Das Dali Dreieck

„Die Landschaft ist ein Zustand der Seele“ (Zitat Dali).

(Press-Trip 20 -24.04.2018)

Wir werden gemeinsam durch die Landschaft der wilden Küste (Costa Brava) wandern, die Dalís Seele bewegt und inspiriert hat. Dazu stehen kulturelle Besichtigungen rund um Dalí auf dem Programm. Was für ein toller Mix, ich freue mich auf die drei Tage.

Unsere Unterkunft ist das familiengeführte Hotel Carmen. Es ist deutlich besser als die Sterne es vermuten lassen. Alles ist liebevoll eingerichtet, sauber, die Matratzen sind bequem, die weißen Bettlaken ausgesprochen weich, alles riecht so frisch und sauber. Wir fühlen uns sofort wohl. Das üppige Frühstück gibt es im Hotel Carmen, das Abendessen auf der Terrasse des Hostals Rom, welches sich direkt neben dem Hotel Carmen befindet. „Beide Häuser gehören der Familie“,  erklärt mir der Manager der „Rudi Rom-Rom“ heißt.

Tag 1: Wanderung im Hinterland von Roses. Unser Weg führt uns vorbei an dem „Creu de la Cobertella“, dem größten Dolmen von Katalonien. Wie schafften es die Menschen vor etwa 3500 Jahren den vier Tonnen schweren Deckstein auf die wuchtigen Seitenblöcke zu legen? Weiter geht es durch eine duftende Landschaft von wildem Rosmarin, Thymian, Zistrosen Lavendel. Unser Weg  bietet uns atemberaubende Blicke auf die Bucht von Rosas, die „Cala Montjoi“ und das „Cap Nofreu“, dem südöstlichsten Punkt der Halbinsel Cap de Creus. Der Name „Cap Norfreu“ ist aus der griechischen Mythologie entnommen: Der berühmte Sänger Orpheus fuhr singend an diesem Küstenabschnitt mit seinem Schiff vorbei, worauf sich die Pyrenäen ihm näherten, um ihm zuzuhören. Sie verloren nahe am Wasser das Gleichgewicht und stürzten ins Meer. Dadurch entstand diese kleine Halbinsel, die seitdem Kap des Orpheus genannt wird.

Damit wir nicht auch das Gleichgewicht verlieren, stärken wir uns auf dem Hügel Puig Rodó (442m) mit einem landestypisches Picknick: Wir essen „Pa amb tomàquet“ ein genauso köstliches wie einfaches katalanisches Gericht: Man reibt das Brot mit halbierten Tomaten ein und beträufelt es mit Olivenöl, dazu eine Prise Salz. Wer möchte, kann auch noch Ziegenkäse, „Fuet“ (eine typische Schweinswurst) oder Schinken dazu essen.

Nachmittags besichtigen wir Dalís Theater-Museum in Figueras. Was für ein Erlebnis! Schon die Titel der Kunstwerke machen mich neugierig: „Das Gespenst des Sex-Appeal“, oder „Bildnis Galas mit zwei Lamm Koteletts auf den Schultern“. Um den Tag noch abzurunden essen wir abends im Hotel Duran, genau an dem Tisch, an dem Gala & Dali einmal pro Woche gesessen haben. Der 77-jährige Besitzer des Hotels Duran heißt „Miguel Duran“. Er erzählt uns, dass er mit acht Jahren Dalí und Gala zum ersten Mal im Hotel traf. Dann berichtet er uns weitere Anekdoten:

  • „Vor dem Essen schenkte Dalí seiner Frau Gala gerne einen kleinen Blumenstrauß.“
  • „Dali mochte besonders gerne unsere Knoblauchsuppe mit Thymian und verquirltem Ei “.
  • „Sein Lieblingsnachtisch war die typische süße Bratwurst „botifarra dolça de Figueras“ oder „Taps“ (Korken) de Cadaqués, (Back-Spezialität aus Cadaqués).

