Provenzalische Schuld – Buchtipp für Krimifans

Herbst in der Provence. Morgens ziehen die ersten Nebelschwaden durch die Täler und die Tage werden allmählich kürzer. Noch ist es angenehm warm und die Bewohner erfreuen sich der Stille nach der hektischen Sommerzeit. Doch was dann geschieht, lässt die Bewohnern nicht mehr ruhig schlafen…

Mein erster Kontakt mit dem Ermittler Pierre Durand fand an einem sonnigen Frühlingstag auf meiner Terrasse statt. Durch Zufall hatte ich das Buch von Sophie Bonnet bei einer Freundin entdeckt, und mir spontan ausgeliehen. Da ich nicht genug von Krimis bekommen kann und die Provence eine meiner liebsten Regionen in Frankreich ist, klang dies nach einer vielversprechenden Mischung. Provenzalische Geheimnisse hieß der Titel damals. Ein tolles Buch. Nicht nur ein spannender Krimi, sondern auch eine wunderbare Beschreibung der Landschaft, der Menschen und den kulinarischen Genüssen der Provence.

Nun hörte ich, dass die Autorin den Ermittler, in einem neuen Fall, in die Haute Provence führt. Und, dass die „Verlassenen Dörfer“ bei Gap, die ich von Reisen her kenne, eine Rolle spielen. Sofort wusste ich, welches mein nächstes Buch sein würde. Provenzalische Schuld.

Provenzalische Schuld
Provenzalische Schuld von Sophie Bonnet

Die Handlung, kurz beschrieben…

Die Geschichte beginnt in dem kleinen Dorf Sainte-Valérie. Einem typisch provenzalischen Örtchen, in dem Pierre Durand, der Chef der örtlichen Polizei, mit seiner Freundin Charlotte lebt. Die beiden stehen kurz davor in den lang ersehnten gemeinsamen Urlaub zu fahren, als die Verwicklungen beginnen. In der Hochprovence erschüttern zwei grausame und mysteriöse Morde die Menschen. Außerdem verschwindet in Sainte Valérie die Frau des Bürgermeisters spurlos.

Dorfplatz
So könnte es in Sainte-Valérie aussehen

Warum das Buch lesenswert ist…

Der Krimi ist von Anfang an spannend. Lockerleicht und lebhaft wird man von der Autorin zur Herbstzeit in die Provence entführt, so dass das Gefühl entsteht, direkt vor Ort zu sein. Die Handlung entwickelt sich schlüssig, ohne dabei auf überraschende Wendungen zu verzichten. Und auch wenn man die vorangegangenen Bücher nicht kennt, ist es kein Problem sich mit den Charakteren vertraut zu machen. Sie wachsen einem schnell ans Herz und man fühlt mit ihnen. Insgesamt ein wirklich guter Krimi, den man, wenn sich die Möglichkeit ergibt, in 1-2 Tagen verschlungen haben wird.

Soweit so gut.

Besonders schön an diesem Buch finde ich die vielen Eindrücke, die man so ganz nebenbei von der Provence erhält. Von den zum Teil etwas schrulligen Eigenarten der Bewohner, die sympathisch beschrieben werden. Über gut recherchierte Hintergründe, wie zum Beispiel der Problematik über die Rückkehr des Wolfes. Bis hin zu den äußerst leckeren Gerichten der provenzalischen Küche. Wer wie ich gerne isst, und ein bisschen Phantasie mitbringt, dem wird beim Lesen das Wasser im Mund zusammenlaufen.

Käse mit Kräuter
Käse mit Kräuter der Provence

Was mir besonders gefallen hat…

Mein persönliches Highlight der Geschichte ist aber auch der Abschnitt, der in Agnielles, einem der „Verlassenen Dörfer“ spielt. Vor meinem geistigen Auge nimmt die Erzählung Gestalt an, und ich stehe eins zu eins im Ort. Ich sehe den alten Friedhof und die verlassenen Häuser. Ich bewege mich mit den Akteuren durch die Gebäude und erkenne jede Ecke und jede Stufe. Es ist beinahe wie nach Hause kommen, so detailliert skizziert die Autorin die Begebenheiten.

alter Friedhof
Der alte Friedhof von Agnielles

Fazit

Am Ende finde ich es schade, dass das Buch nicht doppelt so dick ist. Für mich könnte die Geschichte ruhig noch ein wenig weiter gehen. Und gerne noch tiefer in die Region vordringen. Aber sonst, nix zu meckern…

Mein Tipp:

  • Wer gerne Krimis liest, kann hier nichts falsch machen.
  • Ans Herz legen kann ich es außerdem jedem, der die Provence mag. Oder sich einen ersten Eindruck von ihr machen möchte.
  • Allen, die schon in den Verlassenen Dörfern waren, denen wird es bestimmt ähnlich gehen wie mir. Ihr werdet beim Lesen ganz besondere Momente erleben.

Wer weitere Fälle mit Pierre Durand lösen möchte wird sich freuen. Es gibt mittlerweile bereits 5 Bücher über den charismatischen Ermittler. Weitere folgen bestimmt.

Und diejenigen, die sich für die Reise in die Haute Provence und die „Verlassenen Dörfer“ interessieren, finden hier die entsprechenden Infos.

Nun sagt mal, habt ihr das Buch schon gelesen? Wie hat es euch gefallen?

Bis bald…

Eure Anja

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