Nepal ganz laut: Die Mani Rimdu Dances

Was gibt es schöneres, als den Abschluss einer langen Trekkingtour mit einem Kloster-Festival zu genießen. Laut, bewegt und fröhlich geht es dabei zu. Besonders stimmungsvoll natürlich mit dem Blick auf das Matterhorn Nepals, die Ama Dablam. Das ist im Kloster Tengboche im Everestgebiet möglich. Hier eine fotografische Dokumentation.

Das Vollmondfestival beginnt

Rauch vor Tengboche mit der Ama Dablam

Beißender Rauch steigt vor dem Kloster von Tengboche auf. Wacholderzweige brennen. Eine Puja am frühen Morgen ist der Grund. Vom Klosterinnenhof sind erste Trommelschläge und Horntöne zu hören.  Auftakt zu den Mani Rimdu Dances. Das jährliche Vollmondfestival beginnt.

Zum Festival tragen die Mönche ihre gelben Mützen.

Das Tanzfestival im Solokhumbu, der Everestregion in Nepal, dauert insgesamt 19 Tage. Allerdings sind nur drei Tage davon der Öffentlichkeit zugänglich. Bei meiner Sondergruppe im November dieses Jahres habe ich unsere Route extra so gewählt, dass wir am ersten öffentlichen Tag zum Auftakt in Tengboche sind. Und was passiert? Zuerst mal gar nichts. Man merkt, dass die buddhistischen Mönche 19 Tage Zeit haben. Der oberste Lama ist dieses Jahr gar nicht angereist. Dem über 80-jährigen ist es schlicht zu kalt im Herbst. Seinen Sessel ziert immerhin ein Bild von ihm.

Die Tscham Tänzer sind meist ebenfalls Mönche manchmal hohe Lamas

Zum Auftakt erscheinen die einzelnen Mönche am Klostereingang, schlagen Blechbecken aneinander, drehen sich im Kreis. Hinter ihnen, im Inneren des Andachtsraumes, wurde vorher das Sandmandala zu Ehren des Tanzgottes Garwang Thoze Chenpo gelegt.  Ein Sandmandala symbolisiert im Buddhismus die Überzeugung, dass der Mensch nichts begehren solle. Denn ist das Mandala nach tagelanger Feinarbeit unterstützt von Gesängen und Tee – den die Novizen pausenlos den arbeitenden Mönchen bringen ­– beendet, wird das Kunstwerk in einer feierlichen Zeremonie wieder zerstört. Doch jetzt beginnen die Tänze mit dem “Wong”, der Ermächtigung. Später, in den Folgetagen tauchen immer mehr Geistergestalten in den Tänzen auf. Ehemalige Bön Gottheiten der Naturreligion, die vor dem Einzug des Buddhismus in Tibet und im Himalaya vorherrschte. Genau dies wird in vielen der Klostertänze dargestellt. Der Wettstreit der buddhistischen Vertreter und der Naturgötter.

Von weit entfernten Dörfern kommen die Zuschauer

Gemeinhin werden die Tänze Cham Mysterien genannt und sie werden bis heute dazu verwendet den des Lesens und Schreibens oft unkundigen Bauern aus entlegenen Bergdörfern das Leben und die Geschichten bedeutender Yogis und Lehrmeister im wahrsten Sinne des Wortes vor Augen zu führen. Und deshalb: Schaut es euch nun selbst an…. Auf den Bildern, oder noch besser:  Live!  Die Reise auf dem Königsweg des Everest mit Besuch in Tengboche findet ihr hier . Und wenn ihr unterwegs seid, braucht ihr natürlich eine gute Ausrüstung. Tipps dazu habe ich hier aufgeschrieben. Wenn ihr dazu fragen habt, könnt ihr mir gerne schreiben. Euer Oliver

Zum Abschluß ein kurzes Video der Tänze: Eindrücke von vergangenem November

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