Naturwunder Südafrikas – Reisebericht 1301

Südafrika: Regenbogennation, Safaris mit den Big Five, die Gardenroute, berühmte Weine und die Weltmetropole Kapstadt. Jeder hat beim Namen dieses vielfältigen Landes Bilder vor Augen. Ähnlich erging es auch mir und so konnte ich es kaum erwarten, zum ersten Mal in das Land am Kap zu fliegen…

Johannesburg, nach 10,5 Std. landen wir nach einem entspannten Nachtflug im sonnigen Südafrika. Ein unschlagbarer Vorteil für uns ist die bequeme Zeitverschiebung von nur einer Stunde (im Sommer sogar keine). Schnell fällt uns die freudig strahlende Reiseleiterin Heidi ins Auge. Als geborene Südafrikanerin bringt sie uns in den nächsten 3 Wochen ihr Land in allen Facetten näher.

Ausblick am Blyde River Canyon

Die erste Busfahrt bringt uns raus aus Johannesburg, vorbei an Pretoria bis in die Bergregion des Blyde River Canyon. Von unserer zauberhaft gelegenen Misty Mountain Lodge erkunden wir am nächsten Tag auf unseren ersten Wanderungen God´s Window und die bizarren Strudellöcher von Bourkes Luck.

Auf in den Kruger-Nationalpark!

Schon führt uns unsere Reise in die Weiten des wohl berühmtesten Nationalparks Südafrikas: den Kruger-Park. Ich war unglaublich aufgeregt, meine erste Safari! Schon wenige Meter nach dem Phabeni-Gate treffen wir auf unseren ersten Elefanten. Er lässt sich seinen Mittagsimbiss schmecken und wir haben die ersten Tierporträts im Kasten 🙂 Bis wir am Nachmittag unser Camp erreichen habe ich bereits 150 Fotos geschossen! Impala-Antilopen, Gnus, Giraffen und unzählige Tiere mehr sind uns schon begegnet. Was für ein Auftakt! Am Abend wird es richtig südafrikanisch. Heidi, unsere Reiseleiterin, bereitet für uns ein echtes Braai (einen Grillabend) zu. Steaks, Boerewors (afrikanische Wurst), Lammkoteletts, Kartoffeln und Butternutkürbis vom Grill. Lecker! Dazu ein spektakulärer Nachthimmel mit Blick auf die Milchstraße und das Kreuz des Südens. Spätestens in diesem Augenblick sind wir im Urlaub angekommen.

Am nächsten Morgen brechen wir bereits früh auf, um 05:00 Uhr ist Abfahrt zur morgendlichen Pirschfahrt. Die Müdigkeit ist allerdings schnell verflogen. Mit Suchscheinwerfern leuchten wir das Dickicht neben der Straße ab. Nach Sichtung eines Stachelschweins, einiger Antilopen und einer Warzenschweinfamilie steigt der Puls. Wir haben unseren ersten Löwen entdeckt. Ein junges Männchen liegt unbekümmert mitten auf unserem Fahrweg und bemüht sich nicht einmal aufzustehen. Was für ein Moment!

Safari im Bayala Game Reservat

Nach zwei weiteren Pirschfahrten im Kruger-Park, verlassen wir diesen in Richtung Swasiland. So gut das Wetter bisher mitgespielt hat, umso schlechter wurde es für uns in den kommenden drei Tagen. Regen pur! Die Einheimischen freut es dafür. Nicht nur einmal müssen wir bei Heidis begeisterten Regentänzen lachen, weil sie sich so über den Regen freut.

Sowohl im Hlane-Nationalpark, als auch in der privaten Bayala-Lodge, erleben wir weitere aufregende Pirschfahrten in offenen Safarifahrzeugen. Nicht nur einmal entdecken wir dabei die bedrohten Nashörner. Für mich als „Afrika-Neuling“ immer wieder ein Erlebnis.

Die erste Woche ist bereits um und wir erreichen St. Lucia. Der hübsche Küstenort am Indischen Ozean ist für zweierlei bekannt. Zum einen den kilometerlangen Sandstrand, wo wir eine ausgedehnte Wanderung unternehmen und zum zweiten für seine ansässigen Nilpferde. Während der fakultativen Bootsfahrt kommen wir den Hippos ganz nah und ich bin erstaunt was für eine Geräuschkulisse herrscht.

Abenteuer Drakensberge!

Wir verlassen die Küste in Richtung Drakensberge, das Dach Afrikas. Je weiter wir von der Küste entfernt sind, desto grüner wird die Landschaft. Zwischenzeitlich fühlen wir uns fast wie in Schottland. Schon bald erreichen wir das Tal von Giant´s Castle. Imposant türmen sich die 3.000er vor uns auf. Diese stehen zwar nicht auf unserem Wanderprogramm, aber unsere Panoramawanderung mit Blick auf diese Berglandschaft ist mindestens genauso spektakulär. Außerdem besuchen wir eine Höhle mit Felszeichnungen der San. Unser örtlicher Guide erklärt uns die einzelnen Symbole und Illustrationen und was ich noch beeindruckender finde, sie „spricht“ uns was in der Klick-Sprache der San vor. Irre!

