Lebensfreude pur: Kuba geht unter die Haut…

Kuba! Dieses faszinierende Land wollte ich unbedingt noch zu Lebzeiten Fidel Castros bereisen und bevor die westlichen Einflüsse zunehmen und das Land sich verändert. Im November diesen Jahres war es endlich soweit: mit Condor in knapp 10 Stunden nonstop nach Holguin…

Nach der Ankunft im „wilden Osten“ machten wir zunächst erstmal Bekanntschaft mit der bürokratischen Genauigkeit der Kubaner. Schlange stehen vor der Passkontrolle. Pass und Gesicht jedes Einzelnen wurden genau abgeglichen, um dann endlich den Einreisestempel auf der Touristenkarte zu bekommen. Nächste Schlange am Gepäckband. Wenigstens bot sich beim gespannten Hin- und Herlaufen zwischen den beiden Gepäckbändern eine Möglichkeit sich schonmal die Beine zu vertreten. Super, mein Koffer hat es auch geschafft. Aber jetzt sollte es doch endlich losgehen…

Draußen treffen wir auf unseren Reiseleiter Thomas Frischmuth. Er empfiehlt uns möglichst noch am Flughafen Geld einzutauschen. Während der Reise gibt es nicht immer eine Gelegenheit dazu. Ich ahne es schon … die nächste Schlange … vor dem Geldwechselschalter. Mittlerweile habe ich gelernt, dass die Uhren hier in Kuba einfach anders gehen.

Als auch das geschafft und die Gruppe beisammen ist, kann es endlich losgehen ins erste Hotel: das Hotel Mirador de Mayabe in Holguin. Schade, dass es schon dunkel ist. Wir sind schon ganz gespannt und hätten während der Fahrt gerne schon etwas von der Landschaft gesehen.

Umso neugieriger bin ich am nächsten Morgen. Der Himmel ist bewölkt, die Luft feucht, aber der Ausblick von der Hotelanlage wunderschön. Natur pur! Auf dem Weg zum Frühstück begrüßt uns ein Hotelangestellter mit einer Hibiskusblüte und kleinen kubanischen Kunstwerken aus Palmblättern.

Die Natur der Insel hat mich auf dieser Reise besonders fasziniert. Mein persönliches Highlight war die Wanderung in der Sierra Maestra zur Commandancia de la Plata, auf den Spuren Fidels und Ches. Hierhin haben sich die Truppen Fidel Castros während der Revolution zurückgezogen. Zunächst begeben wir uns auf eine abenteuerliche Fahrt zum Wandereinstieg. Mit 4×4 Fahrzeugen geht es die steilste Straße Kubas, 5 km lang und 750 Höhenmeter hoch. Wahnsinn! Dann wandern wir los. Unterwegs schlafender Hibiskus, Bromelien, die an den Bäumen kleben, Riesenfarne und ein Tocororo. Keine einheimische Pflanze, sondern der Nationalvogel Kubas in den Farben Rot, Blau und Weiß.

Nach einigen kleineren steilen Anstiegen erreichen wir Fidels Unterkunft. Die Hütten sind im dichten Grün gut versteckt und waren so für damalige Angreifer schwer auszumachen. Fidels Hütte war für damalige Zeiten schon gut ausgestattet – mit einem schwedischen Kühlschrank. Wir besichtigen noch einen Museumsraum, die Küchenhütte, das Pressehaus und das Hospital, wo Che Guevara, als Arzt praktizierte.

Vor Fidels Hütte
Vor Fidels Hütte in Kuba

Auf dem Rückweg machen wir Pause bei Bauern, die die Rebellen gedeckt haben und auch heute noch dort leben. Es gibt Ingwertee und frische Orangen, herrlich!

Der Geschichte von Kuba begegnen wir immer wieder, denn ein weiteres wichtiges Thema ist mit Kuba verknüpft: Zuckerrohr. Mit Zuckerrohr verbindet die Kubaner eine Hassliebe. Auf der einen Seite ist es immer noch ein wichtiges Exportgut und bietet viele Arbeitsplätze, auf der anderen Seite ist diese Monokultur nicht förderlich für die Entwicklung des Landes. Weite Teile der Landschaft sind von Zuckerrohrfeldern geprägt. Wir treffen einen Bauern und er lässt uns ein Stück dieser süßen Pflanze testen. Zuckersüß!

Auf dem Weg nach Trinidad fahren wir durch Valle de los Ingenios, das Tal der Zuckerrohrmühlen. Seit 1988 als Weltkulturerbe anerkannt. Wir halten am Torre de Iznaga, dem ehemaligen Sklaventurm. Er diente der Überwachung der Sklaven auf den Zuckerrohrfeldern. 50 m hoch mit 7 Etagen ist er heute ein Mahnmal. Von oben genießen wir den fantastischen Blick ins Tal.

Weiter geht es nach Trinidad, eines meiner absoluten Highlights auf dieser 2-wöchigen Reise. Die Stadt liegt an der Südküste Kubas, eingebettet zwischen den Bergen der Sierra Escambray. Hier gibt es Kolonialbauten in den für Kuba bekannten bunten Farben. In der Vergangenheit wohnten hier die Zuckerbarone. Ein Gebäude ist schöner als das andere. Wir schlendern durch die Gassen mit Kopfsteinpflaster, man hört Pferdegetrappel von den Reitern, die durch die Stadt traben und natürlich, wie fast überall in Kuba – Musik. Treffpunkt der Einheimischen ist die Plaza Mayor. Hier befindet sich das Casa de la Trova, wo regelmäßig Musiker spielen, Bars, wo wir uns am Abend erstmal an einem Mojito erfreuen. Wir setzen uns auf die große Treppe am Plaza Mayor, schauen dem regen Treiben zu und lauschen den Klängen der Salsa-Band, die dort im Freien spielt. Um den Platz in den schmalen Gassen gibt es auch ein paar kleine Galerien, die kubanische Künstler ausstellen und ein paar Geschäfte, wo ich originelle Mitbringsel erstehe.

Trinidad war mit seiner Atmosphäre eine kleine Zeitreise für mich. Hier ticken die Uhren ein bisschen langsamer. Alle machen einen mehr oder weniger entspannten Eindruck.

In Trindidad wohnen wir übrigens zwei Nächte in Casas Particulares. Das sind Unterkünfte zu Gast bei Einheimischen. So erfährt man nochmal hautnah etwas mehr darüber, wie die Bevölkerung lebt. Ein tolles Erlebnis, das ich nicht missen möchte. Sind Sie neugierig geworden und möchten mehr über diese Reise erfahren? Hier geht es zur Reise 4302 – Havanna, Sehnsucht und Lebensfreude.

Eure Christine

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