Reisearomen – B wie Bockshornklee

Gewürze und Kräuter mit B.. Spontan fallen einem sofort Basilikum und Bohnenkraut ein. Wer sich jahreszeitlich inspirieren lässt kommt auch schon mal auf Bärlauch und Borretsch. Ich möchte jedoch auf das „Superfood“ Bockshornklee aufmerksam machen.

Superfoods sind aktuell in aller Munde. Allen voran Chiasamen und Quinoa, Acai- und Gojibeeren. Es gibt aber auch regionale und eher unbekannte Lebensmittel, die durchaus den Titel Superfood verdient hätten.

Einer dieser „Alleskönner“ ist der Bockshornklee, auch bekannt unter Stundenkraut, feine Grete oder Siebenzeiten. Seine

Bockshornklee - Pflanze
Bockshornklee – Pflanze

facettenreiche Wirkung als Heilkraut war bereits in der Antike bekannt und so verwundert es nicht, dass der babylonische König Marduk-apla-iddina II. ihn bereits in seinem Kräutergarten pflanzte. Auch im chinesischen Kaiserreich fand der Bockshornklee Verwendung. Nach Europa kam die Hülsenfrucht mit den Benediktinern, die sich bemühten das Gewächs in ihren Klostergärten zu akklimatisieren. Auch Hildegard von Bingen und Pfarrer Kneipp schätzten den Bockshornklee und seine vielfache Wirkungsweise. Das berühmteste Zitat ist allerdings vom Propheten Mohammed überliefert, der da sagte: „Wenn meine Leute wüssten, wieviel Heilkraft im Bockshornklee enthalten ist, dann würden sie ihn kaufen und sein Gewicht in Gold aufwiegen“.

Bockshornkleesamen als Tee
Bockshornkleesamen als Tee

Bockshornklee hilft bei Atembeschwerden ebenso wie bei Hautkrankheiten. Er soll gegen Haarausfall helfen und den weiblichen Hormonhaushalt regulieren. Bei Diabetes stabilisiert er den Blutzuckerspiegel. Auch als blutbildendes Mittel wird er genauso eingesetzt wie als fiebersenkendes Mittel. Die Liste könnte man ewig so weiterführen, für fast jedes Wehwehchen gibt es sicherlich auch ein Rezept mit Bockshornklee. Ob als Tee, Pulver oder Kapsel. Grund dafür sind die zahlreich enthaltenen Vitamine (Thiamin, Folsäure, Riboflavin, Niacin, Vitamin A, B6 und C) als auch die mineralischen Komponenten (wie Eisen, Kalium, Kalzium, Zink etc.) und der Eiweißreichtum.

Bockshornklee – Pflanze, Samen, Schoten

Wir wollen uns aber lieber den kulinarischen Besonderheiten widmen. Im Mittelmeerraum wird die Pflanze als Nahrungsmittel angebaut, aber auch als Gewürz verwendet.

So sind die Bockshornkleesamen essentieller Bestandteil jeder Currymischung. Die sonst bitteren Samen verlieren ihre Bitterstoffe durchs Rösten und entfalten mit der Wärme ihr ganzes Aroma. Zu den Bockshornkleesamen gesellen sich weitere Gewürze je nach Rezept. Eine Grundmischung besteht aber aus folgenden Bestandteilen:

Currypulver-Grundrezept:
Curry Mischung
Curry Mischung

1 Teelöffel Bockshornkleesamen 1 Teelöffel Pfefferkörner (schwarz) 1 Teelöffel Senfkörner 2 Esslöffel Korianderkörner ½ Teelöffel gemahlener Ingwer ½ Teelöffel gemahlener Kurkuma 3-6 getrocknete Chilischoten (je nach Geschmack)

Alle groben Zutaten in eine Pfanne geben und unter schwenken gut anrösten. Anschließend in einen Mörser geben und fein mahlen. Ingwer und Kurkuma zufügen und die Mischung gut vermengen.

Luftdicht verschließen und trocken und dunkel lagern.


 

 

Außer als Bestandteil des Currypulvers kann man den Bockshornklee auf vielfältige Weise zubereiten. Die Blätter ergeben ein schmackhaftes Gemüse oder einen Salat. Die Samen kann man wunderbar als Topping auf Joghurt oder Müsli streuen (hierzu am besten vorher über Nacht in Wasser einweichen). Auch als Tee sind die Samen sehr bekömmlich. Die Sprossen/Keimlinge können Salate auf würzige Weise ergänzen.

In Südtirol wird Brot und Käse unter anderem auch mit Bockshornkleesamen gewürzt und auch in der türkischen Gewürzpaste Çemen sind diese enthalten. Am meisten Verwendung findet das Superfood jedoch in der indischen Küche. In nahezu allen Gerichten findet man Bockshornklee als Gewürz oder Bestandteil wieder. Wer Lust hat, sich persönlich ein Bild/Geschmack von der indischen Küche zu machen, kann entweder eine unserer aktiven Indienreisen buchen, oder folgendes Rezept zuhause nachkochen 🙂

 

Lammcurry mit Tomaten – Raita

 

Zutaten

500 g   Lammfleisch

3   Zwiebeln, gewürfelt

4   Knoblauchzehen, gehackt

1 EL Kurkuma

1 EL Koriander

1 EL Senfsamen, schwarze

1 EL Bockshornkleesamen

1 TL   Zimt

1/2 TL Kardamom, gemahlen

1/4 TL Kreuzkümmel, gemahlen

6   Tomaten, gehäutet und geachtelt

500 ml Gemüsebrühe

3   Chilischoten, nach Belieben auch mehr, gehackt

1 Dose Kichererbsen

1   Zitrone, Abrieb

 

Für den Gewürzjoghurt: (Raita)

500 g Naturjoghurt

4   Knoblauchzehen, gehackt

1   Zwiebel, ganz fein gewürfelt

1   Tomate, gehäutet und fein gewürfelt

1/4 Bund Kräuter z.B. Koriander oder Petersilie, gehackt

1 Msp. Kreuzkümmel, gemahlen

Salz und Pfeffer

Brot (idealerweise Naan-Brot)

 

Zubereitung
Lammcurry
Lammcurry

In einer heißen Pfanne die Gewürze anrösten und im Mörser fein zerstoßen. In einem Topf in etwas Öl die Zwiebeln anbraten und das Lammfleisch zugeben. Farbe nehmen lassen und die Gewürze, Zitronenschale und die Tomaten zugeben, mit der Brühe aufgießen. Die Kichererbsen und die Chilischoten zugeben (wer es nicht so scharf mag, entfernt die Kerne und die weißen Innenhäute). Mit Salz und Pfeffer abschmecken und 90 Minuten köcheln lassen.

Für die Raita den Joghurt mit der Zwiebel, dem Knoblauch, den Kräutern, etwas Kreuzkümmel, Salz und Pfeffer verrühren. Kalt stellen.

Zum Servieren das Curry in einen Teller geben, einen guten Esslöffel Raita in die Mitte geben und ofenwarmes Naan-Brot dazu genießen.

 

Guten Appetit!

Eure Nicole

 

Schreibe einen Kommentar