Natur und Kultur auf dem französischen Jakobsweg

23 fröhliche Wikinger, aus dem Süden bis zum Norden Deutschlands versammelt, begaben sich auf muntere Wanderschaft, den französischen Jakobsweg zu erkunden. Ich verwende absichtlich das Wort „wandern“, denn mit frommen, enthaltsamen Pilgern, im Land des Käses und Weins nicht viel gemein.

Im Linienflugverkehr startet unsere Gruppe mit einem gemeinsamen Flug ab München nach Toulouse. Schon im Flugzeug werden wir herzlich von Bettina Forst, unserer Insider-Reiseleiterin, begrüßt. Und auch die Flugbegleiter merken, dass wir besondere Gäste sind, und wünschen uns bei der Ankunft in Toulouse gegen Nachmittag eine gute Wanderschaft.

Ein 1 ½ Std. Transfer bringt uns zu unserem ersten Standort in der Gascogne, Condom. Beherrscht wird der Ort von seiner mächtigen Kathedrale und dem Andenken an die Musketiere, die dieser Region Frankreichs entstammen.

Am ersten Abend steht alles im Sinne des Kennenlernens und wie sollte das besser klappen, als bei einem Glas lokalen Weins. Schnell sind die ersten Namen, Interessen und Anekdoten ausgetauscht.

Wanderungen auf dem Jakobsweg

Unsere Wanderungen vom ersten Standort aus, führen teils über Feldwege, teils über stillgelegte Bahntrassen immer wieder über den Jakobsweg und seine Monumente am Wegesrand. Wir erkunden Larresingle „das Klein-Carcassone“, wandern durch Sonnenblumenfelder, vorbei an Weinbergen, zur mächtigen, gotischen Stiftskirche mit urigem Kreuzgang in La Romieu. Beeindruckend ist der Besuch der gallo-römischen Villa von Seviac, wo wir die Gelegenheit haben noch intakte Mosaikfußböden und Überreste beheizter Thermen zu besichtigen.

Kulinarisch hatte die Jahreszeit viel zu bieten, denn die Wege waren gesäumt von Brombeersträuchern, Pflaumenbäumen und Mirabellengewächsen. Und auch unser alltägliches Picknick, bestehend aus Baguette, französischem Käse, Salami und Obst/Gemüse der Region ließ keine Wünsche offen. Als Dessert lieferte uns Bettina immer eine Geschichte, mal mit historischem Hintergrund, mal eine deutsch-französische Anekdote, aber immer mit einem Lachen auf den Lippen. Schon bald hat Sie das Herz der Gruppe erobert, und das „Ritual“ war fest im Tagesablauf verankert.

Natur & Kultur auf dem Jakobsweg

Ein Standortwechsel am 5. Tag bringt uns von der flachen Ebene der Gascogne, ins hügelige Aubrac, genauer, ins Tal des Lot.

Unterwegs stoppen wir zu einer Mittagsunterbrechung im historischen Ort Moissac. Die ehemalige Benediktinerabtei besticht durch ein beeindruckendes Tympanon und einen Kreuzgang, der zu den vollständigsten und umfassendsten Frankreichs zählt. Dieser besteht aus 88 Kapitelen, deren reiche Ausstattung zu den Meisterwerken der Romanik gehört. Es bleibt noch genügend Zeit für einen kleinen Bummel durch die Altstadt oder ein typisch französisches Déjeuner, bestehend aus „Cafe au lait“ und hausgemachtem Kuchen.

Angekommen in Estaing, begrüßt uns die mächtige Burg, die über dem Ort thront. Das liebliche Flusstal mit seinen romanischen Brücken und liebevoll angelegten Städtchen bietet ein ganz anderes Bild, als in den ersten Tagen unserer Reise.

Wandern im hügeligen Aubrac

Die Wanderungen in dieser Region sind, durch das Gelände bedingt, anspruchsvoller als in den ersten Tagen. Wir wandern hier auf Etappen, die zu den schönsten des französischen Jakobswegs zählen. Es sind Höhenunterschiede von bis zu +300m/-500m zu überwältigen. Trittsicherheit sollte in jedem Fall gegeben sein, Schwindelanfällige haben jedoch keine Schwierigkeiten. Die Touren führen von der Hochebene des Aubrac bis ins liebliche Flusstal. Gesäumt werden diese immer wieder von Besichtigungspunkten, wie romanische Kirchen, einheimischen Bauernmärkten oder netten Einkehrmöglichkeiten. Mitunter ein Highlight ist der Besuch von Conques, das zu den schönsten Dörfern Frankreichs zählt. Der 1.000-jährige Wallfahrtsort bezaubert mit seinen schiefergedeckten Häuschen und seiner dominanten Klosterkirche St. Foy. Unsere Gruppe hatte sogar das Glück, eine Hochzeit mit Live-Musik in dieser Atmosphäre miterleben zu dürfen.

Doch auch der schiefe Turm von St.-Côme-d´Olt, die Gerberhäuser von Espalion oder die berühmten Aubrac-Rinder sind sehenswerte Wegbegleiter.

Am Abreisetag bringt uns ein 2 ½ Std. Transfer zurück zum Flughafen nach Toulouse.

Mein Fazit dieser Reise: Eine wunderbar harmonische Gruppe, eine fröhliche, begeisterte und fachkompetente Reiseleiterin, eine wunderschöne, touristisch noch unbekannte Region Frankreichs mit zwei tollen Standorten und kulinarischen Hochgenüssen. Immer wieder gerne!
Sonnige Grüße,
Nicole Kuhn

 

Ein Kommentar zu „Natur und Kultur auf dem französischen Jakobsweg“

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