Eine blau-weiße Farbsymphonie: Inselhüpfen auf den Kykladen

Bei der Suche nach meinem Urlaubsziel für den Frühherbst habe ich es mir nicht leicht gemacht. Wie wäre es mit Marokko? Oder vielleicht Ibiza? Nochmal kurz in die Sonne, während zuhause bereits die nasskühle Jahreszeit beginnt. Gutes Essen sollte es geben und am besten irgendwo ans Meer! Der Reisefinder spuckt eine Radreise auf den Kykladen aus. Warum bin ich da eigentlich nicht direkt drauf gekommen? Griechische Gaumenfreuden, Meer soweit das Auge reicht und die Möglichkeit drei verschiedene Inseln auf die sportliche Art bei mediterranem Klima zu entdecken.

Fantastischer Ausblick auf Santorin
Fantastischer Ausblick auf Santorin

Kalimera Santorin!

Nach einer ziemlich kurzen Nacht landete ich bereits am Vormittag auf der Vulkaninsel. Ich konnte es kaum fassen, nach Santorin wollte ich schon immer einmal. Zuvor hatte ich die unterschiedlichsten Meinungen über die Insel gehört und wollte mir mein eigenes Bild machen, daher wurde der Nachmittag genutzt, die Gassen der Hauptstadt Fira zu erkunden. Weiß und Blau soweit das Auge reicht, zwischendurch vervollständigt die blühende Bourgainvillea das Bild. Man muss nur lang genug laufen und die eine oder andere verwinkelte Gasse nehmen, um die zahlreichen Tages-Touristen hinter sich zu lassen.

Kapelle in Fira auf Santorini
Kapelle in Fira auf Santorini

Auf nach Paros!

Am nächsten Morgen trafen wir dann auch auf die Nachzügler aus Frankfurt, die erst spät auf Santorin gelandet waren. Nach einer kurzen Begrüßungsrunde machten wir uns auf den Weg zum Hafen, von wo aus wir die Weiterreise nach Paros antraten. Voller Vorfreude auf die nächsten zwei Wochen, fuhren wir vorbei an Santorins Kraterrand und genossen den Blick auf die Insel.

Pünktlich zum Sonnenuntergang trafen wir auf Paros ein, unser Zuhause für die nächsten Tage. Kurz die Koffer abstellen, dann ab in die Taverne: Unser erstes gemeinsames Gruppen-Abendessen mit unseren Reiseleitern David und Sabrina. Ob Souvlaki oder gefüllte Paprika, allesamt erfreuten wir uns an der griechischen Küche. Das ein oder andere Yamas folgte. Kein Zweifel, an guter Gesellschaft und Unterhaltung würde es die nächsten zwei Wochen nicht fehlen!

Ankunft in Paros
Ankunft in Paros

Auf die Räder, fertig, los!

Nach einem ausgiebigen Frühstück war es dann endlich so weit. Wir schwangen uns in den Sattel und brachen auf unsere erste Tour auf. Die Einstiegstour führte uns auf nur 30 km nach Parikia, dem Hauptort der Insel. Wir ließen uns von den verschlungenen Gassen der Stadt mit ihren weißen Häusern, blauen Fensterläden und den gelegentlichen Pink der Bourgainvillea in ihren Bann ziehen. Weiter ging´s per Rad zum Kolimbithres Strand. Zeit für eine Erfrischung.

Inselumrundung

Am darauffolgenden Tag wurde unsere Sportlichkeit auf die Probe gestellt. Die Umrundung der Insel brachte zwar wenige Höhenmeter mit sich, bei starkem Gegenwind kam uns aber selbst der kleinste Hügel wie ein Gebirgsmassiv vor. Der Mittagsimbiss und die anschließende Badepause entschädigten uns für alle Strapazen.

Die kleinste Insel der Agäis!

Unser nächstes Tagesziel war Antiparos. Wer sich sportlich verausgaben wollte konnte die Strecke ab dem Hotel fahren, wobei eine kurze „Rampe“ mit einer Steigung von 20 Prozent zu bewältigen war. Alternativ konnte der erste Teil mit dem Bus gefahren werden. Spätestens jetzt lernten wir, dass die sogenannten Rampen uns fortan häufiger unterkommen würden. Kurze Zeit später trafen die „Rampensäue“ hechelnd beim Rest der Gruppe ein. Zur Belohnung gab es eine herrliche Abfahrt bis zur Fähre nach Antiparos. Auf Antiparos meisterten wir die nächsten Rampen und erreichten schließlich eine hübsche Tropfsteinhöhle.

Nächstes Ziel: Antiparos
Nächstes Ziel: Antiparos

Der Antennenberg 

Getreu dem Motto „man wächst mit seinen Herausforderungen“ schwangen wir uns auf die Räder, um den „Antennenberg“, den höchsten Berg von Paros zu erradeln. Trotz des gelegentlichen Fluchens des einen oder anderen, kamen am Ende alle glücklich und zufrieden am Gipfel des Berges an.

Inselhüpfen auf den Kykladen
Gruppenfoto am Gipfel des Berges

Um unseren Energiehaushalt wiederaufzufrischen, gönnten wir uns hausgemachte Meze und genossen den Blick auf Lefkes, die ehemalige Hauptstadt der Insel.

