Rundreise Vietnam und Kambodscha

Nach Ankunft in Hanoi am zweiten Reisetag steht Tag 1 auf vietnamesischem Boden ganz im Zeichen der Akklimatisation. Aber nicht nur wegen des Wetters, sondern vor allem an die Lautstärke und den Verkehr Hanois muss man sich gewöhnen.

Während wir auf den Bezug unserer Zimmer warteten, unternahmen die ersten einen kleinen Spaziergang, in sicherer Entfernung zum Hotel, um den Literaturtempel herum.

Rundreise: Vietnam und Kambodscha – Dschungel, Dschunken, Dynastien

Hier musste erst einmal das „Straße-Überqueren“ geübt werden, was manchem recht befremdlich war. Einfach gehen, nicht nach links oder rechts schauen und auf keinen Fall, ob der heranrauschenden und hupenden Mopeds anhalten oder schneller werden. So ist man berechenbar für die Fahrer und kommt sicher auf die andere Straßenseite.

Man muss sich diesem vermeintlich perfekten Chaos einfach anpassen.

Rasanter Verkehr in Hanoi
Rasanter Verkehr in Hanoi

Das Nachtleben Hanois

Die Gruppe verabredete sich abends zum Essen, danach ruhte sich der Großteil erst einmal aus, während sich ein paar Wenige noch ins aufregende, nächtliche Treiben Hanois stürzten. Diese Stadt hat unglaublich viel zu bieten und wer ein wenig Mut und Neugier mitbringt, den wird diese Stadt reich belohnen. Es wird einfach nie langweilig. Viel Kultur, eine tolle Küche und hier findet das Leben draußen statt. Flanieren am Ho-Chi-Minh-Mausoleum, spielen im Park oder geselliges Essen und Trinken am Straßenrand.

Highlights von Hanoi

Am dritten Tag lernten wir Hanoi dann auf einer Stadtbesichtigung kennen. Dabei besuchten wir unter anderem die Tran Quoc Pagode am Westsee, das Ho-Chi-Minh-Mausoleum, den Präsidentenpalast, den Literaturtempel, den Hoan-Kiem-See, das Ethnologische Museum und unternahmen eine Rikschafahrt durch die Altstadt, bevor es am Abend mit dem Nachtzug nach Lao Cai ging.

Besonderes Glück hatten wir, dass die Studenten aus dem Umland ihren traditionellen Fototermin beim Literaturtempel hatten und sich ordentlich in Schale warfen. Auch beim Ho-Chin-Minh-Mausoleum konnte man Schüler in Ihren Trachten bewundern. Zudem wurde eine Zeremonie für die italienische Delegation abgehalten, die zu Besuch war.

Tolles Erlebnis: Der Nachtzug nach Lao Cai

Nach einem aufregenden Tag in Hanoi an dem wir viel gesehen und gelernt haben (vor allem im Ethnologischen Museum, in dem uns die Lebensweise der Minderheiten, die wir später kennenlernen sollten nähergebracht wurden), bestiegen wir dann abends den Nachtzug. Wir machten es uns in den Viererkabinen gemütlich und wurden durch leichtes Ruckeln während der Fahrt in den Schlaf geschaukelt.

Früh morgens erreichten wir am 4. Tag Lao Cai. Nach dem Frühstück ging es dann direkt weiter mit dem Bus nach Bac Ha.

Der Sonntagsmarkt von Bac Ha

Nach kurzer Erholung im Hotel besuchten wir dann den bekannten Sonntagsmarkt von Bac Ha. Dieser Marktbesuch war ein unvergessliches Erlebnis. Wohin man schaute waren Hmong-Frauen in ihren bunten Trachten. Geschäftstüchtige alte Damen, junge Mädchen und umher tollende Kinder.

Die ganz kleinen Kinder wurden von den Müttern oder Großmüttern mithilfe eines langen Stofftuches auf dem Rücken getragen. Wohin man schaute herrschte ein lebhaftes und buntes Treiben. Überall wurden Tiere gehandelt und verkauft. Fische, Hühner, Gänse, Enten, Schweine, Büffel, Hunde und vieles mehr.

An allen Ecken gab es frisches Obst und Gemüse, Kräuter, Tabak und Essensstände. Natürlich wurden auch jede Menge handgefertigte Waren wie Schmuck und bunte Texilien angeboten. An jeder Ecke schlummerten tolle Fotomotive und man verlor sich komplett in dieser exotischen Welt.

