Steilküsten und Traumbuchten rund um Puerto Sóller

Am 09.05.2015 war es soweit: im Rahmen meiner ersten echten Wikinger Reise ging es nach Mallorca, genauer gesagt nach Puerto de Sóller.

Nach dem kurzen Flug von Düsseldorf nach Palma de Mallorca erwarten mich dort mehrere Wikinger am Flughafen. Schnell ist geklärt, wer an welcher Reise teilnimmt und der erste Teil meiner Gruppe macht sich auf den Weg. Die Fahrt bis nach Puerto de Sóller dauert ca. 40 Minuten und gibt uns schon mal einen guten Eindruck davon, was uns die nächsten Tage erwartet: zahlreiche Zitronen-, Orangen- und Olivenbäume säumen die Wege und dazu immer wieder fabelhafte Ausblicke auf die umliegende Bergwelt. Hinzu kommt aller schönstes Sommerwetter bei ca. 25 Grad – so kann es weiter gehen!

Die Begeisterung hält an als wir vor dem wunderschönen Hotel Es Port stehen. Das Hotel verfügt über ca. 160 Zimmer, die sich auf einen Alt- und Neubau verteilen. Dazwischen finden sich zahlreiche liebevoll gestaltete Gärten, schattige Innenhöfe und urige Aufenthaltsräume. Hier werden wir herzlich von unserem Reiseleiter Peter Bartel begrüßt, der uns schon erwartet. Wir beziehen unsere Zimmer und haben noch etwas Zeit bis zum Abendessen. Einige erkunden den Ort bei einem kurzen Spaziergang, während ich weiter das Hotel und die Umgebung erkunde. Trotz der vielen Gäste findet sich immer ein ruhiges Plätzchen und die Anlage wirkt nie überlaufen. Es gibt neben dem großen Außenpool einen Innenpool sowie einen Whirlpool und zwei Saunen.

Bis zum Abendessen sind auch alle anderen aus unserer Gruppe eingetroffen und Peter stellt uns bei einem Gläschen Sangria das Programm vor. Das Abendessen wird in Buffetform serviert und es ist für jeden Geschmack etwas dabei. Gesättigt und voller Vorfreude, was die kommenden Tage bringen werden, geht der erste Tage zu Ende.

Wanderparadies Mallorca

Am nächsten Morgen geht es nach dem Frühstück direkt vom Hotel aus mit der ersten Wanderung los. Der Weg nach Fornalutx führt vorbei an zahlreichen Zitronen- und Orangenbäumen. An jeder Ecke finden sich bunte Blumen, sodass man das Gefühl hat durch einen einzigen großen Garten zu wandern. Unterwegs werden wir von einem der Anwohner mit frisch gepresstem Orangensaft versorgt – köstlich! Weiter geht es bis in den Ort Fornalutx, in dem wir die Mittagsonne und Pa amb Oli (geröstetes Brot mit Knoblauch, Tomaten, Schinken, und Käse) genießen. Frisch gestärkt wandern wir weiter vorbei an zahlreichen Olivenbäumen bis nach Biniraix. Von dort aus ist es nur noch ein kurzer Fußmarsch bis nach Sóller, der sogenannten Hauptstadt der Tramuntana. Sóller verzaubert mit seinen kleinen Gassen und lädt mit zahlreichen Restaurants und Geschäften zum Verweilen ein. Wir lassen es uns nicht nehmen hausgemachtes Orangen- und Mandeleis zu probieren, bevor es zurück nach Puerto de Sóller geht – diesmal allerdings nicht zu Fuß! Stattdessen fahren wir mit der rustikalen Straßenbahn, die in unmittelbarer Nähe des Hotels hält. Wir freuen uns auf den nächsten Tag!

