Auf Schmalspur in die Kolonialzeit – Darjeeling Himalayan Railway

Teeplantagen säumen unseren Weg. Über Allem hier weht ein Hauch der Kolonialzeit. Heute Vormittag besteigen wir die Darjeeling Himalayan Railway. Von den Indern auch liebevoll “Toy Train“ genannt. Mit einer Spurbreite von nur zwei Fuß (610 mm) erscheint sie wirklich Anfang als Spielzeugeisenbahn. Früher hat sie Kolonialbeamte aus dem Monsun-Klima Kalkuttas in das nachnahm kühle Klima der Himalaya Vorberge gebracht. Heute gehört diese Schmalspur Bahn zum UNESCO Weltkulturerbe.

Wir möchten die grandiosen Ausblicke genießen und Kolonial-Luft schnuppern.

Hier fasziniert Technik und ihre Bedienung - hautnah!
Hier fasziniert Technik und ihre Bedienung – hautnah!

Am Bahnhof sind wir viel zu früh. Jedoch ist hier auch in der Frühe viel los. Der Bahnhof erscheint, wie der Kolonialzeit entsprungen. Aus dem Lokschuppen kommen verschiedene Loks. Irgendwie sind die Wagons durcheinander geraten. Es folgt ein scheinbar sinnlose Hin- und Her-Rangieren von Loks und Wagons. Die Lok wird wieder mit Wasser und Kohle befüllt. Ist das dort jetzt unser Zug? Plötzlich muss alles ganz schnell gehen. Wir finden unsere Plätze und fahren doch noch pünktlich ab.

Es ist eine eindrucksvolle Strecke. Die ganze kulturelle Vielfalt Indiens zieht wie ein Film am Zugfenster vorbei. Kleine Heiligtümer am Wegesrand, geschmückte Häuser, dann wieder eine hinduistische Tempelanlage. Auf der anderen Seite zieht Indiens Bergwelt an uns vorüber.

Die Darjeelingbahn windet sich stark schnaufend den Hang hoch. Weiter ansteigend sie in eine gemauerte Schlucht ein. Nach oben schauend entdecken wir eine Eisenbahnbrücke über uns.

In einem großen Bogen kommen wir aus der Schlucht auf ein Plateau.

Ausblicke in die Himalaya Bergkette ...
Ausblicke in die Himalaya Bergkette …

Die Aussicht öffnet zu einem grandiosen Panorama. Bei morgendlichem Sonnenschein erblicken wir die Himalaya-Bergkette. Hier am Batasia Loop legt die Bahn einen Stopp ein. Beim Aussteigen erkennen wir, das die Bahnstrecke hier eine Spirale bildet. Ende des 19. Jahrhunderts haben die Ingenieure diese eingebaut, um einen Höhenunterschied von 1.000 Fuß (305 Meter) auszugleichen. Heute befindet sich hier ein gepflegter Park, der besonders beliebt ist als Hintergrund für Hochzeitsfotos. Wenn wir Glück haben, können wir beobachten, wie ein ganzes Team die Hochzeitsfotos arrangiert. Oder wir genießen einfach die grandiose Himalaya-Kulisse.

Nach etwa 15 Minuten pfeift die Dampflok drei Mal. Wir nehmen wieder unser Plätze ein. Der Wagenschaffner zählt durch und dreht mit sichtlichem Kraftaufwand dann das große Rad der Wagen-Handbremse frei. Erst wenn alle Wagen frei gedreht sind, ruckelt die Darjeeling Himalaya Railway wieder los.

Ein Esel verlässt schnell noch die Gleise. Wir kommen vorbei an einem mit guten Gebetsfahnen geschmückten Gebäude – dem größten buddhistischen Kloster von Darjeeling. Die Bahn kreuzt mehrfach die Strasse. Das tägliche Leben findet direkt neben den Gleisen statt.

Kurz vor Ghum

Kurz vor Ghum – dem höchstgelegenen Bahnhof auf der Gesamtstrecke der Darjeeling Himalayan Railway – werden wir langsam. Hier teilen sich Autos und Bahn eine Strecke. Unsere Dampflok ist ständig am Pfeifen. Überall springen Menschen und Tiere zur Seite. Mit unserem Wagon fahren wir direkt an so manchem Verkaufstressen vorbei.

Himalayan Darjeelingbahn - der höchstgelegene Bahnhof der Strecke - Ghum
Himalayan Darjeelingbahn – der höchstgelegene Bahnhof der Strecke – Ghum

Angekommen im Bahnhof Ghum bleibt uns noch genug Zeit ein wenig Atmosphäre der Kolonialzeit einzufangen. Den ersten Stock des historischen Gebäudes hat man ein kleines Museum eingrichtet. Hier wird uns die Ingenieurs Leistung beim Bau dieser Strecke erst so wirklich deutlich. Diese Schmalspurbahn mitten im Himalaya ist ein ganz besonderes Erlebnis.

 

Kommt mit und erlebe es selbst, auf unserer Reise „Legendenumwobene Königreiche“.

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