Wanderung durch das Hmong-Dorf

Nach dem Marktbesuch unternahmen wir dann eine kleine Wanderung durch ein nahes Hmong-Dorf, in dem wir einigen freundlichen Bewohnern begegneten und staunen durften, wie idyllisch aber auch anstrengend das Landleben im Dorf wohl sein würde.

Inmitten von grünen Bergen und Feldern konnte man die Bewohner bei der Feldarbeit beobachten. Während die kleinen Kinder noch unbeschwert umher tollten, mussten die etwas älteren schon kräftig mit anpacken.

Zu Fuß durch Reisfelder und grüne Wiesen

Am nächsten Tag machten wir dann eine etwas längere Wanderung, die an landschaftlicher Schönheit kaum zu überbieten war. Durch Reisfelder und grüne Wälder ging es immer wieder leicht auf und ab. Die Ausblicke waren phänomenal und wir hatten tolles Wetter. Sehr viel Sonnenschein und nur ab und zu ein paar Wolken.

An den Reisterrassen und kegelförmigen, grünen Bergen konnte man  sich kaum satt sehen. Wir fühlten uns eins mit der Landschaft. Ich machte viele Fotos, aber musste ab und zu die Kamera auch einfach mal wegpacken, um die Landschaft so richtig genießen zu können.

Ein großes Highlight der Reise: Homestay in einer vietnamesischen Familie!

Am Ende der Wanderung ging es dann weiter zu unserem ersten Homestay. In einem sehr idyllischen Dorf, das an einem Fluss gelegen ist, bezogen wir unsere Unterkunft bei einer sehr netten Familie, die uns liebevoll umsorgte. Wir Männer gingen noch Schwimmen, bevor einige kühle Bier und ein leckeres Abendessen mit der Gastfamilie warteten.

Die Nacht verbrachten wir bei toller Naturkulisse in einem großen, luftigen Gemeinschaftsraum auf am Boden liegenden Matratzen, über denen ein Moskitonetz hing.

Auf nach Sapa!

Nach dem Abschied von unserer Gastfamilie ging es am Folgetag in höhere Lagen nach Sapa (1.600 m), das auch Ausgangspunkt für den Fansipan, den höchsten Berg des Landes mit 3.143 m ist. Sapa ist zugegebenermaßen sehr touristisch, was allerdings auch Vorteile mit sich bringt. So gibt es viele Restaurants, Bars und für die Frauen sehr gute Shoppinggelegenheiten, die intensiv genutzt wurden. Auch zahlreiche Massageangebote wurden von der Gruppe gerne wahrgenommen. Der eigentliche Grund für uns war aber natürlich die traumhaft schöne Natur und die exzellenten  Wandermöglichkeiten.

Leider war der Wettergott an den kommenden zwei Tagen nicht auf unserer Seite. Unbeeindruckt wanderten wir dennoch am nächsten Morgen, durch ein leckeres Frühstück gestärkt und frohen Mutes, los. Hier und da riss der Himmel auch tatsächlich mal auf. Fortan wechselten sich Regen- und Trockenperioden an diesem 7. Tag anfangs ab, bevor es sich dann endgültig zuzog und der Regen auf uns niederprasselte.

Vietnamesische Köstlichkeiten als Stärkung

Wir waren mittlerweile gänzlich durchnässt, als wir zum Mittagessen einkehrten. Vietnamesischer Kaffee mit süßer Kondensmilch wärmte uns jedoch kurzfristig und selbst gebrannter Reisschnaps sowie leckerer Pflaumenwein wärmte uns nachhaltig und erheiterte die Laune bei allen. Während die Frauen genug hatten und die Wanderung abkürzten, gingen die Männer noch ein Stückchen weiter, vorbei an schönen Dörfern und einem Wasserfall. Insgesamt war es ein guter Wandertag, einzig getrübt durch das Wetter.

Zurück im Hotel drehten alle die Heizungen auf und trockneten ihre Klamotten für den kommenden Wandertag. Bei sintflutartigen Regenfällen entschied sich die Gruppe dann aber doch dafür, erst einmal abzuwarten, ob das Wetter noch mal freundlicher wird.

