Die Rückkehr der Alb-Linse

Die kleine, sehr schmackhafte schwäbische Linse war lange Zeit vom Markt verschwunden. Jetzt ist sie wieder auf der Speisekarte vieler schwäbischen Gasthäuser zu finden. Neben einigen anderen regionalen Produkten, die heute unter dem Label „Biosphären Produkte“ vermarktet werden. Gut und „günschdig“ für hungrige Wanderer. Deshalb auch gleich ein Rezept dazu!

Ein schwäbisches Nationalgericht

Das wird ein Linsenslalat: Gerne auch mit Kotelett vom Alb Lamm
Das wird ein Linsenslalat: Gerne auch mit Kotelett vom Alb Lamm

Kennt ihr ein schwäbisches „Nationalgericht“? Ja klar, die Maultasche. Aber von der soll heute mal nicht die Rede sein. Ein zweites? Ja klar. Linsen mit Spätzle. Ordentlich Kohlenhydrate und dazu die eiweißreiche Hülsenfrucht. Ursprünglich stammt die Linse aus der Türkei und liebt die warme Umgebung.  Bis in die 50er Jahre wurde auch auf der Schwäbischen Alb Linsen praktisch überall kultiviert. Doch auf der Alb ist es nicht gerade südländisch warm, eher „ein Kittel (Jacke) kälter“, wie der Schwabe sagt. Deshalb waren die hiesigen Linsen etwas kleiner und robuster, aber eben auch ganz besonders schmackhaft.

250 Gramm Linsen abwiegen

Hilfe aus Sankt Petersburg

Doch alles kommt wieder. Im Zuge von Slow Food und biologischer Ernährung wurde der Anbau der schmackhaften Sorte wieder interessant. Nur gab es die Linse nicht mehr. Zumindest auf der Alb war kein keimfähiges Saatgut vorhanden, und das obwohl Linsen jahrhundertelang auf der Alb die Hauptmahlzeit schlechthin waren. 

Hilfe kam aus dem fernen Osten. In einer Saatenbank in St. Petersburg war die ursprüngliche Alb Linse in keimfähigen Zustand erhalten. Ganze 700 Linsensamen haben die Schwaben bekommen. Das sind nicht mal 15 Gramm!  Nun hieß es jahrelang aufpäppeln und vermehren. Laut dem Züchter Woldemar Mammel war das eine Versorgung wie auf der Intensivstation.

Die kleine marmorierte Alb Linsen kochen

Ein internationales schwäbisches Rezept

Heute gibt es die Alb Linsen wieder in allen Bioläden und gut sortierten Regionalmärkten. Klein und robust, eignet sich diese nicht nur für die eher breiigen Linsen mit Spätzle, sondern wegen ihrer Festigkeit ganz hervorragend für einen lauwarmen Linsensalat. Hier mein Rezept, international angehaucht wie auch die Bevölkerung der Alb inzwischen.

Ich koche etwa 250 Gramm Linsen (die kleine dunkle marmorierte Sorte) im Wasser ohne Salz, bis sie „Al Dente“ sind. Das dauert etwa 20 Minuten. Danach abgießen und etwas abkühlen lassen. Inzwischen schneide ich Zwiebeln und getrocknete Italienische Tomaten (die Besten vom Neu-Ulmer Wochenmarkt, aber die werdet ihr leider nicht bekommen) klein. Wer hat, zupft aus dem Garten noch etwas Feldsalat. Im Sommer geht auch Ruccola (wächst inzwischen auch auf der Alb) und mischt dies alles unter die Linsen. Linsen brauchen ordentlich Essig! Ich nehme den selbstgemachten aus dem Saft der Bioäpfel unserer Streuobstwiese und als Öl idealerweise steirisches Kürbisöl, das ich jedes Jahr von Wikinger Stammgästen aus Österreich geschenkt bekomme. Dazu schmeckt ein Engel Bier aus Zwiefalten. Wer nicht in Süddeutschland wohnt, kann die Linsen übrigens hier bestellen.

Fertig: Linsensalat geht als Zwischenmalzeit auch ohne“Beilagen“ aber besser ist mit Kartoffeln, Lamm und Bier!

Auf den Geschmack gekommen? Bei unserer Alb Reise, die auch ich leite, sind wir in einem Hotel untergebracht, das vorwiegend regionale Produkte verwendet, eben auch die Alb Linsen. Das Engel-Bier wird nur drei Wanderstunden von der Unterkunft entfernt gebraut und natürlich auch getrunken. Hier geht es zur Alb Reise Hochgenuss. 

Guten Appetit euer Oliver

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