Pilion – einfach göttlich!

Ich leite diese Insider-Reise Pilion – einfach göttlich! seit nunmehr 5 Jahren und möchte Euch folgendes berichten:

Als dereinst die olympischen Götter den Pilion zu ihrem Sommersitz erkoren, waren für sie dienstbare Geister zugange – so jedenfalls darf gemutmaßt werden – die ihnen den Aufenthaltsort auf standesgemäßen Hochglanz poliert und zum elysischen Wohlfühlparadies eingerichtet hatten. Schließlich sollten sie sich dort über die Dauer ihres Aufenthaltes tunlichst von ihren stressigen Alltagspflichten erholen und ungetrübt neue Kraft schöpfen können.

Längst sind die Götter verschwunden – wie wir wissen – und mit ihnen das Heer ihrer emsigen Handlanger. Neue Herrscher haben sich des piliotischen Elysiums bemächtigt. Sie sind ihm gegenüber weder sonderlich gewogen, noch willens und in der Lage, für den Erhalt seines Liebreizes Sorge zu tragen. Die wohlfeile Schönheit des Pilion verwuchert buchstäblich – jedenfalls dort, wo sie keinen wirtschaftlichen Erfordernissen dienen muss und wo in zurückliegenden wohlhabenden Zeiten Händler in Maultierverbänden ihre Waren auf einem gepflasterten Wegenetz verfrachteten.

typischer Kalderimi

Auf solchen Kalderimi genannten Pflasterpfaden möchte ich mit meinen Wikingergästen dieses außergewöhnlich vegetationsreiche Mittelgebirge Griechenlands durchstreifen. Das ist freilich nur dann möglich, wenn die von Einheimischen heutzutage nicht mehr genutzten Kalderimi im Frühjahr gründlichst und im Spätsommer mit einem Nachschnitt von Pflanzenbewuchs befreit werden. Jahr für Jahr verrichten

Iannis von unserem Hotel Marabou und ich mit Motorsense und sonstigem Schneidegerät diese Maloche in tagelanger Arbeit und freuen uns, wenn unsere Wikingergäste sie dann schließlich unbeschwert benutzen können.

Unsere Säuberungsaktionen von Iannis blieben in Zagora und dem Ortsteil Horefto, dem Standort dieser schönen Wikinger Reise, nicht unbemerkt und auch nicht unbewundert. Sie wurde innerhalb verschiedener touristischer Dienstleister mit der Zeit zum diskutierten Thema mit dem Erfolg, dass am 12. Mai diesen Jahres ein Aktionstag durchgeführt wurde.

Wandern im Wald des Pilion

Etwas mehr als zehn Bewohner von Zagora, vom Hotelbesitzer bis zum Inhaber eines Kafenion, vom Lehrer bis zum Rentner und junge Burschen mähten mit uns beiden den ganzen Tag lang das Gras von den Wanderwegen und schnitten das Gebüsch zurück. Nicht in den kühnsten Träumen hätte ich mir dies jemals vorstellen können. Und noch etwas war an dieser Aktion bemerkenswert: Von deutscher Öffentlichkeit widerlich als faul diffamierte Griechen rackerten sich für deutsche Touristen in unvoreingenommener Weise ab. Das beschämte mich etwas.Der Tag klang schließlich in Petros Restaurant am Strand von Horefto aus. Petros konnte selbst nicht mitarbeiten, dafür bewirtete er den gesamten Arbeitstrupp auf Rechnung des Hauses. In den Gesprächen untereinander bekundete die fröhliche Runde viel Sympathie für die Wikinger Gäste. In Zagora und Horefto scheint man uns wohl zu mögen.

Wolf-Dieter Buck

 

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