Als es tatsächlich aufhörte zu regnen, entschieden wir uns, doch noch einen Teil der geplanten Wanderung in Angriff zu nehmen. Das ging auch eine Stunde gut, bis es wieder anfing zu regnen. Gott sei Dank muss man im Nachhinein sagen, denn so fanden wir Unterschlupf im Haus einer Familie der Schwarzen Hmong. Dort saßen wir mit einer ganzen Generation am offenen Feuer und hatten ein Dach über dem Kopf. Nachdem der Regen wieder nachgelassen hatte, konnten wir die Wanderung trocken fortsetzen und erreichten natürlich pünktlich unseren Nachtzug zurück nach Hanoi.

Zurück nach Hanoi

Wieder in Hanoi angekommen, brachten wir unser Hauptgepäck ins Hotel, wo wir am Folgetag wieder einchecken würden und packten unsere Sachen für die Bootsübernachtung in der Halong-Bucht, zu der wir uns auch gleich nach einem stärkenden Frühstück aufmachten.

An der Halong-Bucht angekommen, checkten wir auf unserem Boot ein und freuten uns auf die bevorstehende Fahrt durch die Bucht. Das Wetter wurde auch wieder freundlicher und je weiter wir in die Bucht fuhren, desto überwältigter waren wir.

Diese majestätischen Kalksteinfelsen in ihren bizarren Formen lassen alles drum herum wirken wie im Traum. Es fühlt sich fast unwirklich an. Unsere Crew zauberte (und das ist noch untertrieben) das Mittagessen für uns und so unhöflich es erscheinen mag, wir standen immer wieder auf um Fotos zu machen, wir konnten nicht anders.

Weit entfernt der Touristenorte

Wir schipperten zu einem einsamen Platz, verloren inmitten der aus dem Wasser ragenden Karstkegel, und konnten schwimmen gehen. Ja hier waren weit und breit keine anderen Schiffe zu sehen und die Wasserqualität war gut genug, um sich zu erfrischen. Wobei das Wasser eher Badewannentemperatur hatte.

Wir Männer ließen es uns nicht nehmen, ins warme Nass zu springen. Das Boot diente auch als guter Sprungturm und vom Oberdeck waren es gut 6 Meter. Nach dem Badevergnügen ließen wir die Bilderbuchkulisse an uns vorbeiziehen, um uns danach wieder von unsere Crew kulinarisch verwöhnen zu lassen. Das Essen suchte wirklich seinesgleichen, absolute Spitzenklasse.

Nach einer erholsamen Nacht (der Motor war nachts natürlich aus) steuerten wir am nächsten Morgen den berühmten Ti Top Mountain an, von dem man das typische Fotomotiv erhält, mit Blick auf die Halong-Bucht von oben. Wahrhaft eine tolle Aussicht und natürlich genau das Foto, das sich jeder wünscht.

Anschließend ging es zurück zum Hafen und weiter nach Hanoi, wo unser Gepäck ja bereits auf uns wartete. Dort angekommen, ging es als nächstes in die Altstadt und ins Wasserpuppentheater, das sehr sehenswert ist und einen Einblick in die traditionelle vietnamesische Musik gibt.

Ganz besondere Leckerbissen

An Tag 11 stand dann im wahrsten Sinne des Wortes ein ganz besonderer Leckerbissen auf dem Programm. Mit einer ganz sympathischen und tollen Köchin gingen wir auf den lokalen Markt in den Vororten Hanois und kauften Zutaten für unseren vietnamesischen Kochkurs ein.

Mit viel Freude und Elan halfen wir dem sehr netten Küchenteam bei der Zubereitung und lernten eine Menge über die vietnamesische Küche. Vor allem beim Schnitzkurs für die Gemüsedekorationen kannte die Kreativität innerhalb der Gruppe keine Grenzen und der ein oder andere wird sicher gerne wieder auf die Tipps und Tricks zurückgreifen.

Einige Frauen waren sichtlich beeindruckt, ob den zuvor unentdeckten Küchenfähigkeiten ihrer Männer und alle hatten einen Riesenspaß. Nachdem alles angerichtet war, genossen wir das vorzügliche Essen in der tollen Location und alle, Frauen wie Männer, waren begeistert. Mit vollen Bäuchen hatten wir den Nachmittag und Abend dann zur freien Verfügung und konnten Hanoi auf eigene Faust noch ein bisschen besser kennenlernen.

