Rundreise Vietnam und Kambodscha Teil 3

Hier folgt Teil 3 und somit der letzte Teil meines Reiseberichtes zu meiner Rundreise Vietnam und Kambodscha.

Am 14. Tag besuchten wir wie bereits eingangs erläutert, den Kulen-Nationalpark, sowie den Tempel Beng Mealea, die beide ohne Angkor-Pass besucht werden können. Im Kulen-Nationalpark unternahmen wir eine etwa 2-stündige Wanderung in schöner Natur. Vor allem die tollen Gesteinsformationen, teils mit religiösen Schnitzereien versehen und der schöne Bergwald haben es uns angetan. Hier flatterten riesengroße, bunte Schmetterlinge umher, schillernde Käfer und Libellen umschwirrten uns und zahlreiche andere bunte Insekten wie dieser gut getarnte Grashüpfer.  Unterwegs passierten wir auch ein kleines Kloster.

Nach dieser Wanderung machten wir uns auf den Weg zum Tempel Beng Mealea, zu dem sich aufgrund der Entfernung von fast 80 km nach Siem Reap verhältnismäßig nur wenige Touristen verirren. Der Tempel ist nahezu unberührt und weitestgehend naturbelassen. Der Besuch ist sehr lohnend. Beng Mealea ist weit weniger bekannt, aber ziemlich ähnlich zu dem häufig auch „Wurzeltempel“ oder „Dschungeltempel“ genannten Ta Prohm-Tempel, der völlig zu Recht große Touristenscharen anzieht. Hier in Beng Mealea kommt noch so ein richtiges Indiana-Jones-Feeling auf. Anschließend ging es dann zurück ins Hotel nach Siem Reap.

Ich verhandelte mit dem Reiseleiter, dass wir noch am selben Abend die Räder für die Radtour zu den wichtigsten Tempeln Angkors am nächsten Morgen bekommen können. Denn entgegen der Ausschreibung wollte ich mit einem weiteren Teilnehmer schon den Sonnenaufgang in Angkor Wat sehen. Also bekamen wir noch am Abend die Räder und fuhren wie geplant bereits um 04:30 Uhr morgens im Stockfinsteren, mit einer Taschenlampe ausgestattet, los. Der Sonnenaufgang war ein tolles Erlebnis an einem so magischen Ort. Danach machten wir schon einmal einen Abstecher zum Bayon-Tempel im Morgenlicht, bevor wir auf die Gruppe trafen und der Tag auch offiziell beginnen konnte.

Angkor Wat bei Sonnenaufgang
Angkor Wat bei Sonnenaufgang

Um es kurz zu machen: Wir besuchten heute per Rad Angkor Wat, den Bayon-Tempel und Ta Prohm. Ich möchte mich jetzt nicht in historischen Details verlieren. Jeder kann alles nachlesen, wenn es ihn interessiert. Ich möchte hier lieber Bilder sprechen lassen und meine Einrücke schildern: Einfach spektakulär, gigantisch, mystisch und unwirklich. Man ist sprachlos und überwältigt, bei jedem einzelnen dieser Tempel. Es gibt ja heutzutage unzählige Listen von Orten, die man angeblich gesehen haben muss. Diese Tempel hier gehören definitiv dazu und zwar ganz weit nach oben.

Impressionen von Angkor Wat – dem Wahrzeichen Kambodschas

Impressionen vom Bayon-Tempel: Über 200 Gesichter aus Stein

Impressionen von Ta Prohm (auch Wurzel- oder Dschungeltempel genannt): Der Urwald erobert den Tempel zurück, umschließt und überwuchert ihn mit seinen gigantischen Wurzeln

Tag 16. Was kann jetzt noch kommen, könnte man fragen. Aber der Tag war wieder ein voller Erfolg. Erst Marktbesuch nahe des Tonle Sap-Sees. Ein richtig schöner lokaler Markt, auf dem es viel zu sehen gibt. Gut, gehäutete Frösche und ein ganzes Bündel Seeschlangen sind nicht jedermanns Sache, aber es war sehr spannend. Danach fuhren wir dann mit dem Boot auf den Tonle Sap-See raus, dem größten Süßwassersee Südostasiens, mit gewaltigen Ausmaßen, die je nach Regen-bzw. Trockenzeit jedoch drastisch variieren. Der See beherbergt einen gigantischen Fischreichtum, der die Menschen hier ernährt.

