Island – ein Traum wird wahr!

Schon seit einigen Jahren planten mein Papa und ich, gemeinsam zu verreisen. Über das Reiseziel waren wir uns schnell einig. Island sollte es werden – das Land der Elfen und Trolle, der Mythen und Sagen und der besonderen Naturschauspiele.So brachen wir Ende August auf, um an einer unserer Wikinger Wander-Gruppen-Reisen teilzunehmen. Die Erwartungen waren groß und ich kann schon so viel verraten, wir wurden nicht enttäuscht!

Die Anreise – von Düsseldorf nach Keflavik

Mit dem Nachtflug geht es für uns von Düsseldorf nach Keflavik. Am internationalen Flughafen angekommen, begrüßt uns unser Reiseleiter Bernd und bringt uns zum Bus. Wir laufen etwas verschlafen hinter ihm her. Bernd wartet weiter am Flughafen auf den Rest der Gruppe, der nach und nach mit den nächsten Maschinen ankommen soll. Mit den anderen Gästen aus Düsseldorf fahren wir rund eine Stunde bis zu unserem Stadthotel im Reykjavík. Dann heißt es erstmal schlafen.

Schon beim Frühstück am nächsten Morgen versucht man, erste Blicke auf die anderen Reise-Teilnehmer zu erhaschen. Im Bus hat man dann Gewissheit, wer genau die Mitreisenden sind, mit denen man die nächste Woche verbringen wird. Hier lernen wir auch unseren isländischen Busfahrer Beggi kennen, der uns während der gesamten Reise fahren und, wann immer möglich, auch auf den Wanderungen begleiten wird.

Unweit des Hotels  haben wir zunächst die Möglichkeit, uns im Supermarkt mit Verpflegung für den Tag einzudecken. Noch tun wir uns mit der Umrechnung von Isländischen Kronen in Euro etwas schwer, was in Anbetracht des hohen Preisniveaus vielleicht auch besser ist ;-).

Die ersten Highlights!

Zurück im Bus steuern wir das Geothermalgebiet Hengill an, um dort zu unserer ersten Wanderung aufzubrechen. Es folgt eine kurze Vorstellungsrunde.
Erstes Ziel auf unserer Wanderung ist eine Badestelle, an der ein heißer Bach mit einem kalten Bach zusammenfließt und zum Verweilen einlädt. Wir treffen auf andere Wanderer die bereits im angenehm warmen Wasser entspannen und auch Reiter und Mountainbiker kreuzen unseren Weg. Nach einer kurzen Rast schlägt Reiseleiter Bernd vor, noch den Berg Ólkelduhnúkur zu umrunden. Ein Großteil der Gruppe entscheidet sich dafür. Der Weg ist abenteuerlich, es geht steil bergauf und bergab, belohnt aber immer wieder mit wunderschönen Ausblicken.

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Los geht’s!
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Unberührte Natur
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Es qualmt…
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Badestelle

Wieder zurück am Fluss haben wir Möglichkeit, das warme Wasser zu genießen. Nach und nach wandern wir zurück und lassen den Tag in einem kleinen Café am Wanderparkplatz ausklingen. Anschließend geht es zu unserem zweiten Standort nach Hellisholar und unserem Hotel Eyafjällajökull. Beim ersten gemeinsamen Abendessen lernt man die anderen Gruppenteilnehmer kennen und kommt bei leckerem Essen mit den Mitreisenden ins Gespräch.

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Unser Hotel in Hellisholar
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Blick auf den Eyjafjallajökull

Skógafoss-Wasserfall und Heimatmuseum

Der nächste Tag beginnt mit einem reichhaltigen Frühstück im gemütlichen Restaurant unseres Hotels. Anschließend steigen wir gestärkt in den Bus und fahren zu unserem ersten Stopp, dem 63m hohen Skógafoss-Wasserfall. An dessen Fuße leuchtet  stets ein Regenbogen, der einer Legende nach direkt zu einem Schatz unter Wasser führen soll.

