Auf Trekking-Tour: Wäsche trocknen leicht gemacht

Topf, tropf, tropf. Da hängt es, dein frisch gewaschenes Wandershirt und trieft vor Nässe. Bis morgen früh wird es schon trocknen, oder? Das bange Warten muss nicht sein. Mit einfachen Tricks bekommst du deine Funktionskleidung auf Trekking-Touren schnell wieder trocken. Ich verrate euch meine bewährten Tricks zum Trocknen meiner Kleidung auf Trekking-Tour.

Wer kennt das nicht, das muffelnde Wander-Shirt, das dringend einer Wäsche bedarf? Oder die nasse Kleidung nach einem Regentag? Am nächsten Tag soll’s mit trockener Kleidung weitergehen, denn die Hütten sind gebucht und eine weitere Etappe steht bevor. Da sind nasse Kleidungsstücke ein leidiges Thema. Doch das muss nicht sein. Finde hier ein paar Tipps aus der Praxis, wie du deine Wäsche auf Trekking-Tour am schnellsten trocknen kannst.

1. Kleidung ausdrücken

Drücke deine nasse Kleidung kräftig aus, Stück für Stück. Manche Textilien kannst du auswringen, doch empfindliche Materialien wie Merino-Wolle verlieren durch zu starke mechanische Beanspruchung an Haltbarkeit. Also Merino Wolle nicht verdrehen und zu sehr bearbeiten. Einfaches Ausspülen (oder Lüften) tut’s auch. Beachte hier die Herstellerhinweise.

Kleidung ausdrücken
Die Nässe muss raus: Kleidung kräftig ausdrücken

Versuche, so viel Nässe möglich herauszudrücken, zu streichen oder zu schleudern. Schleudern? Ja, bei manchen Texitilien kannst du zudem einen manuellen Schleudergang einlegen: schwinge dein Kleidungsstück wie ein Lasso über dem Kopf. Anschließend ab ins Handtuch damit.

2. Ab ins Handtuch

Die verbleibende Nässe kannst du dann mit einem Handtuch aufsaugen. Wickle dazu einfach dein Kleidungsstück ins Handtuch ein. Wieder mit ein bisschen Druck. Verkneife dir das Wringen bei Merionwolle. Jetzt hast du zwar ein nasses oder feuchtes Handtuch, doch die Microfaser trocknet meist sehr schnell (ein Frottee-Handtuch hast du hoffentlich zu Hause gelassen). Bei Komfort-Reisen lässt du das Hotel-Handtuch eh zurück 😉

 

Auf Trekking-Tour: Ins Handtuch wickeln
Auch auf Trekking-Tour: Nasse Kleidung ins (Microfaser)-Handtuch wickeln

Microfaser-Handtuch und Kleidungsstücke sind nun bereit „abzuhängen“. Also ab an die Leine damit.

3. In den Wind hängen

Hänge deine Kleidung in den Wind. Viele Berg-Hütten haben im Außenbereich Wäscheleinen gespannt, im Hotel kannst du einen Kleiderbügel nutzen. Im Idealfall zückst du deine Reise-Wäscheleine. Pack dir ein, zwei Wäscheklammern ein, dann kannst du deine Kleidung immer fixieren, damit sie der Wind nicht davon trägt. Ist keine Leine vorhanden: nutze deine Stöcke als Kleiderstange. Lass deiner Kreativität freien Lauf.

T-shirt weht im Wind
Wichtig: Nasse Kleidung in den Wind hängen

Logo, Sonne ist natürlich ebenfalls nützlich. Ohne Leine kannst du die warmen Felsen und Steinblöcke zum Ablegen nutzen – mit einem Steine zum Drauflegen fixierst du dein Shirt an der richtigen Stelle. Büsche tun’s übrigens ebenso: einfach Kleidungsstück darauf legen. Achtung vor Harz-Flecken!

