Elba und Mallorca: Zwei Geheimtipps für Wanderer

Es ist Ende Mai und langsam beginnt für mich die Sommersaison. Das ist eine gute Gelegenheit, mal auf die Frühjahrs-Reisen zurück zu schauen. Wie wäre es heute mit zwei jüngst getesteten Empfehlungen für Reisen ans Mittelmeer?

Im Rahmen meiner Sondergruppen-Touren habe ich dieses Jahr zwei Ziele erstmalig ins Programm aufgenommen: Das eine ist die wunderschöne Insel Elba, und das andere der wilde Nordosten des mir sonst gut bekannten Mallorca.

Marciana Marina
Am Hafen von Marciana Marina

Elba: schon lange auf dem Zettel!

Fangen wir mit Elba an. Die Insel war mir von zwei privaten Reisen bekannt. Deshalb wollte ich unbedingt eine Wanderreise dorthin anbieten. Im Rahmen meiner Wikinger-Sondergruppen-Touren war es dann in diesem Frühjahr soweit.

Was begeistert mich besonders an dieser Insel? Elba ist recht klein und überschaubar. Trotzdem ist die Insel landschaftlich sehr vielfältig. Ein Wunder, dass sie bisher in Wanderkreisen noch nicht zu den Top-Zielen zählt. Es gibt weite Wälder, große Macchia-Flächen, weitere Sandbuchten, Steilküste und weit ins Meer hinausragende Halbinseln. Die wuchtigen Berge nicht zu vergessen!

Zum größten Teil besteht Elbe aus Granit. Das gibt ihr im Vergleich zu den meisten anderen Mittelmeer-Regionen völlig andere Landschaftsformen. Große abgerundete Felsen stehen überall in der Landschaft.

Elba: Licht und Schatten
Uralte Kiefern – Licht und Schatten

Ursprünglichkeit ist ihr Markenzeichen

Elba ist nicht zersiedelt, und das unterscheidet sie besonders von vielen anderen Urlaubszielen. Die alten Dörfer und Städte sind immer noch sehr kompakt. Zwischen den Orten findet sich Natur pur. Nur sehr selten findet man hier einzelne Gehöfte oder Ferienhäuser in der freien Landschaft. Geht man auf Elba wandern, fühlt man sich der Natur dadurch sehr nahe.

Elba wartet mit tollen Küstenwanderungen auf. Von einer Bucht in die nächste geht es oft über spektakuläre Pfade. Viele dieser Buchten bieten reizvolle Strandbars für den nachmittäglichen Kaffee oder den abendlichen Sundowner.

Berge aus Granit
Berge aus Granit

Kleine Insel – unerwartet gebirgig!

Aber es gibt auch viele reizvolle Höhenwege. Immerhin ragt die Insel bis über 1000 m aus dem Meer. Auf den Hochflächen, über die Berge und durch tiefe Schluchten ist ein Wanderwegenetz mit viel Gefühl angelegt worden. So wandert man oft auf schmalen, naturnahen Pfaden, und muss nur selten auf Nebenstraßen oder Feldwege ausweichen.

Die traditionsreichen Dörfer im Gebirge haben ihren Charme erhalten. Von atmosphärischen Aussichtsterrassen blickt man über den Tellerrand hinweg oft weit aufs Meer hinaus. Blicke schweifen zum Apennin auf dem Festland Italiens – oder in die andere Richtung nach Korsika, das im Frühjahr oft noch schneebedeckt ist.

Der Eisenhafen: Portoferraio
Der Eisenhafen: Portoferraio

Portoferraio: Das Flair der Toskana

Die Hauptstadt Elbas, Portoferraio, passt wunderbar mit der übrigen Insel zusammen. Auch sie hat ihre mittelalterliche Struktur erhalten. Über dem alten Hafen thront eine mächtige Festung, von den Herrschern der Toskana erbaut. Vom kleinen Fischerboot bis zum großen Segler sind hier die unterschiedlichsten Schiffe zu Hause.Die Stadt ist mit dem Inland gut durch Buslinien verbunden, sodass an freien Tagen auch individuelle Touren leicht möglich sind.

Das wilde Ende Mallorcas
Der Nordosten: Das wilde Ende Mallorcas

Felsküste, Buchten und Halbinseln

Anders, aber nicht weniger schön, wirkt der Nordosten Mallorcas. Diese Insel ist als Wanderinsel schon lange bekannt. Die meisten Wanderer jedoch sind im Nordwesten, in der Sierra Tramuntana, unterwegs. Der Nordosten Mallorcas rund um Artá, Cala Ratjada und Capdepera ist bei Wanderern viel weniger bekannt.

Auch diese Region ist bergig und wild. Als Standort wählten wir das verträumte Tal von Canyamel. Unser Hotel lag nahe am Strand. Schöne Küstenwanderungen ziehen sich in beide Richtungen – nach Norden nach Cala Ratjada, und nach Süden Richtung Costa de los Pinos sowie um Cala Figuera.

Felsen und Meer
Mallorca: Felsen und Meer

Das wilde Ende Mallorcas

Aber auch richtige Bergwanderungen standen auf dem Programm. Der Naturpark Sierra de Levant war mehrfach unser Ziel. Hier ist die Landschaft geformt aus zerklüfteten Kalkfelsen, skurrilen Steineichen, zerfurchten Aleppo-Kiefern und duftenden Macchia-Gewächsen.

Gleichzeitig wundert man sich, dass die Region bei Wanderern so wenig bekannt ist – bietet sie doch alles, was das Herz des Naturliebhabers höher schlagen lässt. Und nach der Tour locken auch hier urige Fincas oder lauschige Strandbars.

Farben des Frühlings in der Macchia
Farben des Frühlings in der Macchia

Wohin im nächsten Jahr?

Wer also noch auf der Suche nach zwei attraktiven Mittelmeerzielen für die nächste Wanderreise ist, dem seien Elba und der Nordosten Mallorcas wärmstens empfohlen!

Auch ich werde im nächsten Jahr wieder eine dieser beiden Touren in mein Programm einbauen, und zwar Elba. Vielleicht sehen wir uns dann ja dort … ?

Habt Ihr auch Tipps für attraktive Wandergebiete am Mittelmeer? Ich freue mich über jede Empfehlung!

Es grüßt …

… Euer Andreas

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