Der lange Weg der Schokolade – Teil III

Der Extremsportler Guido Kunze (Höhenweltrekord mit dem Rad auf den Ojos del Salado, in 86 Std. mit dem Rad zum Papst) startete sein neues Projekt – Der lange Weg der Schokolade – bei dem wir ihn als Sponsor unterstützen.

Im Vordergrund steht hierbei der nachhaltige Aspekt: Guido reist von Ecuador über Kolumbien zurück in seine Heimatstadt Erfurt. Dabei fährt er 10.000 Kilometer mit Rad und Segelboot, um Kakaobohnen zu transportieren (rund 50 kg) und damit zu zeigen, was es bedeutet Fair Trade Schokolade zu produzieren.

 

Den ersten Teil findet ihr hier –> Der lange Weg der Schokolade – Teil I

Zum zweiten Teil –> Der lange Weg der Schokolade – Teil II

 

Fortsetzung…

Der Atlantik ruft

6. April

Am Morgen regnet es gleich zum Start und will auch nicht mehr richtig aufhören. Dauer-nieseln begleitet Guido auf seinem ganzen Weg. Aber immerhin ist der Regen nicht kalt. Das feuchte, warme Nieseln ist vielleicht auch schuld an seinem zweiten Sturz auf einer kleinen Nebenstraße. Aber ist nicht wirklich etwas passiert.

Der sehr schöne Ausblick entschädigt für die Strapazen: „Hat was von der Schweiz”, meint Guido, „nur, dass wir auf der Höhe in der Schweiz Schnee hätten“, fügt er hinzu.

Das Ziel in Barichara erreicht er erst im Dunklen. Er nutzt den Abend, um sein Fahrrad zu pflegen – und zu schauen, ob trotz des Unfalls noch alles intakt ist. Ohne funktionierendes Fahrrad wäre die Reise schnell vorbei.

Auch die Taschen mit dem Kakao müssen neu justiert werden. Guido nimmt Kabelbinder dafür. Seinen Bohnen geht es fantastisch. Morgen geht es weiter zum Chicamocha Canyon – eine neue Sehenswürdigkeit Kolumbiens. Alle freuen sich schon darauf.

7. April

Gleich zum Tagesstart stattet Guido der kleinen Stadt Barichara einen Besuch ab. Ein süßes Örtchen, das, wie so viele hier, kolonial geprägte Häuser und Gassen hat.

Danach wird es anstrengend. Der Chicamocha Canyon hat es in sich. Es geht die ganze Zeit straff Berg auf und quasi immer geradeaus. Zusätzlich ist auch noch sehr heiß, was das Ganze für Guido natürlich etwas erschwert. Aber glücklicherweise kann man, wenn man erst auf einem Berg angekommen ist, danach auch wieder hinunterfahren.

Der Verkehr im Canyon ist enorm. Schnell wird klar: im Dunkeln kann man hier nicht auf einem Rad fahren. Nach der Dämmerung wird der Respekt vor den Autos noch größer, die oft nur mit schwachem Licht fahren – und manchmal auch ganz ohne. Und zu jeder Tageszeit wird natürlich an Stellen überholt, wo wir es nicht einmal im Traum probieren würden.

Morgen wartet Bucaramanga. Es wird eine lange Etappe. Guido und das Team werden nicht vor der Dämmerung ankommen. Aber wenn das Wetter schön ist, kommt er auch gut voran.

8. April

Die vorletzte Etappe in Kolumbien ist landschaftlich nicht besonders spannend und eher trist. Hier, wo es Richtung Meer und ins Flachland geht, hat sich in der Region viel Industrie angesiedelt. Die Nähe zum Meer begünstigt auch den Handel. Die Städte und Ort werden größer und verlieren den Abenteuer-Dschungel-Charakter der Vortage.

Endlich ist Guido in der Hafenstadt Cartagena de Indias angekommen. Das letzte Ziel in Südamerika ist erreicht. Das muss erstmal mit einem Bier mit dem Team gefeiert werden.

