Ruckedigu, der richtige Berg- und Wanderschuh Teil 2

Wer gut zu Fuß sein will, und das will man ja bei einem Wikinger „Urlaub der bewegt“, benötigt das richtige Schuhwerk. Wie finde ich den richtigen Wanderschuh? Eine kleine Typenkunde.

Ausgewachsene Bergschuhe für raues Gelände und lange Trekkingtouren

Die „richtigen“ Bergschuhe

Beim letzten Blogbeitrag sind wir bei den leichten Trekkingschuhen der Kategorie B stehen geblieben, jetzt wandern wir weiter. Es folgt die nächste Zwischenstufe die B/C Schuhe. Das sind schon richtige Bergstiefel! Ideal sind sie für lange Trekkingtouren, die auch mal über Gipfel führen und bei denen die Tourengänger viel im Geröll unterwegs sind. Mit diesen kann man sich unter Umständen sogar ins Hochgebirge wagen. Sie kennzeichnet meist ein umlaufender Gummirand, der das Leder des Schuhes gehen Nässe und spitze Steine schützt. Die Stiefel  haben eine wasserdichte Membran und eine Schnürung bis ganz oben. Wer eine Alpenüberquerung plant oder nach Nepal oder gar auf den Kilimanjaro will, ist mit diesen Schuhen gut bedient. Einen Trick die Wärmeleistung des Schuhs nochmals zu verbessern, verrate ich hier. Meist kann man an ihnen auch schon gut Steigeisen befestigen. Allerdings eher die Körbchen-Steigeisen und man sollte bedenken, dass dies immer ein Kompromiss sein wird. Denn plant man mit den Schuhen lange Etappen wie beim Trekking üblich, dann sollte die Sohle eher noch weich abrollen. Was sich mit den Steigeisen nicht verträgt.

Hochtouren oder Alpine Bergstiefel: Super im Gelände, elend auf Wegen.

Die alpinen Bergstiefel

Dafür ist denn die C- Klasse der Alpine Bergstiefel zuständig. Die sind sehr stabil gebaut. Die Sohle rollt praktisch nicht mehr ab und man kann jede Art von Steigeisen daran befestigen. Mit diesen Stiefeln wird man in Felsen und Eis kein Problem haben. Doch lange ebene Strecken, Forstwege und leichte Hüttenzustiege werden schnell von einer Tour zur Tortur. Dasselbe gilt für die Top Helden: die D Stiefel der hochalpinen Bergstiefel. Sie sind extrem verwindungssteif, absolut Steigeisenfest und ein Durchbiegen des Schuhs ist praktisch nicht mehr möglich. Für Expeditionen und große Höhen sind einige Modelle speziell isoliert. Verwendung finden diese dann auch bei langen Trekkingtouren, bei denen unter anderem ein 6.000er Gipfel bestiegen wird. Beispielsweise Khumbu Trekking mit Lobuche East oder Island Peak (Hier findet ihr eine solche Wikinger Sondergruppenreise). Empfehlenswert ist dabei aber, für die normalen Trekkingetappen, ein zusätzliches leichtes paar Schuhe dabei zu haben. Zum einen geht man bequemer und schont die teuren Hochgebirgsschuhe. Zum anderen hat man absolut trockene Schuhe für den einen Gipfeltag oder Nacht.

Noch einen Grad wärmer und geeignet für niedrige 6.000er: Thermoschuhe mit Gamaschen.

Leider oft falsch gekauft

Leider werden diese Stiefel oft von Leuten gekauft, die auch im weniger alpinen Gelände etwas von „Messner“ ausstrahlen wollen. Man sieht sie vor den Hütten im Almengebiet in der Sonne zum Lüften stehen, daneben sitzen ihre Besitzer mit schmerzverzerrtem Gesicht und graben in den Rucksäcken nach Blasenpflastern. Im schlimmsten Fall könnten die im ersten Blogbeitrag erwähnten Tauben wieder ihr „Ruckedigu“ aus dem berühmten Märchen Aschenputtel trällern.      

High End, aber in unseren Breiten ohne Verwendung: Die 6.000er Stiefel

Für die kleinen Messner unter uns

Ohne Kategorie läuft der letzte Schuh. Der Expeditionsstiefel. Ein Hightechteil. Mit mehreren Sohlenlagen und Innenschichten. Die Gamasche ist fest verbaut. Extrem isoliert, wie er ist, wird er nur auf großer Höhe verwendet. Meist ab den Basis- oder Hochlagern der Sechs- und Siebentausender. Für die Achttausender gibt es dann nochmals extremere Schuhe. Die neuesten Modelle sind mit Carbonfasern verstärkt und oftmals leichter als ein normaler Bergstiefel. Aber aufgepasst: Das sollte kein Kaufgrund sein. Siehe vorheriges Kapitel….

Habt ihr Erfahrungen mit Bergschuhen? Gute oder schlechte, hinterlasst eure Kommentare!

Euer Oliver  

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