Bis zum nächsten Mal Paros – Hallo Naxos

Mit der Fähre brachen wir zum zweiten Teil unserer Kykladen-Reise auf und bezogen unser schönes Gruppenhotel auf Naxos. Vom Hotelpool aus ergab sich ein toller Blick auf das Meer und bis zum Antennenberg auf Paros.

Zur Eingewöhnung starteten wir am Folgetag mit wahrem Genussradeln auf der überraschend grünen Insel Naxos. Die Fahrt entlang malerischer Buchten lud zum Träumen ein. Am Nachmittag blieb genügend Zeit, um am Strand zu entspannen und die spätsommerliche Wärme des Mittelmeeres zu genießen.

Ausblick aufs Meer
Ausblick aufs Meer
Die grüne Insel Naxos

Unsere nächste Tour begann mit einem moderaten Anstieg und führte uns anschließend durch die Tragea Ebene. Unser erstes Ziel des Tages war der marmorne Jüngling „Kouros von Melanes“ aus der Zeit um 700 – 600 v. Chr.. Der Kouros ist unvollendet und wurde nicht verwendet, da seine Füße beim Transport abbrachen. Mittags kehrten wir in Chalki ein, der ehemaligen Hauptstadt der Insel Naxos.

Die Königsetappe

Das Beste kommt bekanntlich zum Schluss: An unserem letzten Tag auf Naxos erwartete uns die Königsetappe. Wieder einmal stellte David uns vor die Wahl: entweder ab dem Hotel per Rad bei einer Gesamtlänge von ca. 90 km auf 1300 Höhenmetern oder das erste Stück mit dem Bus mit insgesamt ca. 750 Höhenmetern. Etwa die Hälfte der Gruppe entschied sich für Variante 1 und der andere Teil für die verkürzte Version. Man kann schon sagen, dass wir an unsere Grenzen kamen! Trotzdem war die Fahrt durch die Berge und die anschließende Abfahrt zum Küstenstädtchen Apollonas ein atemberaubendes Erlebnis – und das in gleich doppelter Hinsicht. Eine kurze Badepause und das Mittagessen in Apollonas hatten wir uns mehr als verdient. Danach folgte der „oh nein“-Streckenabschnitt, denn nach jeder Linkskurve kam ein neuer Hügel zum Vorschein. Nicht zuletzt auf der Selbstfindungsstrecke konnte jeder sein eigenes Tempo fahrend, seinen Gedanken nachhängen und die Aussichten genießen. Zum krönenden Abschluss besuchten wir eine Olivenpresse und probierten diverse Köstlichkeiten, unter anderen „the best cake oft the universe“.

Inselhüpfen auf den Kykladen
Radetappe auf Naxos
Inselhüpfen auf den Kykladen
Blick auf den Strand von Apollonas

Zurück nach Santorin

Von unseren Rädern mussten wir uns zwar schon verabschieden, das Ende der Reise war jedoch noch nicht ganz erreicht. Was noch auf uns wartete, war ein absolutes Highlight und definitiv der krönende Abschluss unserer zweiwöchigen Tour. Nachdem wir Santorin erreicht hatten und uns auf dem Weg zum Abendessen machten, wartete eine besondere Überraschung auf uns: Ein Sonnenuntergang der Extraklasse.

Ein Sonnenuntergang der Extraklasse
Ein Sonnenuntergang der Extraklasse auf Santorin

An unserem letzten Tag schnürten wir die Wanderstiefel. Per Pedes ging es entlang des Kraterrandes von unserem Standort Karterados bis zum Küstendorf Oía an der nordwestlichen Spitze der Agäisinsel. Ob man überhaupt von Wanderung sprechen kann sei hier einmal dahingestellt, denn die leidenschaftlichen Hobbyfotografen unter uns, mussten alle paar Metern ein neues Foto knipsen. Man kann es uns nicht verübeln, denn die Aussichten vom Kraterrand auf das von der Sonne glitzernde Meer und die umliegenden weißen Häuschen mit ihren bunten Türen sind einfach beeindruckend. Das Ziel unserer Wanderung war der berühmt berüchtigte Foto-Spot: die drei blauen Kapellen vor dem tiefblauen Meer, die sich im Vordergrund des Meeres abzeichnen.

Atemberaubende Aussicht auf das Meer und die weißen Häuschen
Atemberaubende Aussicht auf das Meer und die weißen Häuschen
Inselhüpfen auf den Kykladen
Ein gelungener Abschluss auf Santorin

Radfahrspaß in abwechslungsreichen Landschaften, Zeit zum Baden im Meer, gutes Essen in urigen Tavernen und der Komfort von wenigen Standortwechseln. Santorin, eine Insel die ich schon seit langem einmal besuchen wollte. Genau diese Kombination hat für mich das Kykladen-Inselhüpfen so besonders gemacht.

Inselhüpfen auf den Kykladen:
–> Hier geht’s direkte zur passenden Reise

Jetzt stellt sich nur noch die Frage, wo es als nächstes hingeht…

Eure Leah

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