Nepal nach dem Erdbeben: Wieder ein attraktives Reiseziel

Nepal nach dem Erdbeben

Zum ersten Mal nach dem schweren Erdbeben reiste ich Ende letzten Jahres wieder einmal mit einer Gruppe nach Nepal. Viele Menschen leiden dort immer noch unter den Folgen der Katastrophe. Noch längst sind nicht überall die Häuser wieder aufgebaut.
Viele Familien haben ihre gesamten Ersparnisse verloren. Eine große Zahl der Nepali sah sich gezwungen, als Fremdarbeiter zu denkbar schlechten Bedingungen ins Ausland zu ziehen. Und die Einnahmen und Arbeitsplätze aus dem Tourismus, dem wichtigsten Devisenbringer des Landes, brachen stark ein.

Nepal begeistert

Aus der Sicht des Reisenden jedoch ist Nepal längst wieder ein Traumland. Unser erstes Ziel war Bhaktapur. Nur wer die Stadt kennt merkt, dass der eine oder andere Tempel oder Palast verschwunden ist. Das Leben und die prächtige Architektur der fast dörflich wirkenden Stadt ziehen die Reisenden wieder voll in ihren Bann. Während auf dem Potter´s Square die Töpfer ihrem Beruf nachgehen, wird anderswo Reis gedroschen oder Kunsthandwerk hergestellt.
Zweihundert Straßenkilometer weiter westlich, im Annapurna-Gebiet, liegt unsere Trekkingroute. Von Pokhara aus wanderten wir zum Poon Hill bei Ghorepani. In den Dörfern hatte das tägliche Leben wieder Einzug gehalten. Die Bauern ernteten Reis und Hirse oder trieben ihre Schafe und Büffel auf die Weide. Alle Restaurants, Teehäuser und Lodges präsentierten sich gastfreundlich den Reisenden aus aller Welt.
Erst auf den zweiten Blick fällt das eine oder andere verfallene oder abgestützte Gebäude auf, und zwischen den Dörfern sind hier und da Spuren größerer Erdrutsche zu sehen.

Noch nicht alle Probleme gelöst

Dabei soll nicht verschwiegen werden, dass es in anderen Regionen Nepals wie z.B. im Langtang oder Helambu die Menschen weitaus stärker getroffen hat. Hier liegen viele Häuser noch in Trümmern. Die Bewohner hoffen dort seit Jahren – oft vergebens – auf Unterstützung beim Wiederaufbau. So geht die Rückkehr zum Alltag nur langsam voran.
Viele hoffen auf eine Erholung des Tourismus auch in diesen Gebieten. Wo staatliche Unterstützung versagt oder nur spärlich bei den Bewohnern ankommt, ist der Tourismus oft die einzige Einnahmequelle, um Geld für den Wiederaufbau von Wohnhäusern, Schulen oder Wasserleitungen zu erwirtschaften.

Unser Trek

Unser Trek am Annapurna, der von Poon Hill weiter zum Annapurna Base Camp führte, hinterließ fantastische Eindrücke. Der Sonnenaufgang im Basecamp, wenn der Mensch sich einmal um 360° herum dreht und überall schneebedeckte Sieben- und Achttausender erblickt, gehört zu den schönsten Eindrücken, die man als Reisender auf diesem Planeten erleben kann.

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