Es geht nach Siem Reap – bye bye Vietnam!

Am 12. Tag ging es dann per kurzem Flug nach Siem Reap. Wir hatten also Vietnam mit einem lachenden und einem weinenden Auge hinter uns gelassen. Mit einem lachendem, in Erinnerung an all die schönen Erfahrungen, die wir gemacht haben und mit Blick auf weitere tolle Erlebnisse und neue Eindrücke in Kambodscha. Mit einem weinenden Auge, weil wir gerne noch länger geblieben wären und der Abschied schwer fiel.

In Kambodscha angekommen, waren wir zunächst verzückt vom niedlichen Flughafen in traditioneller Khmer-Bauweise. Das Visa on Arrival wurde innerhalb von weniger als 5 Minuten vergeben und wir wurden von unserem zweiten Reiseleiter herzlich in Kambodscha begrüßt.

Während unserer Fahrt zum Hotel ging die Sonne mit einem spektakulären Farbenspiel am Abendhimmel glutrot unter. Nachdem wir uns im Hotel kurz frisch machen konnten, wartete schon eine kambodschanische Familie mit einem köstlichen Abendessen auf uns, das wir auf dem Boden sitzend, in klassisch kambodschanischer Tradition, einnahmen.

Noch ein Homestay – diesmal in Kambodscha!

Nachdem wir unser Hauptgepäck an diesem 13. Tag sicher im Hotel verstauten, machten wir uns mit dem Nötigsten, das wir für die anstehende zweite Homestay-Übernachtung brauchten, auf den Weg. Mit dem Bus fuhren wir zunächst zum Ticketschalter und Haupteingang des gesamten Angkor-Komplexes und erhielten einen 3-Tagespass, den man an verschiedenen Tempeln vorzeigen muss. Eine Ausnahme bilden dabei der Kulen-Nationalpark sowie der Tempel Beng Malea, die wir am Folgetag besuchten und für die der Angkor-Pass nicht benötigt wird.

Der erste Tempel den wir besuchten war Banteay Samré. Dieser Tempel ist weniger bekannt, beherbergt aber sehr feine Schnitzereien und ist einer der am besten erhaltenen Tempel in ganz Angkor, wenn auch nicht ganz so spektakulär wie etwa die bekannten Angkor Wat, Bayon und Ta Prohm. Dafür waren hier kaum Touristen anzutreffen, was sehr angenehm war.

Weiter ging es zu Kbal Spean, einem Flussbett mit ehemals vielen phallusartigen Lingamen und Schnitzereien, etwa 50 km nordöstlich von Siem Reap gelegen. Kbal Spean an sich ist wenig spektakulär, gilt aber als heiliger Ort und hier ist eindeutig der Weg das Ziel. Um Kbal Spean zu erreichen muss man nämlich durch dichten Dschungel wandern, entlang eines schönen Wasserfalls und interessanter Wurzel- und Felsformationen.

Die kleine Wanderung ca. 30-40 min pro Weg ist den Besuch absolut wert. Besonders auch die Licht- und Schattenspiele geben diesem Ort etwas Mystisches und man kann regelrecht spüren, dass dieser Ort etwas Besonderes ist.

Atemberaubender Banteay Srei

Unsere nächste Station an diesem Tag war Banteay Srei, einer der vielleicht schönsten und kunstvoll gestaltetsten Tempel in Angkor. Dieser Tempel aus pinkem Sandstein hat unglaublich feine Schnitzereien und Ornamente und ist ein kleines, nicht überlaufenenes Schmuckstück.

Banteay Srei Tempel
Banteay Srei Tempel

Die letzte Station für heute war das sehr interessante und informative Landminenmuseum, gegründet von jemandem, der die gefährlichen Landminen früher arglos selbst gelegt hat und im Nachhinein erkennen musste, was er seinem Volk damit angetan hatte. Mit seinem Know-how hat er später die wohl größten Säuberungs- und Räumungsaktionen überhaupt eingeleitet und durchgeführt. Eine bewegende Geschichte mit vielen Erläuterungen und Exponaten. Bilder füge ich hier nicht an, da jeder weiß wie derartiges Kriegsgerät aussieht.

