Meine top Wohlfühlorte Deutschlands

„Warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute liegt so nah?“ – würde ich nun nicht widerspruchlos unterschreiben, aber ich bilde mir ein mittlerweile zu erkennen, was Goethe gemeint haben könnte. Während mir die Aussicht auf einen gewöhnlichen Nordseeurlaub als Kind noch Magenschmerzen bereitete (sorry Mama), merke ich heute immer wieder, dass es in Deutschland tatsächlich auch ganz hübsche Eckchen gibt.

Natürlich – der Reiz des Unbekannten in der Ferne lässt sich nicht missen, aber gerade für einen kurzen Wochenendtrip, einfach mal was anderes sehen, lohnt es sich auch mal die Heimat zu erkunden. Für alle, die sich selbst überzeugen möchten, folgen hier meine persönlichen Wohlfühlorte Deutschlands…

 

Die Lüneburger Heide

Lüneburger Heide

Stille! In der Ferne mäht eine Heidschnucke… Weiß die denn nicht, dass gerade Mittagsruhe herrscht?! Zugegeben: Die Lüneburger Heide wirkt auf den ersten Blick etwas verschlafen. Zur Ruhe kommen kann man wohl an kaum einem anderen Ort besser. Blühendes Heidekraut in einer idyllischen Landschaft, kleine Orte mit Reetdachhäusern und nach ein paar Tagen vor Ort ein freundschaftliches Verhältnis zu fast jedem Schafsbauern. Hier kann man ankommen. Zum Wandern, Entspannen, einfach mal nichts tun zählt die Heide für mich zu einem der nahezu perfektesten Orte Deutschlands. Genussurlauber und Ruhepolsuchende sind in der Lüneburger Heide genau richtig. Meiner Meinung nach braucht jeder genau so einen Ort – so eine persönliche Entspannungsinsel, wo die Welt noch in Ordnung ist.

 

Die Geierlay Hängebrücke

Geierlay Hängebrücke

Der Wind weht dir ganz sanft um die Nase, unter dir knarrt es leise und du merkst wie sich die Brücke rhythmisch von rechts nach links bewegt. Ein winterlicher Wochenendtrip mit einer kleinen Sonntagswanderung bescherte mir ein geniales Bauchkribbeln auf der längsten Hängeseilbrücke Deutschlands. Das Geierlay Wandergebiet führt nicht bloß über das schöne Hunsrück Gebirge, sondern auch über die gleichnamige Brücke. Tatsächlich ein recht spektakulärer Ort, dessen Besuch man so schnell nicht vergisst. Kleiner Tipp: Das frühe Aufstehen lohnt sich, wenn man dafür beinahe alleine einen traumhaft kitschigen Ausblick auf verschneite Baumwipfel im Morgentau erleben kann (sehen von oben übrigens aus wie Weihnachtssterne!). Auch im Sommer bieten sich hier wohl fantastisch romantische Weitblicke. Die Hängeseilbrücke ist nicht ganz das, was man sich nach abenteuerlichen Indiana Jones Filmen vorstellt – ein wenig Schwindelfreiheit ist trotzdem zu empfehlen.

 

Die Thüringer Altstädte

Stadtschloss in Weimar

Schillers heimliche Geliebte – meine erst recht: Das schöne Städtchen Rudolstadt. Nach Thüringen verirren sich „Westler“ scheinbar seltener. Zumindest wenn man der Reaktion glaubt, die man hier hervorruft, wenn man hier dieses Reiseziel nennt. Rudolstadt? Wo liegt das denn? Doch ganz tief im dichten Thüringer Wald, hinter den sieben Bergen und so, liegt das schöne Rudolstadt. Solange nicht gerade Weltfestival-Saison herrscht, wirkt es hier wie von der Zeit vergessen. Manchmal ertappte ich mich dabei – abends, beim Ausblick von der Heidecksburgmauer aus über die Stadt – wie sich mir der Ohrwurm, den Rainald Grebe erschuf, heimlich in den Kopf schlich. Trotzdem sind verschiedene Ausflugsziele nicht bloß im historischen Rudolstadt, sondern auch in der Landeshauptstadt Erfurt oder dem wunderschönen Weimar meiner Meinung nach allemal einen Wochenendausflug in den Osten wert. Es gibt definitiv mehr zu entdecken, als man auf den ersten Blick annimmt. Für Kulturhungrige hält das beschauliche Thüringen einige Schätze bereit.

 

Der Malerweg in der Sächsischen Schweiz

Basteibrücke am Malerweg

Wer gerne wandert muss zumindest einmal in seinem Leben die Sächsische Schweiz besucht haben – Widerrede zweckslos. Egal wie weit die Anfahrt auch ist: ich verspreche, es wird sich lohnen. Schon Caspar David Friedrich wusste die Vorzüge der dramatischen Region zu schätzen. Schroffe Gesteinsformationen des Elbsandsteingebirges, die vor einem aus einem Meer aus sattgrünen Baumwipfeln auftauchen. Ein wirklich paradoxes Bild, das sich auf eine gute Art und Weise einbrennt. Der Malerweg ist in der Sächsischen Schweiz mein kleines Highlight. Vielleicht etwas besser besucht, als andere Wanderpfade, jedoch mit einem ganz besonderen Ausblick auf die berühmte Basteibrücke. Ein tolles Indiz altertümlicher Baukunst in liebevoller Kombination mit den natürlichen Gegebenheiten. Natur und Kultur treffen sich hier und außerdem ist sie auch ein wahrer Augenschmaus.

Und wo liegen eure Wohlfühlorte Deutschlands?

Eure Marei

Schreibe einen Kommentar