Sardinien – meine Urlaubserinnerungen

Nun ist es wohl soweit; die Tage werden kürzer, die Temperaturen fallen und der Himmel ist nicht mehr durchgehend strahlend blau, sondern färbt sich immer öfter gräulich.

Für mich ist dies die Zeit des Jahres, in der ich gerne meine Urlaube Revue passieren lasse. Gerade bin ich beim Stöbern auf zahlreiche Fotos von türkisfarbenem Meer, welches sich mit dem himmelblauen Horizont vermischt, grünen Olivenbäumen und wildem Rosmarin gestoßen. Mir ist, als könnte ich die Düfte der blühenden Pflanzen und das Salz des Mittelmeers noch riechen, die Glocken der weidenden Ziegen hören und die weiten Panoramablicke entlang der wunderschönen Küste und im schroffen Hinterland vor mir sehen.

In Gedanken bin ich wieder auf Sardinien. Mit einer tollen Wikinger Gruppe wohne ich im Hotel Mediterraneo im Osten dieser Insel, die ich schon lange einmal entdecken wollte. Es ist April und die Insel erwacht langsam aus ihrem Winterschlaf. „Paradies zwischen Bergen und Meer“ – dieser Titel sagt alles. Unsere Wanderungen sind sehr vielseitig und ich kann mich nicht entscheiden, welche mir am besten gefallen hat. Meinen Mitreisenden geht es ähnlich. Auf der einen Seite haben wir die steil abfallende Küste der Region erkundet, sei es auf einer Wanderung oder während eines fakultativen Bootsausflug vom Wasser aus. Die Szenerie ist einfach großartig. Wir schauen unendlich weit auf das türkisfarbene Meer, während wir im Hintergrund die Glocken der Ziegen hören, die in den dicht bewachsenen Felsen weiden. Andererseits entdecken wir wilde Schluchten und Felsformationen im Hinterland der Insel. Auch hier genießen wir Panoramablicke und erleben – in angemessenem Abstand – tierische Begegnungen mit fast freilebenden Eseln, Schweinen und Ziegen. Hier dürfen die Tiere noch Tiere sein.

Meine Lieblingswanderung

Je länger ich in Erinnerungen schwelge, desto mehr erwische ich mich doch dabei, einen leichten Favoriten unter den Wanderungen vor Augen zu haben. Eine Wanderung, die auf einer Hochebene startet. Hier spazieren wir zunächst durch Weideland, gespickt von Wasserstellen in Form kleiner Teiche und dicht bewachsenen Wegen. Es fühlt sich ein bisschen an wie in einer anderen Welt. Hin und wieder entdecken wir zwischen den Ästen Esel und Rinder, die sich aber weniger für uns, sondern mehr für Ihre Mahlzeiten interessieren.

Wasserstelle auf der Golgo-Hochebene
Wasserstelle auf der Golgo-Hochebene

Wir lassen diesen verwunschen wirkenden Teil der Golgo-Hochebene hinter uns und machen uns auf den Weg zu unserer eigentlichen Wanderung. Zugegeben, diese Wanderung ist vermutlich die anspruchsvollste während dieser Tour, aber die Anstrengungen werden belohnt. Verlaufen können wir uns nicht, zum einen haben wir ja unseren erfahrenen Reiseleiter dabei, zum anderen ist der Wanderweg gut ausgeschildert und befestigt. Zunächst können wir nur erahnen, welche grandiose Aussicht uns wieder einmal erwartet. Der erste Teil der Wanderung führt uns entlang duftender Vegetation. Petrus meint es, wie in der ganzen Wanderwoche, sehr gut mit uns und die Landschaft um uns herum ist in strahlenden Sonnenschein getaucht. Nachdem wir kurz bergauf gewandert sind, erhaschen wir den ersten Blick auf die vor uns liegende Küste – vielversprechend. Weiter geht es durch eine bergige Kulisse. Oft bleiben wir stehen, um einfach nur die steil aufragenden Felsen links und rechts vom bergab führenden Wanderweg zu bestaunen, wir fühlen uns neben den steinernen Formationen richtig klein.

Felsformation
Felsformation

Die Cala Goloritze

Langsam aber sicher kommen wir unserem Ziel immer näher. Von weitem sah die Felsnadel der Cala Goloritze noch klein aus, doch je näher wir ihr kommen, desto imposanter wirkt sie auf uns. Respekt vor den Kletterern, die sich hinauf trauen! Als wäre diese Mischung aus imposanten Felsen und weiten Blicken auf das endlos wirkende Meer nicht schon genug, erwartet uns die Cala Goloritze zu einer erholsamen Pause am Strand. Wir machen es uns im weichen Sand oder auf den Felsen, die wie eine natürliche Sitzgelegenheit wirken, gemütlich. Einige von uns genießen einfach den Blick auf das glitzernde Meer, andere trauen sich – trotz noch recht frischer Wassertemperatur – sogar hinein. Nach einer kurzen Akklimatisierung ist die Abkühlung im schon karibisch wirkenden Meer einfach herrlich! Wir einigen uns darauf, dass wir uns an der Bar, die sich am Start der Wanderung befindet, wieder treffen. So kann jeder selbst bestimmen, wie lange er/sie an diesem paradiesischen Ort verweilen möchte und in welchem Tempo wir zurückwandern. Schließlich geht es den gleichen Weg zurück, in diese Richtung natürlich hauptsächlich bergauf. Oben angekommen sitzen wir bei Cappuccino, Eis oder einer Cola gesellig beisammen bis uns der Bus abholt und zurück in unsere Unterkunft bringt.

Cala Goloritze vom Meer aus
Cala Goloritze vom Meer aus

Wir machen uns frisch, manch ein Gruppenmitglied springt noch kurz in das direkt vom idyllischen Hotelgarten zugängliche Meer. Wir beschließen diesen tollen Tag mit dem guten abendlichen Essen im Hotel und freuen uns auf die gemeinsamen Tage, die noch vor uns liegen.

Hotelgarten
Hotelgarten

Für mich war diese Woche auf Sardinien perfekt, um mir einen ersten Eindruck von der Insel zu machen. Aber auch für erfahrene Sardinienbesucher ist das abwechslungsreiche Programm mit Wanderungen und fakultativen Ausflügen die ideale Möglichkeit, dem Alltag für eine Woche zu entfliehen.

Ich komme auf jeden Fall wieder!

Eure Julia

 

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