Reisearomen: M wie Muskatnuss

Ob gemahlen, die getrocknete Blüte oder als ganze Nuss: Muskat ist in fast jeder Küche vorhanden. Aber was hat es mit der Muskatnuss eigentlich auf sich?

Muskatnuss

Kommt die Muskatnuss aus Muscat?

Zunächst einmal der Name: Muskat. Gibt es da nicht eine Stadt auf der arabischen Halbinsel die genauso heißt?

Tatsächlich haben die Omanische Hauptstadt Maskat (engl. Muscat) und das Gewürz gar nichts miteinander zu tun. Der Ursprung des Gewürznamens liegt im Französischen verborgen. Noix muscat bedeutet übersetzt in etwa „nach Moschus duftende Nuss“. Der Name der omanischen Hauptstadt Maskat hingegen kommt aus dem arabischen (Masqat) und bezeichnet den „Ort des Fallens“, was von dem steil ins Meer abfallenden Hadschar-Gebirge herzuleiten ist.

Aber wo kommt die Nuss denn nun her? Die Heimat der Muskatbäume liegt auf den Banda-Inseln und den nördlichen Molukken in Indonesien. Von dort aus wurde die Nuss auf dem Seeweg in die ganze Welt verbreitet. Heutzutage werden die Nüsse in fast allen tropischen Regionen der Erde angebaut. Hauptexporteur ist die kleine Karibikinsel Grenada, die die Muskatnuss daher auch in ihrer Landesflagge trägt.

Die Geschichte der Verbreitung der Nuss ist unglaublich spannend, das könnt ihr aber auch auf Wikipedia nachlesen. 😉

Run im Tausch gegen Manhatten

Nur so viel: Wusstet ihr, dass die Muskatnuss der Grund ist, weshalb die Niederländer Manhattan an die Briten abgetreten haben?! Am 18. April 1667 fand der spektakuläre Tausch statt. Die kleine Insel Run (Indonesien) galt damals als Ort sagenhafter Reichtümer, da sie mit Muskatbäumen bewachsen war. Das damals nur spärlich besiedelte Manhattan (knapp 1.000 Einwohner) war zwar flächenmäßig groß, aber eigentlich eher uninteressant. Dennoch gab es den territorialen Tausch, der heute noch als geschichtsträchtig gilt. Ähnlich wie der Tausch 1890 des Deutschen Reiches von Sansibar gegen Helgoland.

Nun aber zurück zur Muskatnuss. Die einen verwenden sie gerne im Kartoffelpüree, die anderen im Kakao oder sogar in Fleischgerichten. Die Vielseitigkeit dieses Gewürzes ist unglaublich.  Auch in der traditionellen Ayurvedamedizin wird die Muskatnuss gegen Durchfallerkrankungen eingesetzt. Egal ob deutsche Heimatküche, exotische Ayurvedaküche aus Indien oder sogar in der kreolischen Karibikküche – die Muskatnuss hat fast überall ihren Platz im Gewürzregal.

Mein Lieblingsrezept für die kalte Jahreszeit:

Gewürzzucker, selbstverständlich mit Muskat (in diesem Fall: Muskatblüte)

Zutaten:

14 Kardamomkapseln
1 Zimtstange
5 Nelken
10 schwarze Pfefferkörner
3 Stk. Muskatblüte
100g brauner Zucker

Zubereitung:

Die Gewürze in einem Mörser oder einer Gewürzmühle mischen und fein mahlen. Anschließend mit dem Zucker mischen und einige Tage in einem verschlossenen Schraubdeckelglas durchziehen lassen.

Anwendung:

Gewürzkaffee – für 4 Tassen 4 TL Zuckermischung mit 4 gehäuften TL Kaffeepulver mischen und aufbrühen (Kaffeemaschine oder Handfilter). Nach Belieben mit Milch abschmecken.

Indischer Chai – 2-3 EL Gewürzzucker mit 1/2l Wasser aufkochen, 5 Minuten ziehen lassen, durch ein Sieb gießen. Anschließend mit 250 ml Milch mischen und erneut aufkochen. 2 EL schwarzen Tee in ein Tee-Ei füllen und in der Flüssigkeit 5 Minuten ziehen lassen. Wer mag gibt noch etwas zusätzlichen  Zucker hinzu.

Dazu passen übrigens die Anisbiscotti aus dem Beitrag: A wie Anis

Wofür verwendet ihr am liebsten Muskat?

LG und bis bald,
Nicole

P.S.: Die besten Muskatnüsse habe ich bisher von einer Gewürztour auf Sansibar mitgebracht bekommen. Erntefrisch und super aromatisch. Ein absoluter Tipp!

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