Flexibel wandern am Gardasee

Auf der Suche nach aktiver Erholung sollte die Reise für mich dieses Mal an einen der attraktiven Seen in Norditalien gehen, und so war das Angebot von Wikinger Reisen – flexibel Wandern am Gardasee – für mich genau das Richtige. Am Samstag, den 3. Juni ging mein Flug morgens zunächst nach Mailand. Mit dem Zug setzte ich meine Fahrt nach Rovereto fort und traf dort am frühen Abend auf unsere buntgemischte Gruppe von 19 Reisenden. Gemeinsam fuhren wir nun circa eine Stunde mit dem Bus nach Tremosine, unserem Standort für die nächsten acht Tage in 600 Metern über dem Gardasee. Bei Bezug unserer Zimmer mit Balkon wurden wir sofort beeindruckt vom weiten Blick über den 52 Kilometer langen Gardasee.

Flexibel wandern- das ermöglichten uns in den nächsten Tagen unsere beiden kundigen und fürsorglichen Reiseleiter Barbara und Mario. Ganz nach Gusto konnte jeder Teilnehmer sich für Wanderungen der

Hotel Le Balze

Schwierigkeitsgrade von ein bis zwei oder zwei bis drei Stiefeln entscheiden. Unser Hotel „Le Balze“ (zu Deutsch: „Felsvorsprung“) verloren wir von fast allen Wanderwegen aus kaum aus den Augen.

 

Der zweite Tag, erster Wandertag – für mich sollte es zum Einstieg eine einfache Tour sein –, begrüßt uns leider mit Regen. Doch der soll uns die Laune nicht verderben. Über wenig Asphalt und Waldwege geht es nach einem Abstieg ins Tal über Voltina und Ustecchio nach Pieve, einen netten kleinen Ort mit Gässchen und wieder tollem Blick auf den Gardasee. Wir gönnen uns Zeit für einen Kaffee und freuen uns, dass Sonne und Wärme sich ihren Weg bahnen. In Vesio dann treffen wir auf die andere Gruppe, genehmigen uns kurz ein Eis und setzen unsere Wanderung zum Hotel fort. Ein bisschen Zeit bleibt, bevor die gesamte Gruppe sich zum ersten Abendessen im großen Speisesaal trifft und ein leckeres Drei-Gang-Menü genießt.

Dritter Tag: Angesagt sind Gewitter und Hagel und nicht umsonst heißt die Reise flexibel wandern; wir passen unser Programm an; die 2 – 3 Stiefel-Wanderung muss ausfallen. Wir fahren nach Torbole und wandern von dort aus zunächst am Ufer entlang, dann über viele Stufen durch Waldgebiet steil hinauf auf den Monte Brione. Kurz vorm Ziel zeugen eine Reihe ausgedienter Bunker von der Zeit des ersten Weltkriegs. Unsere Mühe des Aufstiegs wird wieder belohnt mit einem fantastischen Blick auf den Gardasee und Riva. Dorthin steigen wir nun durch Waldgebiet und wenig Asphalt ab, kehren ein in eine Gelateria und bummeln durch seine Gässchen, bevor uns unser stets zuverlässiger Fahrer Miki in unser Hotel bringt. Wie immer, bekommen wir ein üppiges Abendessen und heute danach sogar noch eine Grappa-Verkostung.

Vierter Tag: Heute ist jeder frei zu tun, was er möchte. Es ist Wochenmarkt in Limone. Zu dritt nehmen wir den Hotelshuttle dorthin, bestaunen insbesondere das große Lederwarenangebot und beschließen dann, mit einem der regelmäßig verkehrenden Bötchen überzusetzen nach Melcesine, einem anmutigen Städtchen auf der anderen Seeseite, dass nicht nur einen Bummel sondern auch ein kleines Besuchsprogramm der mittelalterlichen Skaligerburg (die heute ein Museum beheimatet) und der Dorfkirche aus dem 18. Jahrhundert für uns bereithält. Zum Abschluss des Tages noch ein paar Runden im Hotelbad, bevor wir uns alle wieder zum Abendessen treffen.

Fünfter Tag: Nach einer Busfahrt nach Tignale wandern wir von Prabione durch die dschungelartige Schlucht des San Michele. Vorbei an Pregasio geht es nach Pieve, wo die Wanderung in einer Bar 300 Meter steil über dem Gardasee auf der „Schauderterrasse“ 500 Meter über dem Gardasee endet. Nach einer kurzen Verschnaufpause bringt uns der Bus zurück zum Hotel.

Sechster Tag: Vom Hotel aus wandern wir auf gerölligem Weg hinauf ins Hinterland zur Bocca Sospiri. Eifrig geht es weiter zur bewirtschafteten Berghütte am Passo Nota mit eigener Landwirtschaft. Mit leichter Stärkung wandern wir über Schotter und Asphalt bergab zum kleinen Nachbarn des Gardasees, dem Ledro-See, der die Mutigen von uns zu einem erfrischenden Bad einlädt.

Den vorletzten Tag lassen wir gemütlich ausklingen. Eine schöne einfache letzte Wanderung führt uns vom Zentrum von Limone entlang der ehemaligen Zitronengärten, die der Stadt ihren Namen gaben, zum Landzipfel, der uns einen Blick bis Torbole ermöglicht.

Für mich war diese Tour zum flexibel wandern genau die richtige Wahl, eine gelungene Entspannung für Körper und Kopf.

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