Doch was tun bei schlechtem Wetter? Auf Hütten und in einigen Hotels gibt es extra Trockenräume, die gut durchgelüftet sind oder sie haben einen Kamin (Vorsicht: Kleidung nicht zu nah an die Hitzequelle/ans Feuer hängen) mit Vorrichtungen zum Aufhängen nasser Kleidungsstücke.

Tropft’s dann immer noch, drücke die richtig nassen Stellen erneut aus. Dann heißt es: hängen lassen und warten. Richtig gute Funktionskleidung ist oft schon nach wenigen Stunden trocken. Bei Sonnenschein und Wind geht’s richtig schnell. Leider helfen selbst die besten Tricks nicht immer: was also tun, wenn’s doch noch feucht ist?

4. Der Notfall-Plan: an den Rucksack oder in den Schlafsack

Du hast alles beachtet, doch die Wäsche ist noch nicht ganz trocken geworden? Dann binde sie dir an den Rucksack, damit sie weitertrocknen kann. Du kannst feuchte Wäsche zur Not mit in den Schlafsack nehmen. Das empfehle ich dir allerdings nur bei wärmeren Temperaturen und nicht im Daunenschlafsack. Durch die Körperwärme kannst du so den Trocknungsvorgang unterstützen.

Shirt am Rucksack
Das geht auch: Kleidung am Rucksack aufhängen
Shirt trocknet am Rucksack
Weiter geht’s mit dem Shirt zum Trocknen am Rucksack

Falls es regnet, packe die feuchte Wäsche separat in den Rucksack (z.B. in einen Packsack oder Plastikbeutel), damit nicht dein kompletter Rucksackinhalt feucht wird. Ansonsten: Augen zu und durch, rein in die feuchte Klamotte. Keine Angst, irgendwann wird’s wieder trocken!

Meine Erfahrung – mein Fazit

Ich bin viel auf Mehrtagestouren unterwegs und meine Erfahrung hat gezeigt, dass die oben beschreibene Vorgehensweise weltweit funktioniert 🙂 Ob in Nepal, am Kilimandscharo, in Patagonien (da gibt’s auf jeden Fall genug Wind) oder in den Alpen. Klar, ab und zu ist ein Kleidungsstück noch ein bisschen feucht, aber das ist mir lieber als komplett nass. Merke dir einfach: Ausdrücken – Einwickeln – Aufhängen (am besten im Wind).

Du kannst vorsorgen, indem du schnelltrocknende Kleidung kaufst. Die Wahrscheinlichkeit, dass alles bis zum nächsten Tag trocken wird, ist zwar größer als bei Baumwollkleidung, doch „nachhelfen“ musst du hier ebenfalls.

Falls du doch einmal durch und durch nass bist und am Ende kein Mittel mehr hilft: lächle darüber und freue dich über diese Erfahrung – das gehört zum Outdoor-Abenteuer einfach dazu.

Eure Tipps & Tricks

Und jetzt zu euch: Ihr habt noch weitere Tipps und kreative Einfälle, wie ihr die Wäsche auf Trekking-Tour trocken bekommt? Dann lasst sie uns hier. Auch ich bin immer wieder froh über neue Kniffe und Ideen.

Dankeschön und viel Spaß beim Wäschetrocknen auf der nächsten Tour, vielleicht ja mit mir

Eure Jenni

 

Kommentare

  1. Hallo Jenni,

    noch ein bewährter Trick bei feuchter Wäsche oder feuchtem Bikini, der in den Koffer muss: Ich habe immer einen Gefrierbeutel mit Zip-Verschluss im Gepäck. Darein kommen diese wunderbaren Silikagel-Tütchen die man in jedem Schuhkarton oder bei Bestellware aus dem Internet erhält. Oft habe ich diese einfach weggeschmissen, jetzt weiß ich es besser. Das Silika- oder auch Kieselgel bindet Feuchtigkeit und trocknet dadurch wunderbar feuchte Wäsche. Keine muffige, feuchte Wäsche mehr in Plastiktüten. Auch bei Langstreckenflügen nach Hause eine von mir ausgiebig getestete Methode 😉

    LG,
    Nicole

Schreibe einen Kommentar