Savoir vivre, Siesta und Co. – Auch in Deutschland?

Neulich hatten wir Besuch von unserem Reiseleiter und Wahlfranzosen David Schulte. Im nass-kalten, grauen Deutschlandwinter kamen wir ins Schwärmen über die Côte d’Azur, die süßen Leckereien der Patissiers und dem einfach etwas geruhsameren Alltag. Dabei tat sich die Frage auf, gibt es in Deutschland überhaupt so etwas wie Savoir vivre? Die Spanier (und auch die Bewohner weiterer Mittelmeerländer)  haben ihre Siesta, die Franzosen die Haute Cuisine und was ist mit uns Deutschen?

Uns wird allgemein nachgesagt zielstrebig, zuverlässig und fleißig zu sein. Auch dass die Deutschen keinen Humor hätten, wird uns nachgesagt. Verlieren wir bei all unserem Ehrgeiz wirklich den Genuss und die Lust am Leben? Zugegeben, wenn man in Italien oder Spanien in einem Städtchen über den Hauptplatz schlendert, sind die Kneipen und Straßencafés meist gut gefüllt. Oft sitzen die Einwohner stundenlang auf Parkbänken und klönen. Generell findet viel mehr Leben draußen statt als hinter den Haustüren. Sicherlich hat dies auch mit den gemäßigteren Temperaturen zu tun. Und doch tut sich in mir der Gedanke auf, warum unser Leben eher im eigenen Haus stattfindet. Die meisten deutschen Familien gehen nur zu besonderen Anlässen insTea-Time Restaurant. Kaffeetrinken kann man auch zu Hause und ein Stück Kuchen für 2,90 € ist doch viel zu teuer, da lohnt sich doch eher eine Fertigtorte aus dem Tiefkühlfach. Daran ist sicherlich nichts auszusetzen, doch was bei all der Sparsamkeit außer Acht gelassen wird, ist die Abschottung von der Gesellschaft. Gerade im Alter leiden Senioren oft unter der so genannten Alterseinsamkeit. Auch die explosive Verbreitung von Kommunikationsmöglichkeiten über das Internet, sei es in Form von Apps oder Netzwerken führt dazu, dass immer mehr Aktivitäten von der eigenen Couch passieren. Geshoppt wird über das Internet, statt mit der Freundin, gespielt online, statt mit den Kumpels und geredet wird über Chats. Auch hier wird oft vergessen, dass allein die Anwesenheit von geliebten Menschen unserer Seele gut tut. Da wäre es doch positiv, wenn auch wir unsere Freizeit mehr nach draußen verlagern würden.

Bistro in FrankreichAuch wenn es um Kulinarisches geht, lohnt sich der Weg in das Gedränge der Stadt. Da wird hier eine Spezialsorte Eiscreme angeboten, beim Restaurant um die Ecke gibt es frische Gerichte der Saison und die Bäckerei nebenan hat eine neue Torte im Sortiment. Auch wenn man nicht alles sofort kosten muss, so reicht doch, einfach ein Blick ins Schaufenster um seine Gedanken schweifen zu lassen und den Horizont zu erweitern.

Und wenn ich nun meine Gedanken durch die Regionen Deutschlands schweifen lasse, so komme ich nun zu dem Schluss, dass auch wir das Savoir Vivre beherrschen, auch wenn wir es nicht so nennen. Krabben pulen an der Nordsee, Weinprobe an der Mosel oder ein Weißwurstfrühstück in München. Als Zwischenmahlzeit dann Maultaschen im Schwäbischen und zum Abschluss eine Schwarzwälder Kirschtorte im Seecafé.

Krabben pulenWeisswurstfrühstück

 

 

 

 

Wer auch mal seine Gedanken schweifen lassen und sich auf kulinarische Weise inspirieren lassen möchte, dem empfehle ich eine Tour mit David Schulte. Er kennt die besten Chocolatiers und weiß, wo es den aromatischsten Käse und die cremigsten Eclairs zu kaufen gibt. Seine Tourenübersicht findet ihr Hier.

Eure Nicole

Glücksmoment

 

 

 

 

 

 

 

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