Rundreise Vietnam und Kambodscha Teil 2

Hier ist der 2. Teil meines Reiseberichtes zu meiner Rundreise Vietnam und Kambodscha.

Wieder in Hanoi angekommen, brachten wir unser Hauptgepäck ins Hotel, wo wir am Folgetag wieder einchecken würden und packten unsere Sachen für die Bootsübernachtung in der Halong-Bucht, zu der wir uns auch gleich nach einem stärkenden Frühstück aufmachten.

An der Halong-Bucht angekommen, checkten wir auf unserem Boot ein und freuten uns auf die bevorstehende Fahrt durch die Bucht. Das Wetter wurde auch wieder freundlicher und je weiter wir in die Bucht fuhren, desto überwältigter waren wir. Diese majestätischen Kalksteinfelsen in ihren bizarren Formen lassen alles drum herum wirken wie im Traum. Es fühlt sich fast unwirklich an. Unsere Crew zauberte (und das ist noch untertrieben) das Mittagessen für uns und so unhöflich es erscheinen mag, wir standen immer wieder auf um Fotos zu machen, wir konnten nicht anders.

Wir schipperten zu einem einsamen Platz, verloren inmitten der aus dem Wasser ragenden Karstkegel, und konnten schwimmen gehen. Ja hier waren weit und breit keine anderen Schiffe zu sehen und die Wasserqualität war gut genug, um sich zu erfrischen. Wobei das Wasser eher Badewannentemperatur hatte. Wir Männer ließen es uns nicht nehmen, ins warme Nass zu springen. Das Boot diente auch als guter Sprungturm und vom Oberdeck waren es gut 6 Meter. Nach dem Badevergnügen ließen wir die Bilderbuchkulisse an uns vorbeiziehen, um uns danach wieder von unsere Crew kulinarisch verwöhnen zu lassen. Das Essen suchte wirklich seinesgleichen, absolute Spitzenklasse.

Nach einer erholsamen Nacht (der Motor war nachts natürlich aus) steuerten wir am nächsten Morgen den berühmten Ti Top Mountain an, von dem man das typische Fotomotiv erhält, mit Blick auf die Halong-Bucht von oben. Wahrhaft eine tolle Aussicht und natürlich genau das Foto, das sich jeder wünscht.

Anschließend ging es zurück zum Hafen und weiter nach Hanoi, wo unser Gepäck ja bereits auf uns wartete. Dort angekommen, ging es als nächstes in die Altstadt und ins Wasserpuppentheater, das sehr sehenswert ist und einen Einblick in die traditionelle vietnamesische Musik gibt.

An Tag 11 stand dann im wahrsten Sinne des Wortes ein ganz besonderer Leckerbissen auf dem Programm. Mit einer ganz sympathischen und tollen Köchin gingen wir auf den lokalen Markt in den Vororten Hanois und kauften Zutaten für unseren vietnamesischen Kochkurs ein. Mit viel Freude und Elan halfen wir dem sehr netten Küchenteam bei der Zubereitung und lernten eine Menge über die vietnamesische Küche. Vor allem beim Schnitzkurs für die Gemüsedekorationen kannte die Kreativität innerhalb der Gruppe keine Grenzen und der ein oder andere wird sicher gerne wieder auf die Tipps und Tricks zurückgreifen. Einige Frauen waren sichtlich beeindruckt, ob den zuvor unentdeckten Küchenfähigkeiten ihrer Männer und alle hatten einen Riesenspaß. Nachdem alles angerichtet war, genossen wir das vorzügliche Essen in der tollen Location und alle, Frauen wie Männer, waren begeistert. Mit vollen Bäuchen hatten wir den Nachmittag und Abend dann zur freien Verfügung und konnten Hanoi auf eigene Faust noch ein bisschen besser kennenlernen.

