Die Reiseleiterausbildung in Freckenhorst

Mystische “Must Do” Woche  für neue Wikinger-Reiseleiter: Was so einfach aussieht, ist es nicht immer!

Die Landesvolkshochschule Freckenhorst, im tiefsten verschlafenen Münsterland, ist bisher für viele ein weißer Fleck auf der Landkarte. Seit 20 Jahren jedoch ist es der Ort für die “Must Do” Ausbildung aller Wikinger-Reiseleiter.

Die Reiseleiterausbildung in Freckenhorst

Auch ich habe hier vor vielen Jahren meine Ausbildung zur Wikinger-Reiseleiterin gemacht. Jetzt freue ich mich darauf die Neuen Kollegen/-innen hier zu begrüßen, die zuvor alle Hürden durch das anspruchsvolle Auswahlverfahren gemeistert haben. In Freckenhorst ist diesmal zeitgleich auch die Deutsche Flugpolizei, die ebenfalls ihre Weiterbildung in den wunderbaren Räumlichkeiten der Freckenhorster Landesvolkshochschule macht. Und dann ist ja auch noch der Kirchentag, so das auch die Militärpfarrer einen Tisch neben uns haben.

Nach und nach kommen die neuen Reiseleiter/innen aus ganz Deutschland angereist. Zwei Teilnehmer kommen sogar aus dem Ausland.

Bei Wikinger duzen wir uns mit Gästen & Kollegen”, sagt Martin Antonin vom Reiseleiterreferat zur Begrüßung. Das passt einfach besser zum Wandern und dem “Ambiente à la Wikinger

Die Freckenhorster Landesvolkshochschule

Was genau lernt man eigentlich bei der Wikinger-Reiseleiterausbildung?

Christian Schröder, Wikinger Qualitäts- und Nachhaltigkeits-manager, stellt das Programm der Woche vor:

Die Vorstellung des Reiseveranstalters Wikinger Reisen GmbH, Daten & Fakten zum Deutschen Reisemarkt, Gruppendynamik, Reiserecht, Konfliktmanagement und zahlreichen Übungen zu Kommunikation, Vortragstechnik und Rhetorik, Flugkunde sowie vieles mehr steht auf dem Plan.

Die Gesichter der Teilnehmer scheinen von der Fülle des Angebots etwas beeindruckt zu sein. “Was so einfach aussieht, scheint doch ziemlich komplex zu sein”, findet die neue Reiseleiterin Anja. „Neu im Freckenhorst-Programm ist das Thema Achtsamkeit”, erklärt  uns Christian Schröder. “Dabei geht es unter anderem auch über die Eigen-Achtsamkeit, denn um sich 100% für die Gäste einzubringen, muss man auch auf die eigenen Gefühle und seinen Energiehaushalt achten. Techniken dazu wird uns Bernhard, eine Eminenz auf dem Gebiet Buddhismus, vermitteln.

Die zukünftigen Wikinger-Reiseleiter

Und schon geht’s los

  • Was gibst Neues im Reiserecht?
  • Warum ist der “rote Faden” bei der Wissensvermittlung wichtig?
  • Wie strukturiere und optimiere ich meine Vorträge?

Da das Wetter strahlend ist und die herrlichen Gartenanlagen dazu einladen, werden die praktischen Einheiten kurzerhand nach draußen verlegt.

Damit sich die frischgebackenen Reiseleiter/-innen in die “reale Situation” der Reiseleitung versetzen können, spielen wir bestimmte Situationen durch. Ziel ist das Protokoll der Abläufe 100% zu verinnerlichen. “Was sage ich am Flughafen? Wie kann ich alle wichtigen Informationen klar und transparent vermitteln? Was passiert, wenn der Koffer am Flughafen nicht da ist? Oder plötzlich ein Vulkan ausbricht und eine Rückreise aus Island nicht möglich ist? Der frischgebackene Reiseleiter Ralf sieht einen Moment lang etwas entsetzt bei dem Gedanken aus.