Von den Bergen aus fahren wir wieder in Richtung Küste, die Wild Coast erwartet uns. Als wir am Eingangstor der Game Lodge ankommen, müssen wir erstmal umsteigen. Die Weiterfahrt mit dem Jeep führt uns über ausgewaschene Pisten tief in eine unberührte Landschaft. Mitten im Busch heißt es dann: Wir sind da! Die nächsten zwei Übernachtungen verbringen wir in wahren Luxuszelten, inklusive privatem Badezimmer mit Wasserfalldusche, mitten im Nirgendwo. Näher können wir an Afrikas Tierwelt nicht herankommen. Gegen Nachmittag klopft Heidi dann ganz aufgeregt an meine Zelttür! Ich soll

Wanderung an der Wild Coast

unbedingt sofort mitkommen. Ob ich denn nichts gehört hätte. Ich muss sie sehr verwirrt angeschaut haben, denn ich hatte keine Ahnung was sie meint. Schon stehen wir auf der Restaurantterrasse mit weitem Blick über das Reservat und Heidi erklärt mir, dass die Meerkatzen, die schon den ganzen Nachmittag aufgeregt rufen, vor einem Leoparden warnen. Bei uns im Camp! Gesehen haben wir ihn nicht, aber allein die Atmosphäre und das Geschehen über eine Stunde live zu beobachten war ein großartiges Gefühl.  Die Wanderung am nächsten Tag schlängelt sich entlang der rauen Küstenlinie mit tollen Felsformationen. Unzählige angeschwemmte Muscheln liegen am Strand und sogar ein Walskelett. Den Namen wilde Küste hat sich dieser Abschnitt absolut verdient.

Die Gardenroue erwartet uns…

Von der schroffen Küste aus fahren wir weiter Richtung Westen zur Gardenroute. Von Plettenberg Bay aus erkunden wir die vorgelagerte Halbinsel Robberg mit seinen Robbenkolonien. Die Wanderung gliedert sich in drei Abschnitte. Wer also nicht den ganzen Weg mitgehen möchte, kann zwischendurch aussteigen. Wer aber die ganze Runde läuft, den erwartet ein tolles Küstenpanorama mit teils abenteuerlichen Wegen! Mir haben vor allem die Kraxelstellen sehr viel Spaß gemacht 😉 Zum Schluss werden wir alle dann, egal wie weit man gelaufen ist, mit einem karibisch anmutenden Puderzuckerstrand belohnt (Badesachen also nicht vergessen). Das nenne ich Wandern a lá Wikinger!

Wir verlassen die Gardenroute mit dem Entschluss, dass wir alle noch einmal intensiver hierher reisen möchten und begeben uns in die Halbwüste der kleinen Karoo. Wieder einmal fasziniert der Wechsel der Landschaften. Vom üppigen Grün an der Küste zum kargen Hinterland. Schon bald entdecken wir die ersten Straußenfarmen für die diese Region so bekannt ist. Der Besuch der Cango Caves mit ihren beeindruckenden Tropfsteinformationen ist ein Muss. Spannend sind vor allem die Hintergründe der San, die bereits in diesem Höhlensystem lebten.

Am nächsten Tag steht bereits die letzte Fahretappe an. Es geht auf der Route 62, der längsten Weinstraße der Welt, in Richtung Kapstadt. In Robertson gönnen wir uns eine Pause und genießen die Ergebnisse der Landwirtschaft in flüssiger Form, bei einer Weinprobe 🙂 Testergebnis: Sehr gut! Gegen späten Nachmittag erblicken wir den Tafelberg aus einer ziemlich ungewohnten Perspektive, nämlich von hinten. Ganz anders, als man ihn von den zahlreichen Bilder aus den Reiseführern kennt. Die nächsten zwei Tage gehören dann Kapstadt und der Kaphalbinsel.

Weltmetropole Kapstadt

Wie es sich für eine Weltstadt gehört hat Kapstadt unglaublich viel zu bieten. Von der Waterfront, über den botanischen Garten in Kirstenbosch bis hin zum Wahrzeichen Tafelberg mit der rotierenden Seilbahn. Auch das Malaienviertel Bo-Kap mit den bunten Fassaden oder der Green Market, wo man noch die letzten Souvenirs erstehen kann, lohnt einen Besuch.

Unser letzter Tagesausflug führt uns bis zum Kap der Guten Hoffnung, wo wir eine letzte Wanderung unternehmen. Selbstverständlich darf das obligatorische Gruppenfoto am Holzschild nicht fehlen. Ein letztes Mal entdecken wir noch Antilopen auf den Hängen. Langsam werden wir bereits wehmütig…. Bevor wir zurück in Kapstadt ankommen, halten wir noch am Boulders Beach in Simons’ Town. Die Attraktion dieses Ortes ist kaum zu überhören, Brillenpinguine die einen Radau machen wie eine ganze Eselsherde. Unglaublich witzig den kleinen Frackträgern zuzuschauen!

Abschiedsabend in Kapstadt

Und schon sind drei Wochen vergangen. Wir haben unglaublich viel erlebt, hatten tierische Begegnungen, sind über Stock und Stein in den unterschiedlichsten Landschaften gewandert und ich denke ein jeder von uns nimmt ein Stück Südafrika in seinem Herzen mit nach Hause. Für mich steht jedenfalls fest, einmal reicht nicht. Ich muss mindestens noch zwei Mal herkommen um das Land wirklich erfassen zu können 😉

Eure Nicole

Zur Reise geht es Hier!

 

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