Ruckedigu, der richtige Wanderschuh…. Teil 1

Wer gut zu Fuß sein will, und das will man ja bei einem Wikinger „Urlaub der bewegt“, benötigt das richtige Schuhwerk. Doch welcher Wanderschuh ist der Richtige? Die Auswahl in den Geschäften und Online ist schier grenzenlos. Klar, der beste Wanderschuh ist erstmal der, der am besten passt. Sonst geht es dem Träger wie in dem berühmten Märchen Aschenputtel, bei dem die Tauben mit ´Ruckedigu Blut ist im Schuh´ die falsche Trägerin verkünden

Mehr Schuhe im Schrank als meine Frau: Die Sifelauswahl eines Reiseleiters
Fast mehr Schuhe im Schrank als meine Frau: Die Stiefelauswahl eines Reiseleiters

Die sechs Schuhkategorien

Inzwischen gibt es große Unterschiede bei den Wanderschuhen. Vom leichten Freizeitflitzer bis zum ein Kilo schweren Hochgebirgskloben. Alle sind sie anzutreffen, auch auf Wikinger Wanderreisen. Beginnen wir mit einer kleinen Typisierung. Die Schuhhersteller haben sich nämlich auf sechs Kategorien geeinigt. Angefangen bei A bis zu D. Typ A sind die ganz leichten und der Typ D sind Schuhe für Typen wie Reinhold Messner, also eher nichts für die klassische Wikinger Wanderreise. Obwohl sie bei den ganz hohen Trekkingtouren und Gipfeln wie dem Stock Kangri in einer abgespeckten Version zum Einsatz kommen könnten. Abgespeckte Version? Ja, Kategorien schön und gut, aber es gibt natürlich immer leichte Unterschiede innerhalb der Kategorien, weshalb es auch noch die Zwischenklassen A/B oder B/C gibt. Aber der Reihe nach.

Lieblingsschuhe: Die leichten Flitzer
Lieblingsschuhe: die leichten Flitzer

Reiseleiters Liebling: Die leichten Flitzer

Beginnen wir mit A: Die leichten Flitzer. Das sind meist Halbschuhe und werden ehrlich gesagt von Reiseleitern ungern an den Füßen der Gäste gesehen (sie selbst verwenden sie aber umso lieber…). Umgangssprachlich werden diese Schuhe auch Zustiegsschuhe genannt, weil viele Bergsteiger sie benutzen, um mit den Schlappen bis zur Berghütte zu laufen, und oben erst die schweren Brocken auspacken. Die Flitzer sind sehr leicht, bequem und haben eine weiche Sohle. Sie bieten aber am Knöchel kaum halt. Wer diese Schuhe verwenden möchte, sollte geübt sein, und sicher auftreten können. Für Wanderneulinge ist dies nichts.  Eine Zehenkappe vorne ist im Gelände Pflicht und schön ist auch eine wasserdichte und atmungsaktive Membran. Breite Wanderwegen ist das Terrain der Schuhe. Ihre Grenzen, allein schon wegen der geringen Höhe an den Knöcheln, haben sie natürlich bei Regen und auf feuchten Wiesen.  Diese Schuhe passen meist noch zusätzlich in die Reisetasche oder ersetzen den Halbschuh bei der Anreise. 

Ordnung muss sein: Die halbhohen Leichten sind nicht mehr im Sortiment.

Sinn oder Unsinn? Leichte Trekker

Jetzt kommt auch schon die erste Zwischenkategorie A/B. Das sind die leichten, hohen Wanderschuhe. Im Prinzip die Zustiegsschuhe mit hohem Schaft. Ich habe meine vor kurzem weg- geschmissen, da weder Fisch noch Fleisch. Wer mit dem Auto zum Wandern anreist, kann solche Schuhe zusätzlich mitnehmen, wenn ich jedoch eh meine Trekkingstiefel dabeihabe, werde ich gleich die anziehen, wenn die Bedingungen es erfordern. Gute Einsatzbereiche für die leichten Trekker sind warme Küstengegenden, damit nicht ständig Sand in die Schuhe geschaufelt wird. Menorca – Perle der Balearen wäre ein gutes Beispiel dafür.    

Die klassischen Trekkingstiefel: praktisch gut für fast alles.

Klassische Trekkingstiefel

Kommen wir bei der Kategorie B an. Die klassischen Trekkingstiefel. Ihre Sohle ist sehr verwindungssteif, lässt aber noch ein gutes Abrollen des Fußes zu. Sie sind meist aus Leder und sind je nach Modell auch wiederbesohlbar. Sie sind schon geeignet für bergiges, teilweise unwegsames Gelände. Die Schuhe sollten wasserdicht sein und innen keine großen Nähte aufweisen. Das Innenfutter ist idealerweise aus Stoff. Die Schnürung geht bis oben an den Schaft und im Frühjahr kann man an den Schuhen Grödeln befestigen. Steigeisen halten an diesen Schuhen allerdings nicht. Ideal sind sie für Standortwanderreisen, bei denen man sie jeden Abend trocknen kann. „Im Angesicht der Dolomiten“ wäre eine solche Reise.  Nicht zu empfehlen sind sie für lange Trekkingreisen, bei denen es auch mal durch tiefen Schnee geht, oder bei jeder Witterung insbesondere Kälte und Nässe gegangen werden muss.

Gute Schuhe, gutes Gehen: weiter geht es in Teil 2

Gut im Gelände unterwegs

Ihr seht schon, das Feld ist groß. Deshalb machen wir hier einen Break und widmen uns im nächsten Artikel den schweren Trekkingschuhen bis hin zu den Expeditionsstiefeln und deren Einsatzzwecke. Klar ist, die eben beschriebenen Schuhe muss man nicht alle haben und mit etwas Flexibilität kann man die Nachteile des jeweiligen Schuhes auch ertragen. Logisch, man kann mit den klassischen Trekkingstiefeln auch leichte Tageswanderungen machen, sie sind dann halt recht schwer und auf Asphalt unschön zu gehen. Mit den leichten Flitzern dagegen einen regenassen Bergpfad absteigen zu müssen, ist eher problematisch.  Weitere Tipps und Tricks zu Schuhen und Socken und wie man einen Trekkingstiefel für eine kalte Kilimanjaro Besteigung aufmöbelt findet ihr hier.

Bis zum nächstem SCHUH lungsbeitrag….

Euer Oliver        

2 Kommentare zu „Ruckedigu, der richtige Wanderschuh…. Teil 1“

  1. Hallo Oliver,
    gerade vor ein paar Tagen habe ich mir neue Wanderschuhe gekauft. Der Grund, warum mir im Laden zu einem A/B-Schuh und nicht einem B-Modell geraten wurde, war nicht das Gelände, sondern wie schwer mein Gepäck ist (Tagesrucksack vs großer Trekkingrucksack). Wie stehst Du dazu? Danke & Grüße!

    1. Hallo Kerstin,
      ja auch das Gepäck spielt eine Rolle. Je schwerer der Rucksack, desto stabiler sollte der Schuh sein. Die leichten A/B Schuhe sind eher für Tageswanderungen gadacht, da hat man kaum mehr als acht Kilo dabei. Ist man viele Tage ohne Gepäcktransport auf Trekking sollte der Schuh gut abrollen aber trotzdem im Knöchelbereich sehr stabil sein. Ich hoffe die Antwort hilft Dir weiter. Ansonsten gerne nochmals nachfragen. Grüße Oliver

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