Letzte Hoffnung Schlauchboot

Im Schlauchboot übers Meer – für Viele die letzte Hoffnung

Die Situation der Flüchtlinge auf ihrem Weg nach Europa sehen wir täglich in den Nachrichten, lesen davon in der Zeitung oder im Internet. Warum Menschen ihre Heimat verlassen, wissen wir – sie werden getrieben von Krieg, Verfolgung und wirtschaftlicher Not. Bilder von überfüllten, seeuntauglichen Gummibooten mitten auf dem Meer weit ab der Küsten gehen uns nicht mehr aus dem Kopf.

Am 24.und 27. April wurde die Sea-Eye zu einer Seenorrettung vor Libyen gerufen. Alle 120 und 260 Flüchtlinge konnten geborgen werden. Gerüchten zufolge seien am Sonntag sogar Menschen über Bord geworfen worden. Nach vielen Stunden der Suche Menschen über Bord konnte dies nicht bestätigt werden, zu wirr und widersprüchlich sind die Aussagen. Was wirklich passiert ist, können wir nicht mehr herausfinden.

Ein Weg nach Europa ist teuer. Je risikoreicher die Überfahrt, umso teurer wird sie. Die Schleuser verdienen daran viele tausend Euro pro Person. Man spricht von richtigen Schleuserringen, ein organisiertes Netzwerk mit einem großen Pool an Handlangern und solchen, die sich dessen noch nicht einmal bewusst sind. Es braucht nicht nur ein Boot, sondern auch Unterkünfte und Nahrung auf den umständlichen und nicht immer direkten Routen nach Europa. Oft sind es nur einfache Schlauchboote mit einer Holzplatte nach unten verstärkt, einem kleinen Außenborder – nur notdürftig festgemacht – und voller Menschen, die bis auf die äußerste Kante des Schlauchbootes sitzen. Dieses Boot soll sie dann über 300 Kilometer übers Meer bringen, bei Sturm und Wellen.

Ein eigenes Risiko wollen die Schleuser natürlich nicht eingehen. Die Zeiten, auf denen Fischer nachts ihren Bootsbauch bis unter den Rand mit Flüchtlingen angefüllt haben, die sind längst vorbei. Heute fährt kein Schleuser mehr mit. Bei dem Aufkommen von SAR-Booten ist ein Durchkommen kaum mehr möglich. Vielmehr geht es darum, die Leute außerhalb der 12-Meilen-Zone von einem internationalen Rettungsschiff orten zu lassen. Der Schleuser selbst hat keine eigenen Männer im Boot, die Menschen sind auf sich alleine gestellt, ohne navigatorische Kenntnisse, ohne Schwimmen zu können und ohne eine Idee wohin. Den Schleusern ist natürlich auch daran gelegen, dass die Flüchtlinge ihr Ziel erreichen, denn dies bedeutet wieder eine „gute Presse“ für sie und neue „Kunden“. Mundpropaganda ist in diesem Geschäft neben Vertrauen die beste Werbung – die Realität zählt dabei nicht.

Im Moment sind wir auf dem Meer und werden darüber berichten, sobald wir von diesem Einsatz zurück sind.

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