Der Zauber Vietnams (Reise 3405)

Der Zauber Vietnams – Reise 3405

Wie Vietnam aussieht, ist eigentlich klar, schließlich sind wir durch preisgekrönte kalifornische Dokumentarfilme (wie Good Morning Vietnam oder den John-Rambo-Mehrteiler) seit Jahren bestens informiert. Wir entschieden uns trotzdem für eine Reise dorthin, und wurden überraschenderweise überrascht, glücklicherweise vor allem positiv.

Vietnam ist ein sozialistischer Staat, was man schon hin und wieder bemerkt, etwa daran, dass Saigon offiziell Ho-Chi-Minh-Stadt heißt, an Wuchtbauten politischer Institutionen, eigenwilliger Plakatkunst oder vereinzelten Lautsprecher-Endlosschleifen („zur politischen Willensbildung“). Meistens merkt man es aber nicht, und das beginnt bei der Einreise (sofern man max. 15 Tage verweilt), denn diese verläuft unerwartet zügig und freundlich. Letzteres übrigens ein Adjektiv, das die allermeisten vietnamesischen Menschen sehr gut beschreibt.

Das Klima empfing uns ähnlich enthusiastisch, vom heimischen Gänsehautmodus (15 Grad minus) wechselten wir übergangslos zum lockeren Transpirieren (35 Grad plus) a la Saigon. Anfangs verstärkt durch die Teilnahme am vietnamesischen Straßenverkehr. Hat man dessen Grundregel („Jeder vorwärts in seine Richtung, und wenn man sich trifft, sortiert sich das schon irgendwie.“) aber erst einmal verinnerlicht, gibt sich das schnell. Da zudem die Reise primär von Süd nach Nord verläuft, wird es im Verlauf tendenziell kühler. In der Folge wurden manche ACs zum Ende hin sogar AUSgeschaltet … .

Zunächst aber tummelten wir uns (inmitten vieler anderer Menschen) in und um Saigon. Erst in der City selbst, danach im nahegelegenen Mekong-Delta, wo wir uns beruhigt aufs Fahrrad trauen konnten, sowie in den dunklen, heißen und auch sonst bedrückenden Tunneln von Cu Chi.

Danach wurde es wieder deutlich heller (und schöner), speziell im Lichtermeer von Hoi An, aber auch in der geschichtsträchtigen alten Hauptstadt Hue. Die Halbzeitpause der Reise verbrachten wir pfiffigerweise im Zug nach Hanoi, wo wir Nachtruhe und Fortbewegung in einer Art Hüttenübernachtung auf Rädern kombinierten. Aus der zweiten berühmten Metropole ging es direkt ins Kontrastpro­gramm des geruhsamen Tales von Mai Chau, wo dann auch gemäßigt gewandert wurde. Die Reisterrassen lieferten dazu das angemessene Hintergrundbild – und die Zutat für das besonders hier besonders leckere Essen (sieht aus wie eine grüne Banane, ist aber Klebreis …).

Danach verloren wie zunehmend den festen Boden unter den Füßen: Zum Anwärmen eine ausgedehnte Ruderbootstour, bei denen die Füße der Steuerleute um so mehr zu tun hatten …

… vor allem aber eine noch ausgedehntere Dschunkentour in die berühmte Halong-Bucht. Berühmt ist sie zu Recht, man kann sich an den Felsen, Inseln, Felseninseln und Inselfelsen kaum sattsehen. Zugegebenermaßen ist man dabei nicht alleine, aber das ist wohl der Widerspruch-in-sich eines Weltnaturerbes.

Zum Ausklang ging’s zurück nach Hanoi, wo der letzte Tag eher individuell gestaltet wurde. Je nach Lust & Laune standen weitere Sehenswürdigkeiten, intensives Shopping (wahlweise egoistisch oder mitbringsel-orientiert) oder ausgedehntes Chillen im Straßencafe auf dem Plan. Apropos Chill: Natürlich lag in Frankfurt wieder Schnee – aber dafür kann Vietnam nichts, da war’s warm und schön …

Der Zauber Vietnams – März 2018

Marzena Horsch

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