30 Tage Challenge – es ist vorbei! Oder auch nicht?

Vor 30 Tagen startete ich mit der „Challenge“ vegan zu leben, bzw. vor allem zu essen. Ich muss sagen, die Zeit verging sehr schnell und ich habe viele interessante Erfahrungen gemacht und auch festgestellt, wie weit mein Essverhalten für Diskussionsstoff gesorgt hat.

 

Zucchini-Lasagne mit Pilzen
Zucchini-Lasagne mit Pilzen

Grundsätzlich war es für mich eine sehr positive Erfahrung. Ich fühle mich gut! Keine Mangelerscheinungen, keine Müdigkeit – nein, meine Abende sind sogar länger geworden! Der einzige Mangel: Gewicht! – 4kg in ca. 4 Wochen und ein messbarer Rückgang an Körperumfang!

Es war interessant zu erleben, was Menschen über vegane Essensweise denken.

Vorurteil Nr. 1 „Da kannst du ja gar nichts mehr essen!“

Meine Empfehlung:  Probiert es einfach mal aus (so wie unser Marketing Team!). Ich bin ein Mensch, der mit großer Begeisterung kocht und fand es eine tolle Sache, jeden Tag neue, kreative Gerichte ausprobieren zu können.  Am Anfang noch nach Rezept , später immer wieder „freestyle“!

Vorurteil Nr. 2 „Das ist ja total ungesund und einseitig!“

Warum soll vegane Ernährung ungesund sein? Wegen der fehlenden Milch = Calcium? Das gibt es auch, teilweise in erhöhter Dosis,  im Gemüse und Obst oder Hülsenfrüchten. Ebenso wie auch die Proteine und andere essentielle Nährstoffe.

Karamellisierter Tofu mit Kokos auf Kürbis
Karamellisierter Tofu mit Kokos auf Kürbis

Was ist mir noch begegnet? Die Aussage „Das könnte ich nicht!“. Die Frage ist aber nicht, kannst du nicht, sondern willst du einfach nicht? Die meisten geben zu: „Ich will nicht!“ Das ist aber  auch völlig in Ordnung. Jeder lebt sein Leben nach seiner Vorstellung. Das bringt mich zum nächsten Punkt: Völliges Unverständnis, Rechtfertigung und verbale Attacke! Warum? Wieso fühlen sich „Allesfresser“ (Achtung, ich generalisiere!) so häufig angegriffen, wenn die Sprache auf vegane Ernährung kommt und reagieren mit Rechtfertigung („Naja, ich esse ja eigentlich auch kaum noch Fleisch“) oder schlimmer: Angriff! Ich renne ja auch nicht rum und sage allen Menschen sie mögen sich ab sofort nur noch vegan ernähren.  Da hätte ich mir in jedem Fall von einigen mehr Toleranz gewünscht und so trennt sich letztendlich die Spreu vom Weizen.

Aber nicht nur im engeren Umkreis war

es teilweise schwer. Auch beim Einkauf. Auf vielen Produkten ist der Hinweis „Kann Spuren von Ei und Milch enthalten“ vermerkt. Eine echte Herausforderung. Ich habe auf jeden kleinen Hinweis geachtet und die Produkte vermieden. Wobei mich kürzlich jemand aufklärte, dass dies nur produktionsbedingt als Hinweis für Allergiker drauf steht. Somit erlaube ich mir ab sofort auch wieder diese Produkte zu essen.

Erdnuss-Pralinen mit Amaranth
Erdnuss-Pralinen mit Amaranth

Ebenso herausfordernd war es teilweise in Restaurants. Viele Servicekräfte wissen nicht, was im angebotenen Essen drin ist. Was machen denn all die Allergiker? Wenn mir jemand eine Falschaussage gibt, ist es zwar nicht gut aber für mich erst mal ok. Ein Allergiker hat damit weitaus mehr zu kämpfen. Die meisten Speisekarten sind meiner Erfahrung nach zumindest relativ gut auf Vegetarier eingestellt. Für Veganer dürfte es gerne etwas mehr Angebot geben und das entsteht bekannter Weise aus einer höheren Nachfrage der Gäste. Also einfach mal Bescheid sagen! 🙂

Vegane Caprese mit Tofu
Vegane Caprese mit Tofu

Ich möchte auch von den positiven Reaktionen sprechen. Menschen, die mich unterstützt und  sich interessiert haben und/oder auch ein kleines Stückchen mitgegangen sind, indem sie mich zum veganen Essen eingeladen haben, vorurteilsfrei. Ich danke euch, liebe Freunde!

Auf den Fotos seht ihr übrigens ein paar der wunderbaren Gerichte. Klar, manches ist etwas zeitintensiver, aber ist Kochen nur eine Notwendigkeit oder eine Herzensangelegenheit und Hobby? Bei mir, und das hat sich über die letzten 30 Tage noch mehr rausgestellt: Definitiv letzteres!

Frühstück mit Amaranth-Joghurt, Himbeeren und Kokosflocken
Frühstück mit Amaranth-Joghurt, Himbeeren und Kokosflocken

Ehrlicherweise muss ich sagen, dass mir  immer wieder Dinge gefehlt haben, besonders Käse! Denn hier mangelt es definitiv noch an geschmacklich identischen Alternativen.  Teilweise gibt es ganz andere Produkte mit neuem Geschmack, die auch toll sind. Aber es ist eben kein Käse! Wohingegen Joghurts, Schokolade, Wurst und, in gewissem Maße, auch Milch, gut durch leckere Sojaprodukte ersetzt werden können und geschmacklich auch originalgetreu überzeugen. Super genial ist Tofu! Viele sagen „Aber der schmeckt doch nach nichts!“ – und genau das ist der Clou! Tofu ist wie Fleisch. Das schmeckt auch nach nichts, wenn es nicht gewürzt ist. Tofu ist vielseitig! Er kann gewürzt oder auch eingelegt werden. Es gibt auch schon fertig gewürzte Tofus, sowie „Curry Mango Tofu“ von der Firma Taifun (kleine Schleichwerbung, aber definitiv meine Lieblingsmarke!), der beispielsweise zubereitet mit Gemüse und Kokosmilch, toll zur Geltung kommt.

Vegane Pizza mit Zucchiniboden
Vegane Pizza mit Zucchiniboden

Somit komme ich zum Abschluss! Oder auch nicht? Denn das Essen hat mich wirklich begeistert und ich habe mich entschieden, vielleicht nicht so streng, weiterzumachen. Wenn ich mal Lust auf Pizza habe – OK! Feta Käse im Salat – auch OK! Aber größtenteils werde ich der veganen Ernährung treu bleiben.

 

Ihr Lieben, ich wünsche Euch jetzt schon mal ein schönes Wochenende mit viel Sonnenschein!

Eure Svenja

PS: Mittlerweile steht auch schon vegane Kosmetik in meinem Badezimmer! 🙂

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