Danach ging es dann zum zweiten Homestay. Ein tolles Anwesen mit vielen Pflanzen, umgeben von Wasser. Wir wurden hier kulinarisch sehr verwöhnt und verbrachten erneut eine Nacht bei toller Naturkulisse in einem luftigen, offenen Raum auf am bodenliegenden Matratzen, geschützt durch ein Moskitonetz über uns. Leider hatten wir ein Dach, denn der Sternenhimmel war fantastisch und das Wetter die ganze Nacht klar. Aber es kann halt auch einmal regnen.

Kulen-Nationalpark und Tempel Beng Mealea

Am 14. Tag besuchten wir wie bereits eingangs erläutert, den Kulen-Nationalpark, sowie den Tempel Beng Mealea, die beide ohne Angkor-Pass besucht werden können. Im Kulen-Nationalpark unternahmen wir eine etwa 2-stündige Wanderung in schöner Natur. Vor allem die tollen Gesteinsformationen, teils mit religiösen Schnitzereien versehen und der schöne Bergwald haben es uns angetan. Hier flatterten riesengroße, bunte Schmetterlinge umher, schillernde Käfer und Libellen umschwirrten uns und zahlreiche andere bunte Insekten wie dieser gut getarnte Grashüpfer.  Unterwegs passierten wir auch ein kleines Kloster.

Nach dieser Wanderung machten wir uns auf den Weg zum Tempel Beng Mealea, zu dem sich aufgrund der Entfernung von fast 80 km nach Siem Reap verhältnismäßig nur wenige Touristen verirren.

Der Tempel ist nahezu unberührt und weitestgehend naturbelassen. Der Besuch ist sehr lohnend. Beng Mealea ist weit weniger bekannt, aber ziemlich ähnlich zu dem häufig auch „Wurzeltempel“ oder „Dschungeltempel“ genannten Ta Prohm-Tempel, der völlig zu Recht große Touristenscharen anzieht. Hier in Beng Mealea kommt noch so ein richtiges Indiana-Jones-Feeling auf. Anschließend ging es dann zurück ins Hotel nach Siem Reap.

Sonnenaufgang in Angkor Wat dank Rad

Ich verhandelte mit dem Reiseleiter, dass wir noch am selben Abend die Räder für die Radtour zu den wichtigsten Tempeln Angkors am nächsten Morgen bekommen können. Denn entgegen der Ausschreibung wollte ich mit einem weiteren Teilnehmer schon den Sonnenaufgang in Angkor Wat sehen.

Also bekamen wir noch am Abend die Räder und fuhren wie geplant bereits um 04:30 Uhr morgens im Stockfinsteren, mit einer Taschenlampe ausgestattet, los. Der Sonnenaufgang war ein tolles Erlebnis an einem so magischen Ort. Danach machten wir schon einmal einen Abstecher zum Bayon-Tempel im Morgenlicht, bevor wir auf die Gruppe trafen und der Tag auch offiziell beginnen konnte.

Angkor Wat bei Sonnenaufgang
Angkor Wat bei Sonnenaufgang

Um es kurz zu machen: Wir besuchten heute per Rad Angkor Wat, den Bayon-Tempel und Ta Prohm. Ich möchte mich jetzt nicht in historischen Details verlieren. Jeder kann alles nachlesen, wenn es ihn interessiert. Ich möchte hier lieber Bilder sprechen lassen und meine Einrücke schildern:

Einfach spektakulär, gigantisch, mystisch und unwirklich.

Man ist sprachlos und überwältigt, bei jedem einzelnen dieser Tempel. Es gibt ja heutzutage unzählige Listen von Orten, die man angeblich gesehen haben muss. Diese Tempel hier gehören definitiv dazu und zwar ganz weit nach oben.

Impressionen von Angkor Wat – dem Wahrzeichen Kambodschas

Impressionen vom Bayon-Tempel: Über 200 Gesichter aus Stein

Impressionen von Ta Prohm (auch Wurzel- oder Dschungeltempel genannt): Der Urwald erobert den Tempel zurück, umschließt und überwuchert ihn mit seinen gigantischen Wurzeln

Marktbesuch und Bootsfahrt

Tag 16. Was kann jetzt noch kommen, könnte man fragen. Aber der Tag war wieder ein voller Erfolg. Erst Marktbesuch nahe des Tonle Sap-Sees. Ein richtig schöner lokaler Markt, auf dem es viel zu sehen gibt. Gut, gehäutete Frösche und ein ganzes Bündel Seeschlangen sind nicht jedermanns Sache, aber es war sehr spannend. Danach fuhren wir dann mit dem Boot auf den Tonle Sap-See raus, dem größten Süßwassersee Südostasiens, mit gewaltigen Ausmaßen, die je nach Regen-bzw. Trockenzeit jedoch drastisch variieren. Der See beherbergt einen gigantischen Fischreichtum, der die Menschen hier ernährt.

