Im Luz del Mar auf der Insel des ewigen Frühlings

Kalt, grau und viel zu lange, so präsentierte sich der vergangene Winter. Der Körper  sehnte sich nach Sonne und angenehmen Temperaturen, um die „Akkus“ wieder mit Energie zu füllen. Aus diesem Grund hieß es vom 06.04. – 14.04.2013 Koffer packen und ab in den Frühling nach Teneriffa – das Luz del Mar erwartete uns.

Da es zu diesem Zeitpunkt selbst auf dem südlichen spanischen Festland noch recht kühl war und es in den Bergen Mallorcas sogar schneite, mussten wir noch weiter südlich blicken. Spontan fiel die Entscheidung auf eine schon besuchte und durch ihre Vielfalt überzeugende Insel, Teneriffa!

Anflug auf Teneriffa
Anflug auf Teneriffa

Teneriffa bietet nicht nur das ganze Jahr über warme Temperaturen, sondern kann mit ihrem vielen Mikroklimata entsprechend viel Flora und Fauna aufweisen. Besonders der Norden ist sehr reizvoll für ausgiebige Wanderungen.

Da ich die Insel ein Jahr zuvor schon einmal bereist hatte und von der Vielfalt fasziniert war, musste ich diese Begeisterung einfach teilen und nahm kurzerhand meine Freundin Denia und meine Eltern mit. Die Wahl des Hotels war schnell getroffen, da meine Eltern und ich den guten Service und den hohen Standard des Wikinger-Hotels „Luz del Mar“ ebenfalls noch in bester Erinnerung hatten.

Im Luz del Mar auf Teneriffa

Also hieß es am 06.04.2013 um 05:00 Uhr: Auf in die Sonne! Schon beim Anflug auf die Insel war die Müdigkeit schnell vergessen. Kurz vor Sonnenaufgang durchbrach der mächtige Teide (der höchste Berg Spaniens) die umliegenden Wolken, dieser Anblick war wirklich fantastisch. Nach Ankunft am Flughafen übernahmen wir unseren Mietwagen und fuhren etwa eine Stunde bis zum „Luz del Mar“. Die im Süden noch karge Landschaft verwandelt sich spätestens beim Überqueren des Passes bei Erjos (1117m) in sattes Grün. Mit Wolken sollte man hier schon rechnen und auch die Temperaturen, von knapp 8°Celsius ließen zunächst eher an Deutschland erinnern. Jedoch stiegen diese von Serpentine zu Serpentine bei Abfahrt ins Tal an und so empfing uns das Örtchen Los Silos mit angenehmen 20° Celsius. Mindestens genauso warm und überaus herzlich war auch der Empfang im Hotel. Nach Bezug der Zimmer erkundeten wir die umliegende Landschaft und genossen die wohltuende Sonne.

Wandern am Teide

In den folgenden Tagen haben wir einige Wanderungen gemacht, aber auch das Faulenzen sollte nicht zu kurz kommen, wir waren ja schließlich im Urlaub.

Die für uns wohl anstrengendste, aber auch eine der schönsten Wanderungen, war die „Königsetappe“ hinauf zum Teide: Es hieß an diesem Tag früh aufstehen, um pünktlich am Gipfel zu sein. Nach einem guten Frühstück verstauten wir noch unsere vorher bestellten Lunchpakete und machten uns gegen halb acht auf den Weg in die Cañadas del Teide. Vom Startpunkt aus, dem Parkplatz an der TF-21 (in rund 2.300 m Höhe) ging es die ersten Kilometer recht gemütlich hinauf. Die Sonne hatte noch nicht wirklich Kraft und der doch in dieser Höhe recht starke und vor allem sehr kalte Nordost-Passat wehte uns entgegen.  Wir staunten nicht schlecht, als uns auf etwa 2.600 m Höhe, dieser doch recht unwegsamen Strecke, ein Auto überholte und ein freundliches „Hola“ hinaushallte. Ab etwa 2.800 m ist der „einfache“ Weg zu Ende und es geht auf direktem Weg Richtung Refugio Altavista. Der Weg dorthin verläuft meist über, teilweise sehr gerölligen Serpentinen, hier ist in jedem Fall Trittsicherheit erforderlich. Auch die Intensität der Steigung nimmt deutlich zu und man ist recht froh, das Refugio auf etwa 3.200 m Höhe zu erreichen und eine Pause einlegen zu können. Mit neuen Kräften geht es nun zum „Endspurt“ in Richtung Gipfel. Ab dem Refugio merkte man mit jedem Höhenmeter mehr, dass wir gerade nicht am Strand spazieren, sondern auf dem höchsten Berg Spaniens unterwegs sind. Ein deutliches Zeichen für die zunehmende Höhe und die damit verbundene niedrigere Temperatur waren auch die Schneefelder die nun deutlich zunahmen und wir auf den letzten Metern bis zur Seilbahnstation auf 3.500 m über dicke Firneisplatten klettern mussten. Mitarbeiter des Nationalparks versuchten gerade diese zu beseitigen. Im Nachhinein stellte sich heraus, dass die Besteigung eine Woche vorher, aufgrund der immer noch großen Schneemengen, nicht erlaubt war. Glück gehabt! An der Seilbahnstation angekommen zeigten wir unser Permit und durften die letzten etwa 200 Höhenmeter in Angriff nehmen. Diese 200 Höhenmeter hatten es wirklich in sich, die Steigung nahm nochmals zu und die Luft war nun auch merklich dünn geworden. So schleppten wir uns diese letzten Meter hinauf zum Gipfel.

