Grönland Tagebuch: Die Narwale sind da!

Grönland Tagebuch.

“Die Narwale sind da!” hallt es über den Platz. Wir rennen alle auf den nächsten Hügel, von dem wir einen guten Blick über den Kong Oscar Fjord haben. Und wirklich aus dem Hafen kommen einige Jägerboote mit hoher Geschwindigkeit gefahren. Aus der Nachbarbuchten kommen weitere Boote. Alle scheinen die andere Seite des Fjords anzusteuern. Langsam verteilen sich die Boote wieder im Fjord. Sie freuen sich über das Erscheinen der Narwale. Etwa 20 Narwale sind in den Fjord gekommen, wie wir mit den Ferngläsern erkennen können. Ein wirkliches Erlebnis.

Die letzten Tage waren gefüllt von neuen Erlebnissen hier in Ost-Grönland.

Unendliche Weite, die tief eingeschnittenen Fjord-Landschaften und die zerklüfteten Bergketten bieten uns eine faszinierende Kulisse bei unseren Erkundungen. Als ganz besonders empfinde ich immer wieder die Farbspiele des Lichts. Jeder Moment ist anders. Früh am Morgen das leicht fahle Licht, dann gegen Mittag ein Licht, das jeden See in einen Spiegel verwandelt. Das matte Abendlicht verzaubert Wolken und Gipfel mit Nuancen in rot, orange, rosa und manchmal auch orange. Solche Lichtspiele finden sich nur hier in der Grönländischen Arktis.

Einer der ruhigen Momente auf Robben & Wal Safari in Ost Grönland.
Einer der ruhigen Momente auf Robben & Wal Safari in Ost Grönland.

Den besonderen Reiz hier in Ammassalik machen die Menschen aus.

“Unsere Vorväter konnten die Worte nicht in Strichen verstecken wie später die weißen Männer. Sie erzählten nur, die Menschen, die damals lebten. Sie erzählten von vielen Dingen. Und darum sind wir nicht unwissend. Damals, vor langer, langer Zeit, als die Erde entstehen sollte, stürzte sie von oben herab. Erde, Felsen und Steine, hoch vom Himmel hernieder. Und dann kamen die Menschen. Kleine Kinder kamen aus der Erde heraus, aus Weidenbüschen, und sie lagen darunter mit geschlossenen Augen und zappelten; denn sie konnten nicht einmal krabbeln. Ihre Nahrung bekamen sie von der Erde.” – genauso faszinierend, wie dieser Entstehungsmythos, sind die Geschichten und das Leben auch heute noch.

Blick vom Ymers Berg in das Tal zum Sermilik Fjord - ein Platz zum Träumen.
Blick vom Ymers Berg in das Tal zum Sermilik Fjord – ein Platz zum Träumen.

Wo schläft der Eskimos im Sommer?

Im Kindergarten und vielen Büchern lernen wir früh, dass am Nordpol und in Grönland die Eskimos  leben. Diese wohnen dort in einer ewigen Schnee & Eislandschaft. Ihr Zuhause ist ein Iglu.

Irgendwann wissen wir dann, dass direkt am Nordpol keine Menschen wohnen. Aber in Grönland, in der arktischen Weite, da wohnen noch heute Eskimos. Diese bauen ihre Iglus, wie eh & je aus Eis und Schnee. Diese Bauweise haben findige Skandinavier in Lappland kopiert. So findet sich in Schwedisch Lappland das Eishotel bei Jukkasjärvi (wir besuchen es auf der Winterreise Wintermärchen am Polarkreis). Und die Eskimos in Grönland? Leben die wirklich das ganze Jahr in solchen Eis & Schneebauten?

Die Eskimos nennen sich heute Inuit. Der Begriff Eskimo wird als abwertend empfunden. Er stammt nicht von den indigenen Völkern selber, sondern wurde wahrscheinlich von frühen Forschern geprägt. In vielen der Sprachen dieses Großraums bedeutet “Inuit” ganz einfach “Mensch”.

Blick in den Ort Tasiilaq am arktischen Fjord. Bild von Marion Dietzel
Blick in den Ort Tasiilaq am arktischen Fjord.
Bild von Marion Dietzel

Die Inuit Ost-Grönlands leben heute in verschiedenen Dörfern.

Diese Dörfer befinden sich an traditionellen Siedlungsplätzen. Im hohen Norden früher in Iglus, dann auch in den Boden eingegrabenen Torfhäusern und heute überall in kleinen Häusern, die bunt eine Dorfgemeinschaft bilden. Diese verschieden farbigen Häuser stehen ganz pittoresk in der atemberaubenden Fjord-Landschaft der Arktis.

Einer der großen zeitgenössischen Fotographen Islands, Ragnar Axelson, beschreibt anschaulich, wie es bei den Inuit zugeht: “Drinnen im warmen Haus der Inuit werden Robben gehäutet, Felle gereinigt, Vögel gerupft. Lautes Lachen ertönt zu den Geschichten über Helden, Stürme und die Jagd, dazu der dumpfe Schlag der Trommel. alles wirkt wie aus einem Bilderbuch.”

Werden wir nun unter den trocknenden Robbenfellen in einem dieser Häuser schlafen? Was erwartet uns auf einer Reise nach Ost-Grönland?

Klar, auf Wunsch können wir auch bei einer Inuit Familie für einige Nächte übernachten. Auf unseren regulären Katalogreisen jedoch wohnen wir mit unserer Reisegruppe im Gästehaus oder Hotel oder auch im Zelt.

 

Aufenthaltsraum im DAS ROTE HAUS
Grandiose Aussichten vom Roten Haus auf den König Oscar Fjord.
Bild von Marion Dietzel.

Etwas ganz besonderes ist unsere Hotelreise ins DAS ROTE HAUS. Wir sind zu Gast bei dem Extrem-Bergsteiger Robert Peroni. Er wurde international bekannt durch seine Erstdurchquerung des grönländischen Inlandeises an seiner breitesten Stelle. Und für uns hat Robert viele Geschichten & Anekdoten.

Aktiv im Land der Inuit

Teilansicht des Roten Hauses Bild von Marion Dietzel
Teilansicht des Roten Hauses
Bild von Marion Dietzel

Und für diejenigen, die an der echten Wildnis von Ost-Grönland interessiert sind, bieten wir Reisen im Zelt an.

Zum Beispiel: Wildnistrekking im Land des ewigen Eises

Euer Tobias

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