Tipps von den Profis:

Der Everest erfahrene Berg-Primus “Darek” erklärt uns alles über professionelle Wanderleitung in den Bergen. Dazu gibt er allen praxisnahe Tipps und Tricks zur richtigen Einstellung des Rucksacks, der Benutzung von Wanderstöcken und auch dem Schnüren von Schuhen.

Tipps der Spezialisten
Die richtige Einstellung des Rucksacks

Unser Spezialist für Radreisen und GPS-Handhabung, Bezahd Marvie, gibt uns in seinem Vortrag wichtige Infos über professionelle Rad-Reiseleitung mit auf den Weg.

Der Kopf raucht und dann komme auch noch ich. Ich berichte von ein paar aus dem realen Reiseleiterleben gegriffenen Beispielen zum Thema Konflikte. Solche, die entstehen , OBWOHL man alles richtig gemacht hat. “Erste Regel: RUHE BEWAHREN“, rate ich den neuen Reiseleitern. Das sage ich mir selbst oft, wenn es mal brenzlig wird  – was zum Glück selten passiert.

Der erste Wikinger-Gast:

Nach dem intensiven Tag gibt es Abends dann ein erfrischendes Bier in der Hauseigenen Bar “Schorlemer Stube”. Hier hat uns heute auch ein Schorlemer Molch begrüsst, der anscheinend durch die Ritzen der Fensterrahmen aus dem Teich zu uns gekrabbelt ist. Christian rettet ihn. So kommt der Schorlemer-Molch, nachdem er seine Wikinger-Reise beendet hat, wieder wohlbehalten in die Natur zurück.

Der erste Gast: Ein Schorlemer-Molch

Praxistraining für die zukünftigen Reiseleiter

Am vorletzten Tag werden die Teilnehmer in zwei Gruppe geteilt. Jetzt wird es ernst! Gruppe A muss die Strecke nach Warendorf mit dem Fahrrad vorbereiten. Gruppe B die gleiche Strecke als Wanderung.

Jeder einzelne Teilnehmer muss zusätzlich einen 10-minütigen Vortrag vorbereiten, dessen Inhalt zu den Themen Fauna, Flora, Geschichte oder Kultur der Region informieren soll.

Für die Vorbereitung werden Karten zur Hilfe genommen. GPS ist auch erlaubt. “Wichtig ist die optimale Streckenauswahl und auch das Zeitmanagement”, sagt Martin Antonin. Um 12 Uhr müssen alle auf dem Marktplatz in Warendorf sein.

Bei der Streckenplanung

Christina Schröder, Martin Antonin und ich haben dann am nächsten Tag das Privileg von zwanzig frischgebackenen Wikinger-Reiseleitern durch das wunderschöne Münsterland geführt zu werden. Was für ein Genuss. Wie ansprechend sind die Vorträge? Wie gut fühlen wir uns von der jeweiligen Reiseleitung betreut? Wir erfahren Interessantes über die Stiftskirche, die Bedeutung der Hecken für die Vogelwelt, Genaueres über das Markenzeichen Münsterland, die Zuchthengste von Warendorf und vieles mehr. Das alles beim Wandern bzw. Radfahren in wunderbar grüner Natur und bei herrlich klarer Luft.

Die zukünftigen Reiseleiter beim Praxistraining

 

Nach diesem letzten Prüfungstag der Teilnehmer gibt es dann die offizielle Auszeichnung als Wikinger Reiseleiter/-in. Die Stimmung ist grandios. Alle freuen sich auf ihre “erste Reise” und fühlen sich gut vorbereitet. Zum Abschluss fahren alle Teilnehmer noch nach Hagen, um das Herz von Wikinger-Reisen, die Zentrale, kennen zu lernen.

Wir wünschen allen viel Erfolg und tolle Wikinger-Gruppen!

Eure Frederike

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