Wir fuhren in ein so genanntes Stelzendorf nach Kampong Phluk. Es ist sehr spannend, hier Einblicke in das Leben der Menschen auf dem See, mit dem See und von dem See zu erhaschen. Das Leben ist einfach und ärmlich, aber für den Außenstehenden hat dieses Dorf einen ganz besonderen Charme und bietet zahlreiche tolle Fotomotive.

Wir fuhren per Motorboot zu einem Steg, von dem aus wir jeweils zu zweit in ein Ruderboot stiegen und zu einer idyllischem Fahrt in einem überfluteten Waldstück aufbrachen. Einfach herrlich ruhig. Man fühlt sich wie in einem Zauberwald, in dem man nicht spazieren geht, sondern schwerelos auf dem Wasser entlang der Stämme gleitet und einfach den Moment genießt.

Anschließend ging es wieder aufs Motorboot und wir gingen ans Ufer des Dorfes, das bei höherem Wasserstand so gar nicht existiert. Dort besuchten wir eine Schule, in der die Kinder uns wissbegierig regelrecht ausfragten. Ein sehr schönes Erlebnis zu spüren, mit wie viel Wertschätzung die Kleinen die Schulbank drückten. Danach ging es dann mit dem Boot wieder in den „Hafen“, der allerdings kaum als solcher bezeichnet werden kann.

Entspannen – Massage

Da der Tag noch jung war, holten wir heute die zuvor verschobene Massage zu Gunsten eines erfolgreichen Blindenprojekts nach. Die Massage war wirklich traumhaft. Die blinden Masseure und Masseurinnen waren sehr einfühlsam und hatten ein gutes Gefühl für die Problemstellen. Es war sehr entspannend und wohltuend. Zudem hatten wir ganz tolle Gespräche mit Ihnen auf Englisch. Da die Gruppe in zwei Sitzungen massiert wurde, konnten die, die gerade nicht massiert wurden zudem eine eindrucksvolle Erfahrung im „Dark Room“, bei absoluter Finsternis machen und Alltagssituationen der Blinden spielerisch nachempfinden.

Nach der Massage blieb noch ein wenig Zeit vor dem Sonnenuntergang, um ein letztes Mal Angkor zu sehen. Da wir ja nur 2 der 3 Tage unseres Angkor-Passes genutzt hatten (wie oben erwähnt, musste der Pass an Tag 14 nicht vorgezeigt werden) konnten wir also noch einmal auf eigene Faust hin, was einige auch nutzen. Wir sind also in weniger als 10 min mit dem Tuk Tuk dort gewesen und hatten ein unglaubliches Licht zum Fotografieren.

Am Abreisetag konnten dann noch Souvenirs gekauft und die letzten Dollars unters Volk gebracht werden. Einige entspannten auch noch am Hoteleigenen Pool, bis es wieder zurück ins kalte Nass des vorweihnachtlichen Deutschlands ging.

Bye Bye! Es heißt Abschiednehmen

Abschließend lässt sich sagen, dass diese Reise mir immer unvergesslich bleiben wird, wozu zweifelsfrei auch die tolle Gruppe beigetragen hat. Es war eine sehr vielseitige und abwechslungsreiche Reise in zwei spannende Länder Südostasiens. Die absoluten Highlights beider Länder, die Halong-Bucht und die Tempel von Angkor, wurden intensiv ausgekostet. Vietnam und Kambodscha haben darüber hinaus aber noch viel mehr zu bieten und zahlreiche weitere Highlights machten diese Reise zu etwas ganz Besonderem. Mit einer guten Mischung aus landschaftlicher Schönheit, beeindruckender Kultur und authentischen Begegnungen garantiert diese Reise unzählige tolle Erlebnisse und nachhaltige Eindrücke.

Habt ihr auch Lust auf eine spannende Reise nach Vietnam und Kambodscha?
Hier geht’s zu meiner Rundreise: Dschungel, Dschunken, Dynastien
Euer Frederik

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