Südtirol – Verlockender Vorgeschmack auf den Süden

Von Friederike Brauneck, Reisejournalistin für das Magazin „Wanderlust“

Blick auf den Rosengarten Quelle: D. Wylezol
Blick auf den Rosengarten

Mediterrane Üppigkeit eingebettet in hochalpine Gebirgszüge – Südtirol bietet von allem etwas. Weinreben, Obstbäume und Blütenpracht sind die sichtbaren Zeugnisse dieser Fruchtbarkeit im Tal. Denn an rund 300 Tagen im Jahr erwärmt die Sonne diesen fruchtbaren Flecken.

Südtirol ist längst kein Reiseziel mehr für ältere Herrschaften mit Tirolerhut und Kniebundhose. Zu der atemberaubend schönen Landschaft gesellt sich eine wunderbare Mischung aus Kulinarik, Kunst und Kultur:

Ein bei Jung und Alt gleichermaßen beliebtes Urlaubsziel ist entstanden.

Auch das Sportangebot spricht für eine Erweiterung der Zielgruppe: Morgens „oben“ skifahren, snowboarden oder trekking, nachmittags „unten“ im Kalterer See surfen oder segeln – Südtirol ist zunehmend auch für jüngere Leute interessant.

Südtiroler Spezialitäten
Südtiroler Spezialitäten

Auch wenn sich die Südtiroler keinesfalls als Italiener sehen – sie sind eben Südtiroler, was sonst?! – Spätestens in der Kochkunst wird der mediterrane Einfluss spürbar. Hier findet sich ein lustvolles Nebeneinander von Pasta, Risotto und Knödel – letztere natürlich von Hand gedreht und mit Speck, Käse, Spinat oder gar Aprikosen kombiniert. Zu den Gerichten werden leichte, schaumige Saucen serviert, bei denen Wein oder Sekt der Region als i-Tüpfelchen herauszuschmecken sind. Aber auch Speck ist ein wichtiges Element der Südtiroler Küche. Allerdings sprechen wir hier nicht von der fetten Schicht aus Schweines Schwarte. Nein, mager, zart – ein Schinken, der geräuchert etwa 22 Wochen reifen darf.

Ein riesiger Obstgarten

In der Ebene liegen die üppigen Obstfelder. Etwa sechs Milliarden Äpfel werden in dieser Region geerntet. Ein großer Teil von ihnen tritt eine Reise quer durch Europa an. Viele bleiben auch „daheim“, um sich in wunderbare Kuchen („Kiachle“)oder Säfte zu verwandeln.

Nicht umsonst gibt es hier traditionsreiche Brennereien, die Kirschen, Aprikosen und Birnen zu edlen Bränden und Trauben zu Grappa verarbeiten!

Spargelfreunde können sich im Frühjahr immer einen Tick früher als bei uns an den besonders geschmackvollen weißen Stangen erfreuen. Wegen seiner hohen Qualität kann sich der etwas teurere Spargel aus Südtirol – wie zum Beispiel aus Terlan – erfolgreich gegen den billigeren aus dem Veneto durchsetzen. Dazu schmeckt natürlich ein Weißwein, ein Sauvignon etwa, der auch gleich hier produziert wird.

Weinberge am Kalterer See
Weinberge am Kalterer See

Weiter oben wächst der Wein

Die Bergausläufer und Hügel gehören nämlich dem Weinanbau. Längst sind die Weinbauern in Südtirol eher von Rot auf Weiß und von Masse auf Klasse umgestiegen. In den 60er Jahren kam der Rotwein, vor allem der Vernatsch vom Kalterer See, in den Verruf. Verlockende Gewinne mit massenhaft hergestelltem Wein – der Einbruch folgte.

Aber die Winzer wissen um die natürlichen Vorzüge ihrer Region: gute Böden und Sonne im richtigen Maß. Inzwischen wird eine sehr bewusste Weinwirtschaft betrieben, bis hin zu ökologischen oder biodynamischen Anbaumethoden. Und der Erfolg gibt den Winzern recht. Denn Sorten wie Weißburgunder, Pinot Grigio oder Chardonnay stehen für eine besondere Weinqualität aus Südtirol. Ganz mag man auch nicht vom Vernatsch lassen und gibt dem Wein eine neue Chance. Denn schließlich ist er neben dem Gewürztraminer eine der angestammten Traubensorten Südtirols. Aber Rotwein macht inzwischen nur noch etwa dreißig Prozent der Produktion aus.

Fast jede Kellerei bietet Degustationen und Weinseminare in sehr ansprechendem Ambiente an. Nur ein Stückchen Schüttelbrot, das typische dünne Fladenbrot, hilft, eine Köstlichkeit von der nächsten zu trennen. Die Wahl der Qual ist groß, aber ein paar Flaschen könnte man sich mit nach Hause nehmen – und so das Gefühl vom Garten Eden ein wenig verlängern…

Informationen
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Weitere Infos http://www.suedtirol.info/de/

brauneck friederike

Text: Friederike Brauneck

Reisejournalistin für das Magazin „Wanderlust“

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