Sonne erleuchteten die Kathedrale und der Präsidentenpalast im schönsten Licht. Gegen 18Uhr war es – wie jeden Tag – schon stockfinster hier am Äquator und wir machten uns auf den Weg gen Taxistand als mir ein auf sein Handy guckender Junge fast in die Arme lief, aufschaute und mit einem „ooohhhhhhhh“ zu verstehen gab, wie er sich erschreckte, dass auf einmal zwei Brancos (Weiße/Touristen) vor ihm stehen und wir mussten allesamt aus ganzem Herzen lachen. 

Taxi, das ist hier keine schicke nagelneue Mercedes Limousine. Nein, in STP (wie fast überall in Afrika) sind Taxis knallgelbe Minibusse, die eigentlich für 7 Passagiere ausgelegt sind, aber nicht losfahren bevor nicht mindestens 20 Mitfahrer an Bord sind. Ausgestattet mit einem Soundsystem der Extraklasse, das ich vor allem auf der letzten, besten und coolsten Bank, halb auf dem Schoß der „Mama“ neben mir, bestens zu spüren bekam und die schwitzige Fahrt durch rauchige Gassen der Hauptstadt, in denen das Abendessen zubereitet wurde, zu einem wahren Afrika-Erlebnis machte.

Im Hotel (Club Santana) angekommen wartete der riesige blau beleuchtete Infinity-Pool direkt am Strand auf uns, um den letzten Tag in Afrika unter dem Äquator-Sternenhimmel perfekt ausklingen zu lassen. Bis demnächst Afrika … Leve, leve!

von Miguel Acenero Angel, Produktmanager für Afrika bei Wikinger Reisen.

Im Oktober diesen Jahres durften meine Freundin und ich unseren Urlaub auf diesen einmaligen Inseln am Äquator verbringen und gleichzeitig die geplanten Unterkünfte, Wanderungen, u.v.m. der neuen Wikingerreise auskundschaften.

São Tomé & Príncipe jetzt noch quasi unentdeckt und live erleben mit Wikinger Reisen.

Im Katalog Fernreisen aktiv 2016 und jetzt schon online:

http://www.wikinger-reisen.de/fernreisen/afrika/1230.php

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