Reise 4302: Kuba – Havanna, Sehnsucht und Lebensfreude

Am 05.11. ging es endlich los – meine Kubareise, auf die ich mich seit einem halben Jahr wie ein kleines Kind gefreut habe. Nachdem wir am Abend nach ca. 10 Stunden Flug in Kuba gelandet sind, haben wir zunächst einmal unsere Euros in kubanische Pesos convertibles (CUC) getauscht und sind zu unserem Hotel in Havanna gefahren. Dort angekommen sind wir nur noch in die Betten gefallen, um am nächsten Tag fit zu sein, die kubanische Hauptstadt Havanna zu erkunden. Und da gab es wirklich viel zu bestaunen: der imposante Friedhof Cristóbal Colón, die Plaza de Revolución mit 142 m hohem Obelisken, das Revolutionsmuseum, die koloniale Altstadt und natürlich die vielen schönen, bunten Oldtimer, die durch Havannas Straßen fahren (ich habe noch in keinem Urlaub so viele Autos fotografiert, wie in Kuba). Auch unser erster Daiquiri in der legendären Bar Floridita durfte bei unserer Stadtbesichtigung nicht fehlen.

Am 3. Tag mussten wir früh aus den Federn um mit dem Flugzeug nach Holguin zu fliegen. Geplanter Abflug war um 6.00 Uhr. Nach Ankunft am Flughafen haben wir dann erfahren, dass der Abflug verspätet stattfinden wird. Willkommen in Kuba! Somit übten wir uns in Geduld, lümmelten uns an dem kleinen, nationalen Flughafen rum und schlugen die Zeit tot. Um 14 Uhr war es dann endlich soweit – auf nach Holguin und Weiterfahrt mit dem Bus nach Baracoa.

Nach so viel Warterei, freuten wir uns am nächsten Tag auf unsere erste kleine Wanderung mit dem einheimischen Führer Jordi, der uns viel über einheimische Bäume und Früchte erzählt hat. Ein Highlight: Ein einheimischer Bauer hat uns Kokosnüsse von einer Palme geholt – mmmh, lecker! Anschließend sind wir mit kleinen Ruderbooten auf die andere Flussseite gefahren und haben eine kurze Pause am Meer gemacht. Leider war das Meer zu stürmisch, sodass Baden nicht möglich war. Anschließend wurden wir mit den Ruderbooten ca. 20 Minuten den Fluss runter gefahren zu einem kleinen Restaurant, wo wir Mittagessen aus Bambusschalen gegessen haben. Unser lokaler Führer hat uns außerdem, auf unseren Wunsch hin, Cucurucho organisiert, eine Spezialität der Gegend, bestehend aus Kokos, Fruchtpüree und Zucker, das in spitz gerollte Bananenblätter gefüllt ist – sehr nahrhaft.

Am fünften Tag ging es nach einer kleinen Besichtigung von Baracoa weiter, vorbei an Guantánamo nach Santiago de Cuba, dessen Besichtigung am darauf folgenden Tag auf dem Programm stand: das Castello de Morro mit toller Aussicht über die Umgebung/das Meer, der Friedhof Necrópolis Santa Ifigenia mit dem Martí-Monument, die Kaserne Moncada mit Museum 26. Juli, die Kathedrale Catedral de Nuestra Señora de la Asunción und fakultativ das Karnevallmuseum mit Tanzvorführung. Am Abend lockte die Casa de la Trova , eine Kulturstätte/Bar, in der täglich Bands spielen und getanzt wird. Dazu ein Mojito oder Cuba Libre und man konnte die kubanische Lebensfreude hautnah spüren.

Den Vormittag des siebten Tages verbrachten wir im Bus nach Santo Domingo in der Sierra Maestra, wo wir uns am Nachmittag bei einer schönen kleinen Wanderung entlang des Flusses die Beine vertreten konnten (ca. 3,5 Std. inkl. Pause). Die ganz Harten sind in der Pause sogar im Fluss baden gegangen, mir persönlich war es aber definitiv zu kalt.

