Ein schlechtes Gewissen auf Düne 45 – Reiseleitertraining in Namibia

Die beiden Tage zur Aufarbeitung der Südafrikaschulung verbrachte ich in der Namib – Wüste. Auf dem Kamm der berühmten Düne 45 überkam mich ein kurzer Anflug schlechten Gewissens. Zuhause war es bitterkalt und ich saß bei über 30 Grad in einer der beeindruckensten Naturzonen dieser Erde.

Die Schulung in Windhoek am übernächsten Tag entpuppte sich als größere Herausforderung als gedacht. Seitdem die Regierung Namibias darauf besteht, dass nur Namibier als Reiseleiter tätig sein dürfen, ist das Interesse der einheimischen Reiseleiter an einer Mitarbeit bei Erlebnisreiseveranstaltern wie Wikinger besonders groß. Die Touren sind attraktiv, Wikinger Gäste sind besonders sympathisch und auch die übrigen Rahmenbedingungen stimmen.

Nachdem unser örtlicher Partner bereits eine Vorauswahl getroffen hatte, blieb die Aufgabe aus den verbliebenen 12 Teilnehmern die besten sechs auszuwählen. Kein leichtes Unterfangen, denn die inhaltliche Kompetenz war bei allen gegeben. Auch didaktische Fähigkeiten ließen in den verschiedenen Übungen kaum zu wünschen übrig. Als Auswahlkriterien blieben die sprachliche Kompetenz und vor allem die emotionale Professionalität, also die Fähigkeit Daten und Fakten mit Emotionen anzureichern, um unser Ideal eines Reiseleiters, der begeistert, in die Tat umzusetzen. Alle Teilnehmer konnten am Schluß der Fortbildung Ihre Begeisterungsfähigkeit auf einer Stadtführung durch Windhoek unter Beweis stellen. Zu meiner Erleichterung entwickelte sich während dieser 4 -stündigen Probetour ein deutliches Bild. Sechs Teilnehmer konnten für Wikinger Reisen gewonnen werden. Die übrigen sechs Teilnehmer wissen nun, dass sie ebenfalls sehr gute Reiseleiter sind, auch wenn ihre Kernkompetenz nicht im Bereich erlebnisorientierter Wanderreisen liegt.

Zurück in Deutschland bleiben zwei Bürotage, um den Kollegen und Kolleginnen der Afrika-Abteilung über meine Erfahrungen zu berichten. Danach geht es zur nächsten Reiseleiterausbildung, diesmal nach Jordanien.

Christian Schröder

Kommentare

  1. Ich sehe Wouter Verster bei der Reiseleiterschulung. Ich hoffe, er war nicht bei denen, die für Wikinger Reisen gewonnen wurden. Denn er war wirklich ein schlechter Reiseleiter im letzten Sommer
    U.Goldschmidt-Esch

    1. Liebe Frau Goldschmidt-Esch,
      ein Thema unserer Reiseleiter – Fortbildungen ist die Reflexion von Situationen, die nicht so gut gelaufen sind. Es obliegt dem Reiseleiter darzulegen, dass er verstanden hat wie er in Zukunft mit einer derartigen Situation umgehen muss. So habe ich die Gelegenheit in Namibia genutzt, mich mit Wouter ausführlich zu unterhalten. Dabei habe ich den Eidnruck gewonnen, dass er seine bisherigen Reiseleitungen, insbesondere die Dinge, die nicht so gut gelaufen sind, intensiv reflektiert hat. Und da wir bei Wikinger Reisen der Ansicht sind, dass jeder Mensch eine zweite Chance verdient hat, bin ich sicher, dass er diese auch zum Vorteil aller nutzen wird.

      Christian Schröder

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