Diese Geschichte erzählt uns im Anschluss unser isländischer Guide Alex, der mit viel Charme, Witz und perfektem Deutsch durch das nahgelegene Heimatmuseum führt. Dort lernen wir viel Interessantes über die Geschichte Islands und das harte Leben der Menschen früher und können im Anschluss an die Führung allerlei Überbleibsel aus der Geschichte des Landes bestaunen. Vom alten Fischerboot über antike Bügeleisen bis hin zu den traditionellen kleinen Häusern, die das damalige Leben in verschiedenen Epochen anschaulich darstellen, ist nahezu alles dabei, sogar eine kleine Kirche und ein Schulhaus sind auf dem Freigelände zu finden.

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Der Skógafos
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Am Fuße des Regenbogens befindet sich der Legende nach ein Schatz!

Isländer sind begeisterte Kaffee-Trinker

Nach einer kurzen Mittagspause fährt uns Beggi zur südlichsten Spitze des Landes, dem Kap Dyrhólaey. Dieses ist bekannt für seine Papageientaucher-Kolonie. Leider endet die Brutzeit der drolligen Vögel schon Mitte August, weshalb wir nur noch wenige der Tiere sehen. Bernd baut deshalb spontan einen zusätzlichen Zwischenstopp ein. Wir fahren zum Strand von Reynisfjara, wo wir einen riesigen Basaltfelsen bestaunen können.
Da die Isländer begeisterte Kaffee-Trinker sind, gibt auch an diesem Strand wieder ein schmuckes Café, also entscheiden wir uns für eine kurze Kaffee-Pause.

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Am Kap Dyrhólaey
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Der Basaltfelsen am Strand von Reynisfjara

Auf dem Rückweg zum Hotel besuchen wir einen weiteren Wasserfall, den Seljalandsfoss. Diesen kann man komplett umrunden (nun hat sich auch zum ersten Mal auf der Reise der Kauf meiner Regenhose gelohnt, denn bisher hatten wir super Wetter!). Ein Stück weiter findet man noch einen in einer Höhle versteckten Wasserfall, wunderschön! Im Hotel erwartet uns wie auch am Vorabend ein vielfältiges Buffet, bei dem alle auf ihre Kosten kommen.

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Der Seljalandsfoss
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Ein Hoch auf meine Regenhose!
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Der „versteckte“ Wasserfall

Erkundung des Golden Circle

Nachdem wir am nächsten Morgen unsere Koffer gepackt und ein letztes Frühstück in unserem Hotel in Hellisholar genossen haben, machen wir uns auf, den Golden Circle (auf Isländisch Gullnihringurinn) zu erkunden. Dieser ist eine bekannte und beliebte Reiseroute in Südwest- und Süd-Island. Hier erleben wir gleich drei Highlights: den Gullfoss („goldener Wasserfall“), das Geothermalgebiet Haukadalur und den Ort Thingvellir. Doch der Reihe nach…

Der Gullfoss ist wohl Islands bekanntester Wasserfall und dass er überhaupt noch existiert und öffentlich zugänglich ist, ist einer ganz besonderen Frau zu verdanken. Mit den hier auf Island berühmten Worten: „Ich verkaufe meinen Freund nicht!“ wies Sigríður Tómasdóttir zu Beginn des 19. Jh. das Angebot eines englischen Geschäftsmannes ab, ihr den Wasserfall abzukaufen. Später wollten Investoren den Wasserfall für die Energiegewinnung nutzen und brachten ihn schließlich auch in ihren Besitz. Doch Sigríður Tómasdóttir ließ nicht locker, unternahm häufige und weite Wanderungen in die Hauptstadt um für die Erhaltung des Wasserfalls zu kämpfen und war erfolgreich. Zum Glück! Heute gehört er dem Staat und steht unter Naturschutz.

