Reisearomen – D wie Dill

Dieses Mal geht es gewürztechnisch nicht ganz so weit in die Exotik. Dill ist aus der deutschen aber auch der skandinavischen Küche kaum wegzudenken. Gewürzgurken, Dillsauce zu Fisch oder im Gurkensalat. Und ganz nebenbei hat Dill auch noch ein paar echte „Superfood“-Kräfte.

Dill
Dill

Dill gehört zur Familie der Doldenblütler und ist eng mit Kerbel, Fenchel und Petersilie verwandt. Die einjährige krautige Pflanze erreicht eine Höhe von bis zu 1,30m und ist eines der meistangebauten Gewürze in Deutschland. Die Erntezeit liegt zwischen Juli und August. Verwendet werden vor allem die Dillspitzen (15 – 25 cm Schnittlänge), aber auch die Früchte und Samen.

Bereits im Alten Ägypten wurde Dill kultiviert, als Heil- und Gewürzpflanze. Pharao Amenophis II. wurde sogar mit einem Bund Dill bestattet. Vor etwa 5000 Jahren verbreitete sich die Kulturpflanze über das östliche Mittelmeer in Richtung Atlantik. Um 3600 v. Chr. wurde Dill bereits intensiv im Alpenraum verwendet. Im Mittelalter verbreiteten die Mönche die Heil- und Nutzpflanze in ihren Klostergärten und schufen somit den Grundstein für seine bis heute erfolgreiche Verwendungsgeschichte.

Aber was kann Dill denn nun eigentlich?

Heilwirkung

Der Begriff Dill stammt ursprünglich vom altenglischen Wort „dylle“ ab, das so viel wie beruhigend/mildernd heißt und somit

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Heilkräuter

auf die Heilwirkung der Pflanze verweist. Gladiatoren rieben sich mit Dillöl ein, da dies als schmerzlindernd und wundheilend gilt. In Ägypten wurde Dill als Mittel gegen Kopfschmerzen, aber auch bei Verdauungsproblemen angewendet. Hildegard von Bingen nutzte das Kraut bei Nasenbluten und Atembeschwerden. Auch Parcelsus, Hippokrates und Karl der Große wussten um die Wirkstoffe des Dills. Heute ist nachgewiesen, dass Dill Beschwerden bei Verdauung, Appetitlosigkeit, Sodbrennen, Schlaflosigkeit und vielen mehr lindern kann. Auch in Beruhigungstees für Säuglinge sind Dillsamen enthalten.

Im Volksglauben weit verbreitet war der Leitspruch „Ich habe Senf und Dille, Mann, wenn ich rede, schweigst du stille.“. Dieser sollte frisch vermählten Bräuten in der Ehe Kraft geben 😉 .

Und in der Kulinarik?

Spreewaldgurken
Spreewaldgurken

Dill liebt Fisch und Gurken, dies ist nicht nur eine Küchenweisheit, sondern auch durch

Fischgericht
Fischgericht

zahlreiche Rezepte belegt. Egal ob in der Frankfurter Grünen Sauce, als Zugabe im Eintopf oder als Würze im Gurkensalat, die deutsche Küche weiß ihn zu verwenden. Auch bei den beliebten Spreewaldgurken gehört Dill mit ins Einmachglas. Eine Prise frische Dillspitzen auf Salzkartoffeln ist in vielen Familien ein Muss. Eine besonders schmackhafte Fischmarinade erhält man durch eine Mischung aus Dill, Koriander, Basilikum, Zitrone, Pfeffer und Salz. Alle Zutaten fein zerstoßen und den Fisch für mindestens 24 Stunden marinieren. Weltweit bekannt ist auch skandinavischer Graved Lachs im Dillmantel. Allgemein hält die skandinavische Küche so einige pescetarische Leckerbissen bereit und Dill spielt meistens eine große Rolle! Doch auch im Schnapsglas ist Dill zuhause. Durch Destillation von Dillöl erhält man einen Likör/Schnaps, der in Dänemark sehr populär und die typische Beigabe zum Hering ist.

 

Eine traditionelle finnische Speise ist die Lachssuppe mit Dill. Also, auf die Kochlöffel, fertig, los! Und falls Ihr keine Lust auf Kochen habt, bei unserer Tour 5282 „Finnisch gut: Urlaub für Körper & Seele“ werdet ihr bekocht 😉

Finnische Lachssuppe

Zutaten für 4 Portionen:

500 g Lachs

500 g Kartoffeln

1 Zwiebel

1 Liter Fisch- oder Gemüsebrühe

Piment

Salz

Ein Bund Dill (am besten frisch oder aus dem TK-Regal)

200 g Sahne

etwas Zitronensaft

Zubereitung:

Kartoffeln schälen und in Stücke schneiden. Zwiebeln und Lachs würfeln. Dill hacken.

Kartoffeln zusammen mit den Pimentkörnern und den Zwiebeln in etwas Wasser kochen. Die Zutaten sollten ca. zur Hälfte mit dem Wasser bedeckt sein. Anschließend das Wasser abgießen.

Die Brühe zubereiten und aufkochen. Lachsstücke darin ziehen lassen. Sobald die Lachsstücke gar sind, die Kartoffel-Zwiebelmasse mit den Pimentkörnern dazugeben. Sahne und Dill hinzugeben und mit Salz abschmecken. Zum Abschluss noch mit einem Spritzer Zitronensaft verfeinern.

Hyvää ruokahalua! (Guten Appetit!)

finnische Lachssuppe
finnische Lachssuppe

Eure Nicole

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