Jafar und der Jakobsweg

„Ein Pilgerweg? Die perfekte Aufgabe für mich!“ Da traut sich einer was. Der junge Mann, der so selbstbewusst das Thema „Jakobsweg“ wählt, kommt aus dem Iran. Jafar ist einer von 11 Reiseleitern aus aller Welt, die Wikinger Reisen eingeladen hat, weil sie 2015 erstmalig unsere Gäste durch ihre Heimat führen. Dem Wikinger – Trainerteam ist daran gelegen, die neuen Kollegen nicht nur persönlich kennenzulernen und sie mit den Erfordernissen einer Wikinger Reise vertraut zu machen, sondern sie bei dieser Gelegenheit auf Herz und Nieren zu prüfen. Das Training enthält eine praktische Prüfung in Form einer Wanderung und Stadtführung durch die Heimat von Wikinger Reisen, den Hagener Ortsteil „Haspe“. Verschiedene Themen stehen zur Auswahl, von der Eisenverhüttung bis zu einem Wanderzubringer zum Jakobsweg. Die Teilnehmer erhalten ein wenig Material zur Vorbereitung und los geht’s.

Jafar Assadi erklärt den Pilgerpfad
Jafar Assadi erklärt den Pilgerpfad

Jafar macht seine Sache gut. „Das Spirituelle liegt mir“, sagt er lachend und überzeugt uns durch einen glänzenden Vortrag. Wilfried, der 1989 als Entwicklungshelfer nach Uganda ging und seitdem dort lebt, nimmt sich „Wolkenschieber“ und „Ennepeströter“, zwei Hasper Originale, vor. „Erinnert mich an Geschichten der Karamajong aus meiner Wahlheimat Uganda“.

Wilfried und der Ennepeströter
Wilfried und der Ennepeströter

So kosmopolitisch ist der Hagener Vorort selten. Passanten bleiben stehen und hören gebannt zu, als Kis aus Serbien vor unseren Augen die Anfänge der deutschen Gewerkschaftsbewegung auferstehen lässt. Aelita aus Armenien überzeugt uns davon, dass die Wurzeln des Jugendstils in Hagen – Haspe zu finden sind und Corinna, die aus dem kanadischen Edmonton angereist ist, referiert über die Auswirkungen des Orkans „Kyril“. Das alles kommt derart interessant und unterhaltsam rüber, dass wir „Einheimischen“ ein wenig beschämt sind angesichts des Enthusiasmus mit dem „unser“ Stadtviertel reflektiert wird.

Inhouse 2015
Reiseleiter aus aller Welt im Hagener Stadtwald

Mehr noch: Wir lernen Vertrautes mit den Augen von Besuchers kennen, die mit ihrem unverfälschten Blick den Vorhang öffnen und uns neue Aspekte erleben lassen. Die Erkenntnis des Trainings ist durchweg erfreulich: Wenn die neuen Reiseleiterinnen und Reiseleiter uns so begeisternd ein Stadtviertel nahe bringen können, in dem sie niemals zuvor gewesen sind, wie spannend und interessant muss dann erst eine Reiseleitung in ihrer Heimat sein?

Schreibe einen Kommentar