Am 12. Tag ging es dann per kurzem Flug nach Siem Reap. Wir hatten also Vietnam mit einem lachenden und einem weinenden Auge hinter uns gelassen. Mit einem lachendem, in Erinnerung an all die schönen Erfahrungen, die wir gemacht haben und mit Blick auf weitere tolle Erlebnisse und neue Eindrücke in Kambodscha. Mit einem weinenden Auge, weil wir gerne noch länger geblieben wären und der Abschied schwer fiel. In Kambodscha angekommen, waren wir zunächst verzückt vom niedlichen Flughafen in traditioneller Khmer-Bauweise. Das Visa on Arrival wurde innerhalb von weniger als 5 Minuten vergeben und wir wurden von unserem zweiten Reiseleiter herzlich in Kambodscha begrüßt. Während unserer Fahrt zum Hotel ging die Sonne mit einem spektakulären Farbenspiel am Abendhimmel glutrot unter. Nachdem wir uns im Hotel kurz frisch machen konnten, wartete schon eine kambodschanische Familie mit einem köstlichen Abendessen auf uns, das wir auf dem Boden sitzend, in klassisch kambodschanischer Tradition, einnahmen.

Nachdem wir unser Hauptgepäck an diesem 13. Tag sicher im Hotel verstauten, machten wir uns mit dem Nötigsten, das wir für die anstehende zweite Homestay-Übernachtung brauchten, auf den Weg. Mit dem Bus fuhren wir zunächst zum Ticketschalter und Haupteingang des gesamten Angkor-Komplexes und erhielten einen 3-Tagespass, den man an verschiedenen Tempeln vorzeigen muss. Eine Ausnahme bilden dabei der Kulen-Nationalpark sowie der Tempel Beng Malea, die wir am Folgetag besuchten und für die der Angkor-Pass nicht benötigt wird. Der erste Tempel den wir besuchten war Banteay Samré. Dieser Tempel ist weniger bekannt, beherbergt aber sehr feine Schnitzereien und ist einer der am besten erhaltenen Tempel in ganz Angkor, wenn auch nicht ganz so spektakulär wie etwa die bekannten Angkor Wat, Bayon und Ta Prohm. Dafür waren hier kaum Touristen anzutreffen, was sehr angenehm war.

Weiter ging es zu Kbal Spean, einem Flussbett mit ehemals vielen phallusartigen Lingamen und Schnitzereien, etwa 50 km nordöstlich von Siem Reap gelegen. Kbal Spean an sich ist wenig spektakulär, gilt aber als heiliger Ort und hier ist eindeutig der Weg das Ziel. Um Kbal Spean zu erreichen muss man nämlich durch dichten Dschungel wandern, entlang eines schönen Wasserfalls und interessanter Wurzel- und Felsformationen. Die kleine Wanderung ca. 30-40 min pro Weg ist den Besuch absolut wert. Besonders auch die Licht- und Schattenspiele geben diesem Ort etwas Mystisches und man kann regelrecht spüren, dass dieser Ort etwas Besonderes ist.

Unsere nächste Station an diesem Tag war Banteay Srei, einer der vielleicht schönsten und kunstvoll gestaltetsten Tempel in Angkor. Dieser Tempel aus pinkem Sandstein hat unglaublich feine Schnitzereien und Ornamente und ist ein kleines, nicht überlaufenenes Schmuckstück.

Banteay Srei Tempel
Banteay Srei Tempel

Die letzte Station für heute war das sehr interessante und informative Landminenmuseum, gegründet von jemandem, der die gefährlichen Landminen früher arglos selbst gelegt hat und im Nachhinein erkennen musste, was er seinem Volk damit angetan hatte. Mit seinem Know-how hat er später die wohl größten Säuberungs- und Räumungsaktionen überhaupt eingeleitet und durchgeführt. Eine bewegende Geschichte mit vielen Erläuterungen und Exponaten. Bilder füge ich hier nicht an, da jeder weiß wie derartiges Kriegsgerät aussieht.

Danach ging es dann zum zweiten Homestay. Ein tolles Anwesen mit vielen Pflanzen, umgeben von Wasser. Wir wurden hier kulinarisch sehr verwöhnt und verbrachten erneut eine Nacht bei toller Naturkulisse in einem luftigen, offenen Raum auf am bodenliegenden Matratzen, geschützt durch ein Moskitonetz über uns. Leider hatten wir ein Dach, denn der Sternenhimmel war fantastisch und das Wetter die ganze Nacht klar. Aber es kann halt auch einmal regnen.

Wie meine Reise weiterging, berichte ich euch in den kommenden Tagen.

Auf bald,

Euer Frederik

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