Buchtipp: Gary Jennings – Marco Polo

MarcoPoloMarco Polo jeder hat diesen Namen schon gehört. Der venezianische Kaufmann, der nach China reiste und am Hofe des Mongolenherrschers Kubilai Khan residierte, fasziniert seither die Menschen und Medien. Zahlreiche Literaturfassungen, Filme und Serien greifen immer wieder auf das spektakuläre Material der Reise auf der Seidenstraße zurück. Da ist es fast schon irrelevant, ob Polo tatsächlich persönlich dorthin reiste, oder seine Berichte reine Erfindung sind. Unvergessen sein Zitat “Ich habe nicht die Hälfte von dem berichtet, was ich gesehen und getan habe.“. Einen Roman über diese packende Geschichte möchte ich hier vorstellen. Die Version von Gary Jennings, veröffentlicht 1984 unter dem Originaltitel „The Journeyer“. Die erste deutsche Fassung erschien 1985 und wird seitdem immer wieder als Neuauflage veröffentlicht. Beide Bücher, „Von Venedig zum Dach der Welt“ und „Im Land des Kubilai Khan“, sind heute in einem Band „Der Besessene“  zusammengefasst. karte 2 Statt autobiographisch zu schreiben, oder einen sachlich gehaltenen Reisebericht zu formulieren, schafft es Gary Jennings einen fesselnd zu lesenden Roman zu schreiben. Viele Inhalte sind nachgewiesen, einige aber auch der Phantasie des Autors entsprungen. Dessen sollte man sich vor dem Lesen bewusst sein. Doch gerade diese Ausschmückungen  Buchcoverkreieren eine Atmosphäre des 13. Jahrhunderts.  Immer wieder nimmt der Autor die Thematik des „Kulturschocks“ auf, die Marco Polo erlebt haben muss. Fremde Sprachen, ungewohnte Sitten und Gebräuche, exotische Gerüche und fremdartige Speisen. Auch wenn einige Passagen etwas sexistisch angehaucht sind, so vermittelt der Roman einen lebhaften Eindruck, wie es gewesen sein könnte. Selbst der ein oder andere Moment zum Schmunzeln ist im Lesestoff enthalten. Gary Jennings (* 1928, † 1999) hat außerdem einen Bestseller, „Aztec“ 1980, und weitere historische Romane geschrieben. Für diese hat er umfassende historische Recherchen unternommen, die sich im Umfang seiner einzelnen Werke widerspiegeln. Bis zu 500.000 Wörter umfasst ein Roman.

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