Spanien oder Portugal? Auf in den Westen…

Nachdem ich euch im ersten Teil meines Blogs über die Frage „Spanien oder Portugal“ bereits mit nach Madrid und in die spanische Extremadura genommen habe, ging meine Reise nun weiter in Richtung Lissabon – nach Portugal. Hier erwarteten uns mit der Serra da Estrela und der Atlantikküste vor der Hauptstadt zwei vollkommen gegensätzliche Landschaften. Aber lest selbst…

Serra da Estrela – Portugal erwartet uns mit Unerwartetem

Kaum hatten wir die spanisch-portugiesische Grenze in der Nähe von Cáceres überquert, ging es weiter ins Hochgebirge. Unser Reiseleiter Andreas überraschte uns mit der Ankündigung, dass wir in den nächsten Tagen in unmittelbarer Nähe von Portugals einzigem Skigebiet übernachten werden würden. Skifahren in Portugal? Was es nicht alles gibt…  Die nächste Verwunderungswelle folgte, als wir uns unserem Übernachtungsort Seia, einem gemütlichen Bergdorf, näherten: Portugal hätten sich wohl die Wenigsten von uns so grün vorgestellt.

Auf einen geselligen Abend mit köstlichem Drei-Gänge-Menü mit gutem Wein folgten zwei Wandertage. Warm angezogen – das Thermometer zeigte kühle 10 Grad – und bestens gegen die gelegentlich auftretenden Regenschauer gewappnet, marschierten wir durch die sattgrüne Landschaft. In dem winzigen Dörfchen Senhora do Desterro hatte Reiseleiter Andreas etwas Besonderes für uns vorbereitet: Im Schatten einer kleinen Kapelle tischte er ein „iberisches Picknick“ mit Schinken, Käse und Gebäck auf. Dazu typisch portugiesische Fado-Musik – Portugal hieß uns herzlich Willkommen!

Entlang der Hänge des mächtigen Torre, seines Zeichens höchster Berg des portugiesischen Festlands, wanderten wir am nächsten Tag. Nachdem wir zunächst einen kurzen Zwischenstopp auf dem nebelverhangenen Gipfel eingelegt hatten, schossen wir erstmal ein „Beweis“-Gruppenfoto. So viel Zeit muss sein! Weiter ging es dann durch die vielfältige Vegetation der Gegend. Karge Felslandschaften und dicht bewaldete Hänge liegen hier nur wenige Schritte voneinander entfernt. Zum Abschluss der Wanderung kehrten wir in einem Café ein, das von der örtlichen Feuerwehr betrieben wird.

Wilde Atlantikküste und die „Schöne am Tejo“

Auf dem Weg zu unserem letzten Standort, dem Örtchen Colares direkt an der Atlantikküste, stand zunächst ein kulturelles Highlight auf dem Programm. Die Stadt Coimbra durfte auf dieser Reise nicht fehlen. Unser örtliche Guide João erwartete uns schon vor dem Haupteingang der ältesten und bekanntesten Universität Portugals. Amüsante Anekdoten über die Fledermäuse, welche seit vielen Jahren in der prunkvollen Universitätsbibliothek hausen, sorgten für viel Erheiterung während seiner Führung.

Als wir zum Ende des Tages im Hotel Arribas in Colares ankamen, blieb noch genügend Zeit, den Ausblick vom Balkon unserer Zimmer zu genießen: frontaler Meerblick, ein erstklassiger Sonnenuntergang und dazu das beständige Rauschen des Meeres!

Nun war es dann auch schon Zeit für unsere letzte Erkundungstour durch die portugiesische Natur und fast alle Wikinger waren bei der fakultativen Wanderung dabei. Dies sollte dann auch niemand bereuen: Bei perfektem Outdoor-Wetter ging es entlang der Steilküste und über einsame Strände bis zum westlichsten Punkt des europäischen Festlands am Cabo da Roca. Spektakuläre Ausblicke inklusive! Von dort aus gelangten wir per Linienbus bequem nach Sintra. Ein charmantes kleines Städtchen mitten im Grünen erwartete uns. Vom portugiesischen Adel wurde es traditionell als Sommerfrische genutzt. Dementsprechend beeindruckt der Ort mit einer Vielfalt an Palästen, teils mit skurril-futuristischer Architektur.

Das Herzstück Portugals hatten wir uns bis zum Ende der Reise aufgespart: Lissabon – die „Schöne am Tejo“. Mit einer örtlichen Führerin besichtigen wir vorerst das Kloster „Mosteiro dos Jerónimos“. Beim Verlassen des sehenswerten Gebäudekomplexes wurden wir dann von einer Reiterstaffel samt Musikkapelle in Empfang genommen. Zugegeben: Vermutlich war dieses Spektakel dann doch in erster Linie einem Botschafter gewidmet, der an diesem Tag vereidigt werden sollte. Ein besonderes Erlebnis war es trotzdem. Nach einem Foto-Stopp am Torre de Belém erkundeten einige Wikinger die Altstadt auf eigene Faust. Einige Mitreisende und mich lockten allerdings eher die Straßencafés am Rossio-Platz mit den leckeren Puddingtörtchen Pastéis de Nata.

Der letzte Tag vor der Heimreise stand uns zur freien Verfügung. Während die meisten Wikinger die Zeit zum Entspannen am Praia Grande oder am großen Hotelpool nutzten, begab ich mich noch einmal nach Lissabon (übrigens dank der guten ÖPNV-Anbindung ganz einfach in ca. 1 1/2 Stunden erreichbar). Hier besuchte ich zunächst das oberhalb der Stadt gelegene Castelo de São Jorge. Anschließend ließ mich durch das bunte Altstadtviertel Alfama treiben. Der perfekte Abschluss für diese unglaublich erlebnis- und kontrastreiche Reise, die leider viel zu schnell zu Ende ging.

Na, euch hat das Reisefieber gepackt? Auch in diesem Jahr könnt ihr wieder zu vier Terminen „Iberische Impressionen“ von Madrid bis Lissabon sammeln…

¡Buen viaje! und Boa viagem!

Euer Dennis

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