Reisebericht: „Abenteuer zwischen Himalaja-Gipfeln und Wüstenzauber“ Teil 2

Teil 2: Jordanien
Vom Flugzeug aus bekamen wir aus der Vogelperspektive bereits einen Eindruck von dem, was uns erwartete: ein weites, karges Land, durchsetzt von trockenen Flussbetten. Was uns als erstes auffiel als wir die Flughafenhalle mit unserem Reiseleiter, Osama, verließen: Leere und Stille. Kaum eine Menschenseele zu sehen, kein lärmender Verkehr, Autogehupe oder anpreisende Händler.Erst auf dem Flug war uns die Anstrengung der ersten Woche richtig bewusst geworden – durch die Reizüberflutung haben wir die Müdigkeit gar nicht wahr genommen – und nach einem Abstecher zur Mosaikkarte und dem Berg Nebo freuten wir uns über einen freien Nachmittag am Toten Meer – „Schwimmversuche“, Schlammmasken und ein wunderschöner Sonnenuntergang inklusive.

Sonnenuntergang am Toten Meer
Sonnenuntergang am Toten Meer

Mit neuer Energie und voller Tatendrang brachen wir am nächsten Tag ins Abenteuer auf. Eine Ökolodge im Dana Biosphärenreservat war unser Ziel. Der Aufenthalt in der Lodge, von Beduinen aus der lokalen Gemeinde geführt, war ein besonderes Highlight. Nicht nur fügte sich die Anlage wunderschön in die Landschaft ein und kreierte im Kerzenschein eine zauberhafte Atmosphäre, auch konnten wir von den Mitarbeitern viel über das Beduinenleben, die Natur und Sterne lernen. Wir machten erste Bekanntschaft mit dem aromatischen Beduinentee, der zu jeder Gelegenheit getrunken wird (statt „an apple per day…“ heißt es in Jordanien „20 cups of tea per day keeps the doctor away“), backten Brot unterm Wüstensand, lauschten traditioneller Flötenmusik und ließen uns die Sternenbilder erklären. Selbst aktiv waren wir natürlich auch – ob beim Rad fahren – ein sicherlich einzigartiges Erlebnis in der Wüste – oder wandern.

Fahrradtour im Dana Biosphärenreservat
Fahrradtour im Dana Biosphärenreservat
Brot backen wie die Beduinen im Dana Biosphärenreservat
Brot backen wie die Beduinen im Dana Biosphärenreservat

Von einem Highlight zum nächsten stand als nächstes Petra auf dem Programm. Die Hinfahrt im Jeep war bereits spektakulär – grandiose Ausblicke boten sich uns und auch ein Abstecher zu Little Petra, ein ehemaliger Karawanenrastplatz, der uns mit seinen Felsbauten einen ersten Vorgeschmack auf das antike Petra bot.

Dennoch raubte es uns den Atem beim Anblick der verlassenen Felsenstadt. Das Ausmaß der Stätte ist gigantisch – an einem Tag gar nicht komplett zu besichtigen. Unser Reiseleiter erklärte uns das genial ausgetüftelte Wassersystem und ließ auch abseits der Haupttouristenrouten den Ort durch seine Erzählungen lebendig werden. Diesen Ort muss man einfach gesehen haben!

Schatzhaus von Petra
Schatzhaus von Petra

Die Füße platt gelaufen und die Kamera überbeansprucht war es Zeit für einen erneuten Szenen- und Transportmittelwechsel. So brachen wir auf ins Wadi Rum, wo uns Jeeps zu unserem gemütlichen Wüstencamp brachten. Abends lauschten wir am Lagerfeuer bei einer Tasse Tee gespannt den Geschichten des beduinischen Campleiters, anschließend kuschelten wir uns in Decken in unseren Zelten. Mit dem Sonnenaufgang wurde die Kälte der Nacht vertrieben und wir eroberten per Jeep und auf dem Rücken von Kamelen die Wüste. Die Weite und die Farbenpracht – Bilder, die wir niemals vergessen werden – auch nicht, wie unsere Fahrer mitten in der Wüste einen geplatzten Reifen wechseln mussten…

Jeep-Tour im Wadi Rum
Jeep-Tour im Wadi Rum
Auf Kamelrücken durch die Wüste Wadi Rum
Auf Kamelrücken durch die Wüste Wadi Rum

Den Wüstensand noch in den Kleidern erreichten wir schließlich Aqaba am Roten Meer. Nach einer Erfrischung im Hotel bummelten wir über den lokalen Markt und entlang der Uferpromenade, wo wir interessiert den Trubel und die Strandsitten der einheimischen Touristen beobachteten.

Gewürzstand auf dem Markt in Aqaba
Gewürzstand auf dem Markt in Aqaba
Strand von Aqaba
Strand von Aqaba

Abseits der lokalen Bevölkerung konnten wir am nächsten Morgen noch ein Bad im Roten Meer nehmen bevor es zurück nach Amman ging. Hier endete die Reise – eine Reise, die viele Eindrücke hinterlassen und Lust auf mehr gemacht hat. Die perfekt für all diejenigen ist, die sich einen ersten Eindruck von Land & Leuten zweier ganz unterschiedlicher Länder verschaffen möchten, um herauszufinden, ob sie nochmal für längere Zeit nach Indien und/oder Jordanien reisen möchten. Eine Reise, die ihre Besonderheit im Kontrast zwischen den beiden Ländern hat, und trotz der kurzen Zeit, in der viele Sehenswürdigkeiten besichtigt werden, Begegnungen mit den Menschen und Einblick in deren Geschichte, Kultur, Religion und das tägliche Leben ermöglicht. Ich werde mit Sicherheit eines Tages wieder kommen und erneut zu Gast sein in Indien & Jordanien!

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