Manchmal waren bei dem Essen im Hotel Duran auch andere berühmte Gäste dabei. Zum Beispiel Amanda Lear und der Jazz Geiger Stephan Grappelli, der zusammen mit Yudi Menuhin gespielt hatte.

Wenn er Publikum hatte, liebte Dali es, sich durch eine gezielte Selbst-Inszenierung zur Schau zu stellen. Dabei schmiss er auch gerne mal den vollen Suppenteller durch die Luft. „Wenn Galí und Dalí alleine waren, war Dalí eigentlich ganz normal“ findet Miguel.

Tag: 2: Unsere Wanderung führt uns von dem kleinen Fischerort Llançà über das 878 erstmals urkundlich erwähntes ehemaliges Benediktinerkloster „Sant Pere de Rodes“ bis nach „Port de la Selva“. Hauptmerkmale der Landschaft sind die Trockenmauern, Steineichen und Kaktusfeigen. Es sieht ein bisschen aus wie im wilden Westen. Vor allem, als plötzlich Jonny – ein Franzose mit Cowboyhut – auf seinem Pferd an uns vorbeitrabt. Nach dem Anstieg erreichen wir das romanische Kloster Sant Pere de Rodes. Unsere Führerin Evelyn freut sich deutsche Gäste zu haben. Die finden nämlich nicht oft den Weg zu dem imposanten Kloster.

Nach der Besichtigung führt unser Weg bergab durch das kleine Dorf Selva de Mar. Kurz vor Ankunft an unserem Ziel „Port de la Selva“ begrüßt uns eine dichte Matte von rosa leuchtenden Mittagsblumen vor dem blauen Meer. Vor der Rückfahrt ins Hotel haben wir noch Zeit für ein erfrischendes Bad.

Tag 3: Am letzten Tag entdecken wir zuerst den malerischen Ort Cadaqués. Einige bekannte Künstler wie Federico García Lorca, Pablo Picasso und Joan Miró besuchten Cadaqués und trugen zur Bekanntheit des Ortes bei.

Die charmante Stadt liegt neben einer muschelförmigen Bucht. Kleine weißgetünchte Häuser mit blauen Fensterläden, das mediterrane Licht, die Fischerbötchen und viele Katzen geben dem Städtchen einen eigenen Charakter. Um das romantische Flair noch zu toppen, ist heute der Tag der „Verliebten“ (Sant Jordi) in Katalonien: Nach der Tradition schenken Männer ihren Frauen eine rote Rose – er bekommt ein Buch von ihr. Für mich gibt es immerhin eine Zistrose – ich freue mich.

Wir gehen wenige Minuten bis zum Ort „Port Lligat“ und besichtigen das Wohnhaus von Dali & Gala, das  direkt am Hafen liegt. Nach einem Picknick am Meer beginnen wir unsere Wanderung zum Cap de Creus, dem östlichsten Punkt der iberischen Halbinsel. Die Landschaft ist abwechslungsreich, spannend, aber sie strahlt auch Ruhe und Ursprünglichkeit aus. Wie schön ist es hier! Ich habe wieder Lust zu malen! Wir erreichen das berühmte „Cap de Creus“, trinken einen Kaffee mit Blick auf die schroffe Küste und das blaue Meer. Delfine springen vor den Felsen aus dem Wasser, auch Wale soll es hier geben. Eine Landschaft wie im Bilderbuch.

Gemeinsam genießen
Gemeinsam genießen

Der Abschiedsabend auf der Terrasse des Hostal Rom rundet die drei Tage ab. Es gibt Meeresfrüchte, frischen Fisch, Weißwein aus der Region und einen köstlichen Nachtisch, der „cueva“- (Höhle) heißt und himmlisch schmeckt.

Habt Ihr Lust den Wegen Dalís zu folgen? Dann empfehle ich euch an der Wikinger-Reise „Malerisches Katalonien – auf den Spuren Salvador Dalís“ (Reise-Nr: 6144) teilzunehmen.

Viel Spaß!

Erika Wellmer – Reiseleiterin Wikinger Reisen.

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