Der Gipfel Spaniens

Blick vom Pico del Teide
Blick vom Pico del Teide

Platt, aber überglücklich kamen wir nach gut 4 Stunden oben an. Dank der neuen Medien konnten wir meinen Eltern direkt mitteilen: „Viele Grüße vom höchsten Berg Spaniens“. Alles in allem eine sehr schöne Bergtour, welche aber auch Ausdauer und Kondition erfordert. Einige Abschnitte sind für Leute ohne Schwindelfreiheit schwer zu begehen, gerade der letzte Abschnitt zum Gipfel kann unangenehm sein. Eine weitere Wanderung, welche wir noch kurz beschreiben wollen, ist die Durchquerung der Masca-Schlucht von unten nach oben.

Morgens um 09 Uhr empfing uns Wikinger Reiseleiterin Franzi Morawe am Hotel und wir fuhren gemeinsam mit einem Bus Richtung Los Gigantes. Dort hieß es nun umsteigen auf ein Boot, welches uns zum Einstieg in die Masca-Schlucht brachte. Schon die Bootstour ist einfach überwältigend, rechts vom Boot ragen die riesigen Steilklippen fast 600 Meter senkrecht aus dem Wasser.  Am Eingang der Schlucht erklärte uns Franzi noch einige grundlegende Regeln zu Trittsicherheit und Verhalten, dann konnten wir starten. Die Wanderung wird stets von einem kleinen Bach begleitet, welcher sich über Jahrmillionen in den Stein gefressen hat und diese wunderschöne Schlucht entstehen ließ. Immer wieder erklärte Franzi die umliegende Vegetation, die einzelnen Gesteine und Geschichten zum Wassersystem Teneriffas. Nach etwa 3 ½ Stunden erreichten wir das wunderschöne Dorf Masca, welches zum schönsten Dorf Teneriffas ernannt wurde. Auf die einzelnen Eindrücke und Ausblicke gehen wir bewusst nicht ein, da es schlichtweg nicht möglich ist, dieses überwältigende Panorama zu beschreiben. Franzi war stets freundlich und hat die Tour souverän und sicher geleitet. An dieser Stelle nochmals ein Danke.

Masca-Schlucht
Masca-Schlucht

Relaxen im Luz del Mar

Natürlich sind wir während unseres Aufenthaltes nicht nur gewandert. Erholung fanden wir am hoteleigenen Pool oder in der Sauna des Hotels. Als kleiner Geheimtipp empfehlen wir  für „wanderfreie Tage“ den Punta de Teno. Der Leuchtturm (Faro de Teno) am westlichsten Zipfel der Insel ist an sich schon ein beliebtes Ausflugsziel. Es gibt aber weitere versteckte Schönheiten. Für Sonnenhungrige sei gesagt, dass an diesem Ort fast immer die Sonne scheint und trotz der kurzen Anfahrt die Temperaturen dort meist höher sind, als in Los Silos. Stellt man sein Auto auf auf einem der Parkplätze ab und geht links hinunter, erreicht man eine kleine „Privatbucht“, an der sogar Sand zum Vorschein kommt. Hier lässt sich prima die Sonne genießen. Eine frühe Anreise empfiehlt sich, da der Platz auch bei den Einheimischen bekannt und beliebt ist. Besonders am Wochenende sind die kleinen versteckten Buchten und Winkel gut besucht. Für Schnorchelfans ist dieser Ort besonderes empfehlenswert. Geschützt durch eine Mole werden bei Flut viele Fische in das Becken gespült. Außerdem hat man eine herrliche Unterwasser-Sicht.

Leider gingen die Tage auf der Insel viel zu schnell vorbei und man musste, gerade richtig auf der Insel angekommen, wieder die Koffer packen  und zurück in die Heimat. Mich hat Teneriffa mit allen Facetten erneut fasziniert. Sicherlich hat die Insel nun einen weiteren Fan, denn Denia ist auch ganz begeistert von der Vielfalt der Insel vor der Küste Afrikas. Wir werden sicher erneut die Insel und das Hotel, mit ihren netten Einwohnern und Angestellten, besuchen.

Auch hier ein Dank und Gruß an Billy, Erika, Thomas und natürlich an alle weiteren Mitarbeiter. Allen Lesern sei zum Abschluss gesagt, besucht die Insel und lasst euch ebenfalls vom „Inselfieber“ packen und mitreißen.
Viele Grüße Denia und Thomas

Ein Kommentar zu „Im Luz del Mar auf der Insel des ewigen Frühlings“

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