Das war ein guter Einstieg für unsere Wanderung am Folgetag. Mit Allrad-Taxen fuhren wir über eine sehr steile Straße zum Ausgangspunkt der Wanderung „Alto del Naranja“. Diese geschichtsträchtige Wanderung auf den Spuren von Fidel Castro und Che Guevarra führte uns zur Commandancia de la Plata, ein geheimes Hauptquartier während der Revolution. Zurück ging auf dem selben Weg. Tolle Wanderung bei traumhaftem Wetter.

Am neunten Tag fuhren wir über Bayamo nach Camagüey, wo wir am Nachmittag eine kleine Stadtbesichtigung mit Bicitaxen (fakultativ) gemacht haben.Die Fahrt in dem Fahrradtaxi war ein großer Spaß.

Unser Ziel am Folgetag war die Stadt Trinidad, die wir am frühen Nachmittag erreichten. Unser Hotel lag oberhalb von Trinidad mit tollem Blick über die Stadt.

Mit einem alten russischen Lastwagen fuhren wir am nächsten Morgen in die Sierra de Escambray – das alleine war schon ein Erlebnis. Zunächst sind wir auf einer (schlechten) Asphaltstrasse mit vielen Löchern auf 800 m Höhe gefahren, wo wir am Infozentrum unseren örtlichen Guide eingesammelt haben. Anschließend ging es über Pisten weiter zum Parque Guanayara, in dem unsere Wanderung von der „Casa de Gallega“ (Haus der Gallizierin) begann. Schöne, einfachere Wanderung entlang des Flusses Rio Melodioso mit vielen Erklärungen zur Flora und Fauna bis zum Wasserfall Salto el Rocio. Wir hatten sogar das Glück Colibries und Tocororos (Nationalvogel von Kuba) zu sehen. Anschließend genossen wir das Mittagessen bei der Gallizierin.

Tag 12 begann mit der Besteigung des Turms des Zuckerrohrbarons Manaca Iznaga. Anschließend ging es zurück nach Trinidad (Unesco Weltkulturerbe), wo wir einen kleinen Stadtrundgang gemacht und das kleine Museum Municipal de Historia (Museum zur wechselvollen Geschichte der Stadt) besucht haben. Der Rundgang endete an der Bar La Chanchánchara, wo wir den gleichnamigen Cocktail probieren konnten, den es nur in Trinidad gibt. Zutaten: Honig, Zitrone, Wasser, Eis, Rum. Am frühen Nachmittag brachte uns der Bus an der Playa de Trinidad zu unserer All-Inclusive-Clubanlage direkt am Karibischen Meer. Zunächst waren uns die gelben AI-Bändchen am Handgelenk komisch, jedoch schauten auch wir uns gerne die abendliche Tanz- und Gesangsshow an.

Nach den vielen neuen Eindrücken dieser Reise genossen wir den darauf folgenden Tag am Meer in vollen Zügen: lesen, schlafen, schwimmen, quatschen, sonnen … einfach mal die Seele baumeln lassen.

Leider gehen alle schönen Dinge einmal zu Ende und so mussten auch wir nach 2 Wochen kubanischer Lebensfreude wieder zurück nach Havanna fahren. Da unser Abflug erst am Abend geplant war, konnten wir morgens noch eine typische Zigarrenfabrik mit kleiner Führung besuchen. Auch für Nichtraucher wie mich ein sehr interessantes Erlebnis.

Zu dem positiven Gesamteindruck der Reise hat sicherlich auch unsere Reiseleiterin Rita beigetragen, die uns mit ihrer freundlichen, souveränen Art viel über Land und Leute in Kuba zu erzählen wusste. Da in Kuba auch immer ein örtlicher Reiseleiter dabei sein muss, hatten wir den Luxus gleich von 2 Reiseleitern betreut zu werden. Das war super, da wir somit die Gegebenheiten vor Ort aus kubanische und aus europäischer Sicht erklärt bekamen. Wir fühlten uns rundum gut betreut und informiert.

 

Fazit:

Tolles Land

+ viel Kultur & Geschichte

+ schöne Wanderungen

+ kompetente Wikinger-Reiseleitung

+ sehr guter einheimischer Guide

+ nette Gruppe

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= Tolle Reise, die ich auf jeden Fall weiterempfehlen werde!

Winterliche Grüße aus dem verschneiten Hagen,

Raphaela Fritsch

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