Cartagena ist eine sehr schöne Stadt mit vielen kleinen Gassen, bunten Häusern und auch viel buntem Treiben auf den Straßen. Dem entsprechend sind aber auch sehr viele Touristen zu sehen. Aber noch so viel Dschungel und kleinen Dörfern kommt so natürlich auch wieder ein bisschen Leben in den Abenteuer-Radfahrer-Alltag. An der Küste ist es richtig warm mit einer besonders hohen Luftfeuchtigkeit. Selbst um 21 Uhr zeigt das Thermometer noch 30° Celsius.

Mit etwa 1.000.000 Einwohner ist Cartagena die Hauptstadt des Departamentos Bolívar und liegt direkt an der Karibikküste von Kolumbien. Die „Perle“ oder „Königin der Karibik“ ist wohl die touristischste Stadt des Landes, aber eben auch eine der schönsten Kolonial-Städte, die es hier gibt. Das Zentrum der Stadt ist mit riesigen Wolkenkratzer versehen, aber das ist nicht der schöne Teil. Im „Centro Historico“ hinter einer 13 Kilometer langen historischen Mauer liegen die schöne Altstadt und das touristische Leben versteckt. Das Labyrinth aus kleinen Gassen mit Kopfsteinpflaster gehört natürlich zum UNESCO Weltkulturerbe.

Morgen muss sich Guido kurz sortieren, Cartagena angucken und dann geht’s auch schon ab aufs Boot. Es darf ein bisschen gefeiert werden – das haben sich auch alle verdient.

Fotos: © Michael Günther 

 

10. April

Die vorletzte Etappe in Kolumbien war landschaftlich nicht besonders spannend und eher trist. Hier wo es Richtung Meer und ins Flachland geht, hat sich in den Regionen viel Industrie angesiedelt. Die infrastrukturelle Nähe zum Meer begünstigt natürlich auch den Handel. Die Städte und Ort werden größer und verlieren den Abenteure-Dschungel-Charakter des bergigen und ländlichen Raums.

Guido und sein Team sind endlich in der Hafenstadt Cartagena de Indias angekommen. Das letzte Ziel in Südamerika ist erreicht! Das muss erstmal mit einem Bier mit dem Team gefeiert werden.

Morgen muss sich Guido kurz sortieren, Cartagena angucken und dann geht’s auch schon ab aufs Boot.

11. April

Der Abenteuer-Teil in Südamerika neigt sich dem Ende. Der letzte Tag in Kolumbien. Heute wird sich nochmal Cartagena angeguckt und dann geht es ab aufs Boot.

Guido und Marvin waren nochmal beim Friseur, damit sie auch anständig aussehen, wenn Sie in Madrid den Kolumbianischen Botschafter treffen. Guido und sein Team konnten nochmal durch die Gassen des schönen Städtchens schlender, bevor es dann auf See geht. Dann hören wir erst wieder am 15.04 oder 16.04 was von ihm, je nachdem wie gut sie vorankommen.

Guido ist schon gespannt, aber eigentlich hat er ja nichts weiter zu tun als die Beine lang zu machen und zu hoffen, dass ihm nicht schlecht wird. Vielleicht gibt’s bald auch noch ein Bild vom Boot, wenn Guido sein Handy aufladen kann. Wir sind gespannt.

11. April – 15. April

Aus der geplanten Überfahrt mit dem Boot wurde leider nichts, da nach dem ersten Tag ein Steuerschaden auftrat und die Crew das fast manövrierunfähige Boot zurück nach Cartagena steuern musste. Nach kurzer Zeit war klar, dass die Reparatur des Bootes zwei Wochen dauern würde und in der kurzen Zeit kein anderes aufgetrieben werden kann. Aufgrund der auf Guido wartenden Termine in Europa blieb also keine andere Möglichkeit, als mit dem Flugzeug nach Lissabon zu kommen. Nach einigen Schwierigkeiten was das Gepäck um die Kakaobohnen anging, konnte Guido seine Tour aber endlich auf europäischem Boden fortsetzen.

Fortsetzung folgt …

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