Wir fuhren in ein so genanntes Stelzendorf nach Kampong Phluk. Es ist sehr spannend, hier Einblicke in das Leben der Menschen auf dem See, mit dem See und von dem See zu erhaschen. Das Leben ist einfach und ärmlich, aber für den Außenstehenden hat dieses Dorf einen ganz besonderen Charme und bietet zahlreiche tolle Fotomotive.

Wir fuhren per Motorboot zu einem Steg, von dem aus wir jeweils zu zweit in ein Ruderboot stiegen und zu einer idyllischem Fahrt in einem überfluteten Waldstück aufbrachen. Einfach herrlich ruhig. Man fühlt sich wie in einem Zauberwald, in dem man nicht spazieren geht, sondern schwerelos auf dem Wasser entlang der Stämme gleitet und einfach den Moment genießt. Anschließend ging es wieder aufs Motorboot und wir gingen ans Ufer des Dorfes, das bei höherem Wasserstand so gar nicht existiert. Dort besuchten wir eine Schule, in der die Kinder uns wissbegierig regelrecht ausfragten. Ein sehr schönes Erlebnis zu spüren, mit wie viel Wertschätzung die Kleinen die Schulbank drückten. Danach ging es dann mit dem Boot wieder in den „Hafen“, der allerdings kaum als solcher bezeichnet werden kann.

Da der Tag noch jung war, holten wir heute die zuvor verschobene Massage zu Gunsten eines erfolgreichen Blindenprojekts nach. Die Massage war wirklich traumhaft. Die blinden Masseure und Masseurinnen waren sehr einfühlsam und hatten ein gutes Gefühl für die Problemstellen. Es war sehr entspannend und wohltuend. Zudem hatten wir ganz tolle Gespräche mit Ihnen auf Englisch. Da die Gruppe in zwei Sitzungen massiert wurde, konnten die, die gerade nicht massiert wurden zudem eine eindrucksvolle Erfahrung im „Dark Room“, bei absoluter Finsternis machen und Alltagssituationen der Blinden spielerisch nachempfinden.

Nach der Massage blieb noch ein wenig Zeit vor dem Sonnenuntergang, um ein letztes Mal Angkor zu sehen. Da wir ja nur 2 der 3 Tage unseres Angkor-Passes genutzt hatten (wie oben erwähnt, musste der Pass an Tag 14 nicht vorgezeigt werden) konnten wir also noch einmal auf eigene Faust hin, was einige auch nutzen. Wir sind also in weniger als 10 min mit dem Tuk Tuk dort gewesen und hatten ein unglaubliches Licht zum Fotografieren.

Am Abreisetag konnten dann noch Souvenirs gekauft und die letzten Dollars unters Volk gebracht werden. Einige entspannten auch noch am Hoteleigenen Pool, bis es wieder zurück ins kalte Nass des vorweihnachtlichen Deutschlands ging.

Abschließend lässt sich sagen, dass diese Reise mir immer unvergesslich bleiben wird, wozu zweifelsfrei auch die tolle Gruppe beigetragen hat. Es war eine sehr vielseitige und abwechslungsreiche Reise in zwei spannende Länder Südostasiens. Die absoluten Highlights beider Länder, die Halong-Bucht und die Tempel von Angkor, wurden intensiv ausgekostet. Vietnam und Kambodscha haben darüber hinaus aber noch viel mehr zu bieten und zahlreiche weitere Highlights machten diese Reise zu etwas ganz Besonderem. Mit einer guten Mischung aus landschaftlicher Schönheit, beeindruckender Kultur und authentischen Begegnungen garantiert diese Reise unzählige tolle Erlebnisse und nachhaltige Eindrücke.

Habt ihr auch Lust auf eine spannende Reise nach Vietnam und Kambodscha?

Hier geht’s zu meiner Rundreise: Dschungel, Dschunken, Dynastien

Bis bald,

Euer Frederik

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