Reisearomen – F wie Fenchel

Vielen ist Fenchel nur als aromatisches Pulver im Teebeutel bekannt. Dabei kann er so viel mehr. Fenchel ist nicht nur eine kulinarische Köstlichkeit, sondern auch für seine heilende Wirkung bekannt. Unter anderem wurde er sogar zur Arzneipflanze des Jahres 2009 gewählt. Aber was macht die „tolle Knolle“ eigentlich so besonders?

Das 1×1 des Fenchels

Entdeckt wurde der Fenchel vor mehr als 4.000 Jahren in Ägypten. Schon damals wurde der sogenannte wilde Fenchel wegen seiner großen Heilkraft geschätzt und zur Linderung zahlreicher Beschwerden eingesetzt. Über viele Jahre hinweg wurde aus dem wilden Fenchel der heutigen Gemüsefenchel gezüchtet.

Der uns bekannte Fenchel ist eine Krautpflanze, die zwischen 60 – 220 cm hoch wird. Die allseits weitverbreiteten Fenchelwurzeln haben eine blassgelbliche Farbe und verströmen einen süßlich aromatischen Duft. Die Blätter der Pflanze ähneln dem Dill und wachsen senkrecht an blaugrünen Stängeln empor. Der Doldenblütler stammt aus Vorderasien und dem Mittelmeerraum und man kann auch heute noch wilden Fenchel an sonnigen Hängen über dem Meer finden.

Fenchel hat ein prägnantes Aroma und einen ganz eigenen Geschmack: süßlich und irgendwo zwischen Anis und Dill einzuordnen. Das Geschmackserlebnis ist allerdings nicht jedermanns Sache. Während wahre Fenchel-Freunde ihre Lieblingsknolle roh genießen, halten Gegner so viel Abstand wie nur möglich.  So oder so – Fakt ist: Die Würz- und Heilpflanze ist ein wahrer Allrounder! Gegessen werden kann fast die ganze Pflanze. Zum einen die Knollen, beispielsweise in Salaten oder Gemüsegerichten und zum anderen die „Fenchelsamen“, welche auch als „Früchte des Fenchels“ bezeichnet werden sowie die Blätter.

Das Knollgemüse enthält von Natur aus ätherische Öle. Anethol sorgt für den signifikanten, süßlichen Geschmack und Fenchon verleiht den leicht bitteren Beigeschmack.

Man findet ihn hierzulande ganzjährig, seine Hauptsaison liegt allerdings zwischen Oktober und Mai.

Fenchel – Ein echtes Wundergemüse

Am bekanntesten ist wohl Fencheltee, welcher unter anderem wegen seiner wohltuenden Wirkung bei Bauchschmerzen und Erkältungen beliebt ist. Der typische Geruch dieser Allzweckwaffe erfüllt wohl viele von uns noch heute mit zahlreichen Kindheitserinnerungen. Kein Wunder also, dass wir Deutschen nach wie vor bei den verschiedensten Gelegenheiten fleißig auf den Kräutertee zurückgreifen.

Leider wird Fenchel noch allzu oft als „Babybreigemüse“ und „Zutat von Kinder-Kräutertees“ abgestempelt. Dabei steckt so viel mehr in dem charakterstarken Gemüse:

Es handelt sich um ein echtes Wundergemüse. Über den Geschmack lässt sich streiten, aber eines ist sicher: Fenchel ist gesund. Er ist kalorienarm, liefert viele Ballaststoffe und versorgt uns mit einer ganzen Reihe wichtiger Inhaltsstoffe. Roher Fenchel enthält doppelt so viel Vitamin C wie Apfelsinen und die Knollen sind reich an Betakarotin, Eisen, Kalium, Kalzium und Folsäure. Wenn du zu den Fans der Power-Knolle gehörst, genießt du ihn sogar am besten roh, denn beim Garen reduzieren sich die Inhaltstoffe meist auf die Hälfte.

Fenchel

Fenchel in der Küche

Das köstliche Gemüse lässt sich so vielseitig zubereiten, wie kaum ein anderes:

Ob als Suppe, Salat, roh, gedünstet oder gebraten – Fenchel bringt echten Schwung in die Küche und eröffnet herrlich interessante kulinarische Möglichkeiten.

In Deutschland beschränkt sich die Beliebtheit des Fenchels. Anders ist es in Italien: Italiener lieben Fenchel. Hier ist er ein fester Bestandteil der Speisekarte. Kombiniert wird er dabei vor allem mit Fisch. Oft wird auch wilder Fenchel verkauft, welcher mit seinem süß-scharfen, leicht beißenden Aroma in Form getrockneter Blütenzweige ein herrliches Bett für Fisch darstellt.

In Indien wird der Fenchel wieder anders interpretiert. Hier wird er in Restaurants klassisch mit anderen Gewürzen in einer Zuckerumhüllung auf einem Tablett zusammen mit der Rechnung serviert. Die Gewürzmischung besteht meist aus Anis, Fenchel und Koriander. Durch das gründliche Kauen der Körner entfalten sich deren ätherische Öle im Mund und entfalten ein natürlich frisches Aroma nach dem Essen. Nachgesagt wird den sogenannten „Mukhwas“ außerdem eine positive Wirkung auf die Verdauung.

Wie du siehst – Fenchel ist vieles mehr als nur „Babybrei“! Probiere es selbst!

Hier findet ihr mein liebstes Fenchelrezept zum Nachkochen:

Penne mit Fenchel und getrockneten Tomaten

Zutaten:

500g Penne

1 großer Fenchel

50 g getrocknete Tomaten

30 g Pinienkerne

2 Knoblauchzehen

3 EL Olivenöl

Kräutersalz

Pfeffer

Parmesan

Zubereitung:

Die Pinienkerne in einer Pfanne goldbraun anbraten. Den Fenchel putzen und in feine Streifen schneiden. Die getrockneten Tomaten in kleine Stücke schneiden. Den Knoblauch abziehen und kleinschneiden. Die Nudeln kochen.

Das Olivenöl im Topf erhitzen. Knoblauch und Fenchel 7-8 Minuten bei geschlossenem Deckel im heißen Öl anschwitzen. Die Tomaten dazugeben und 2-3 Minuten mitbraten. Mit Kräutersalz und Pfeffer abschmecken.

Die Nudeln abgießen, zum Gemüse in den Top geben und alles gut vermischen. Auf Tellern anrichten und mit den Pinienkernen und Parmesan bestreuen.

Ein weiteres, leckeres Rezept zur Zubereitung von fenchel findet ihr auch hier.

Guten Appetit!

Eure Delia

Was meinst du dazu?