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Der „Goldene Wasserfall“

Anschließend fahren wir zum Geothermalgebiet Haukadalur mit dem berühmten „Großen Geysir“. Hauptattraktion ist hier die heiße Springquelle „Strokkur“, die ganz zuverlässig etwa alle 7 Minuten eine riesige Fontäne ausspeit.

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Strokkur bricht aus!

Letzter Stopp unserer Fahrt auf dem Golden Circle ist der Nationalpark Thingvellir, wo im Jahre 930 eines der ältesten Parlamente der Welt gegründet wurde. Neben der historischen Bedeutung gibt es hier auch eine geologische Besonderheit, denn an dieser Stelle driften die eurasische und die amerikanische Kontinentalplatte auseinander. Wir durchwandern die Allmännerschlucht bis zum Wasserfall Öxara und befinden uns dabei streng genommen auf einem anderen Kontinent, verrückt.

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In der…
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…Allmännerschlucht

Es folgt die Weiterfahrt zu unserem dritten Standort auf der Halbinsel Snæfellsnes, dem Hotel Stykkisholmur im gleichnamigen Ort.

Für die kommenden beiden Tage beschließt unser Reiseleiter Bernd, das Programm flexibel zu gestalten. Sein Vorschlag: wir richten uns nach dem Wetter. Damit sind wir natürlich alle einverstanden!

Die Halbinsel Snæfellsnes wird auch gerne als „Island in Miniaturformat“ bezeichnet, da auf ihr nahezu alle landschaftlichen Besonderheiten der Insel zu finden sind. Dies möchten wir uns in den kommenden zwei Tagen genau anschauen.

Wir bestiegen einen „Wunschberg“ (der Legende nach erfüllt der Berg Helgafell einem seine Wünsche. Dafür muss man beim Aufstieg jedoch folgendes beachten: es ist von großer Bedeutung, sich ganz und gar auf seinen Wunsch/seine Wünsche zu konzentrieren. Man darf nicht reden und sich nicht umsehen und natürlich niemandem verraten, was man sich gewünscht hat!), umrunden den Berg Kirjufell, wandern durch Lavalandschaften und beschauliche Küstenregionen, sehen Robben aus nächster Nähe und als Highlight genießen wir einen kurzen Aufenthalt auf dem Gletscher Snæfellsjokull. Wer als Kind Jules Verne gelesen hat weiß, das hier „Die Reise zum Mittelpunkt der Erde“ begann.

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Blick vom Wunschberg
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Der Berg Kirjufell
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Unendliche Weite

 

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Auf dem Snæfellsjökull

Zum Abschluss genießen wir Reykjavik!

Nach diesen schönen und erlebnisreichen Tagen geht es zurück nach Reykjavík. Dort unternehmen wir einen Stadtrundgang und haben anschließend noch Zeit für eigene Erkundungstouren, bevor wir uns am Abend für ein letztes gemeinsames Abendessen treffen. Fast alle haben einen Nachtflug am nächsten Abend, so dass wir noch einen weiteren Tag in der Hauptstadt verbringen können.

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Die Kirche Hallgrímskirkja in Reykjavík
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Typisch für das Stadtbild in der Hauptstadt: Einfamilienhäuser mit Garten
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Der Stein im Hintergrund ist eine Feenwohnung ;-).

Genau an diesem letzten Tag lässt der Wettergott uns im Stich. Aber kein Problem, denn Reykjavík bietet viele schöne Unternehmungsmöglichkeiten. Wir entscheiden uns z.B. für eine Whale-Whatching Tour und haben Glück: Delphine, Zwergwale und sogar ein Buckelwal kreuzen unseren Weg. Gegen 21:00 Uhr fährt Beggi unsere Gruppe ein letztes Mal, diesmal zum Flughafen.

Dann heißt es Abschied nehmen, doch wirklich nach Hause möchte keiner von uns. Bei mir steht fest: ich möchte wiederkommen noch viel mehr von dieser beeindruckenden Insel kennen lernen.
Eure Alex
Neugierig geworden? Hier geht’s zur Reise „Islands Naturschauspiele“.

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