Reisearomen – A wie Anis

In einer neuen Blogreihe  will ich euch in die Welt der Aromen und Düfte entführen. In Mitteleuropa sind Gewürze und Kräuter wie Petersilie, Dill, Pfeffer und Lorbeerblatt bekannt und gehören in die alltägliche Küche. Wie sieht es aber mit Kardamom, Kurkuma und Co. aus? Abseits der Gewürzmischung „Café de Paris“ für Kräuterbutter gibt es zahlreiche bekannte Mischungen. Was zum Beispiel ist Bestandteil des berühmten 5-Gewürze-Pulvers? Und das Wichtigste von allem, in welchen Ländern begegnen Sie uns? Heute: Anis!

Reisearomen: A wie Anis
Echter Anis
Echter Anis

Den Anfang macht Anis. Der echte Anis ist eine Pflanze aus der Familie der Doldenblütler der ursprünglich im östlichen Mittelmeer beheimatet war. Der Name leitet sich vom Griechischen „ἄνηθον“, dem Wort für Dill ab, da diese beiden oft verwechselt wurden. Der echte Anis ist mit dem, in der heutigen Küche weit verbreiteten, Sternanis nicht verwandt.

Anis wurde bereits in der Antike von den Römern, Arabern, Griechen und Ägyptern als Gewürz-und Heilpflanze eingesetzt und auch im fernen Indien und alten China wusste man um seine Heilwirkung. Zum Beispiel hilft ein heißer Aufguss als schleimlösendes Hustenmittel, aber auch als Tee aufgebrüht sorgt Anis für Linderung bei Verdauungsbeschwerden.

Übrigens war Anis die Heilpflanze des Jahres 2014!

Was uns aber viel mehr interessiert als die Geschichte und die Heilwirkung des Multitalentes ist seine Wirkung in der Küche!

Im westlichen Kulturkreis wird Anis oft nur in die Weihnachtszeit, zum Backen von Plätzchen und Brot eingeordnet, doch es gibt allerlei weitere kulinarische Köstlichkeiten mit diesem Gewürz.

Raki
Raki

Liköre rund ums Mittelmeer, von Sambuca über Pastis bis hin zu Ouzo, Raki und Absinth werden hauptsächlich aus Anis hergestellt. Auch wenn heutzutage der günstigere Sternanis aus China dem echten Anis zunehmend den Rang abnimmt. Doch ein Gläschen Ouzo nach dem Essen gehört auf unseren Griechenland –Reisen dazu, z. B. bei unserer Reise „Ein feines, griechisches Gericht: Wandern, Entspannen & Lebensfreude“ auf Chalkidiki. Erst locken lukullische Genüsse beim Kochkurs, dann werden die Füße hochgelegt und der wohlverdiente Abend genossen.

Auch in Norddeutschland hat Anis in der Küche eine alte Tradition. Aniskringel wurden als Opferspeise bei Erntefesten, Ringreiten oder Frühlingsfesten gereicht und anschließend ins Bier oder in den Met getunkt und verspeist.

 

In der heutigen Küche kennt man Anis vor allem als Bestandteil des chinesischen 5-Gewürze-Pulvers. Zusätzlich zum Anis (in diesem Fall Sternanis) gehören hierzu Szechuanpfeffer, Zimt, Gewürznelken und Fenchelsamen. Die Gewürzmischung eignet sich vor allem zum Würzen von Saucen zu Fleisch-, Geflügel- und Fischgerichten.

In Italien gehören mit Anis aromatisierte Biscotti zum Kaffee. Anbei findet Ihr ein Rezept zum nachbacken:

Biscotti mit Anis und feinem Zitronengeschmack

Zutaten

450 g             Mehl

2 TL                Backpulver

1 Prise          Salz

2 TL                Anis, ganz

150 g             Butter

200 g             Zucker

2     Eier

Zitronenabrieb


Zubereitung

Ofen auf 180° Grad vorheizen und ein Backblech mit Backpapier auslegen.

Das Mehl mit dem Backpulver, Salz und Anis in einer Schüssel mischen. Die weiche Butter mit dem Zucker cremig rühren,

Anisbiscotti
Anisbiscotti

dann den Zitronenabrieb und die Eier unterrühren. Die Mehlmischung dazugeben und kurz unterrühren, bis der Teig beginnt fest zu werden. Mit bemehlten Händen den Teig auf eine leicht bemehlte Arbeitsfläche geben. Teilen und länglich formen, hier schnell arbeiten und nicht mehr Mehl dazugeben.

Diese beiden Teigstränge dann auf das vorbereitete Backblech legen. Sie sollten etwa 28cm lang und etwa 8cm breit sein. Im vorgeheizten Ofen etwa 30-35 Min. backen. Sie sollten eine goldbraune Farbe haben. Herausnehmen und auf dem Blech etwa 10 Min. abkühlen lassen. Dann auf einem Brett in etwa 2,5cm breite Scheiben schneiden. Dabei mit einer Hand die gebackenen Teile etwas festhalten, die man abschneidet. Die Scheiben legt man nun auf das Backblech zurück und backt die Biscotti nochmals etwa 15 Min. im Ofen. Lässt sie dann auf einem Kuchengitter vollständig auskühlen. In einem luftdicht verschlossenen Behälter sind sie mehrere Tage haltbar.

 

Viel Spaß beim Backen und guten Appetit!

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