Unter Beschuss in Puerto de Sóller

Dieser hält einiges an Überraschungen bereit – zunächst weckt mich wieder die Sonne und ich freue mich über das tolle Wetter, doch dann ein Kanonenschuss…habe ich das wirklich gehört oder war das doch nur mein Wecker? Nein, es folgt ein zweiter Kanonenschuss – die Piraten sind da! Doch lieber von Anfang an: Am 11.05.1561 wurde Sóller von türkischen und algerischen Piraten überfallen. Das gesamte Dorf leistete erfolgreich Wiederstand und die Piraten konnten vertrieben werden. Diesen Sieg im Kampf der „Mauren gegen Christen“ feiert man jedes Jahr im Mai in Puerto de Sóller und Sóller. Doch später mehr zu diesem einmaligen Volksfest, denn unser Bus wartet, um uns nach Deià zu bringen. Die Fahrt dauert ca. 30 Minuten und bringt uns zu dem Künstlerdorf Deià, in dem Schriftsteller, Maler und andere Kreative verweilten. Hinweg durch verträumte Gassen machen wir zunächst einen kurzen Abstecher in die Cala de Deià, einer wunderschönen kleinen Bucht mit glasklarem Wasser. Ein letzter sehnsüchtiger Blick auf das Meer, bevor es weiter geht. Bergauf geht es auf schattigen Wegen bis zur Finca Son Mico, an der wir von den bezaubernden Gastgeberinnen Ines und Isabell mit Quiche, frisch gepresstem Orangensaft und weiteren Leckereien verwöhnt werden. Von der Terrasse lassen wir den Blick in die Berge schweifen. Vorbei an verwilderten Olivenplantagen geht es weiter zu unserem nächsten Ziel: dem Leuchtturm am Refugi Muleta. Wir freuen uns über die herrlichen Ausblicke auf das Meer und über die Bucht von Puerto de Sóller. Bereits vom hoch gelegenen Leuchtturm aus lässt sich das Spektakel erahnen. Wir wandern entlang der Bucht zurück bis zum Hotel, wo Peter uns vorwarnt und uns den Tipp gibt, alte Kleidung zu tragen und auf Hüte zu verzichten. Die Straßen sind gefüllt mit verkleideten Menschen und ich mache mich mit zwei weiteren mutigen Wikingern auf den Weg ins Getümmel. Nur wenige Augenblicke später werden wir schwarz angemalt und ein Strohhut fällt einer Muskete zum Opfer. Wir sind froh, Peters Tipps beherzigt zu haben und genießen das Getümmel. Begleitet von Musik und Feuerwerk werden die Piraten erfolgreich vertrieben. Nach diesem Erlebnis freuen wir uns auf das Abendessen.

Sportliche Wanderung am Cúber Stausee

Der nächste Morgen beginnt wieder sonnig, jedoch diesmal ohne Kanonenschuss. Zunächst bringt uns der Bus zum Cúber Stausee. Wir wandern entlang des Sees bis zu einem kleinen Waldstück und von dort weiter hinauf. Nach dem Aufstieg werden wir mit spektakulären Blicken auf den Puig Mayor belohnt. Sogar Sóller können wir von hier oben betrachten. Der perfekte Ort für eine Mittagsrast. Unser nächstes Ziel ist zunächst wieder Biniraix, welches wir schon von der ersten Wanderung kennen. Über sehr gut angelegte Wege geht es insgesamt ca. 500 Meter hinab. Zwischendurch müssen wir jedoch immer wieder für Fotos oder um einfach die tolle Aussicht zu genießen, innehalten. Vorbei an Terrassenfeldern und einem Bach erreichen wir schließlich erschöpft, aber glücklich Biniraix. Auf dem gewohnten Weg geht es wieder nach Sóller, wo wir wohl verdient einen Eiskaffee genießen. Es bleibt noch ein wenig freie Zeit, die wir zum Bummeln nutzen, bevor wir mit der Straßenbahn wieder die Heimreise antreten. Im Hotel angekommen lassen wir den Abend mit Gitarrenmusik auf der Terrasse ausklingen und Peter unterbreitet uns Vorschläge für den morgigen freien Tag. Zum einen bietet er eine weitere Wanderung in das Mortitxtal an. Diese entspricht der Stiefelkategorie 2-3 und ist somit anspruchsvoller als die bisherigen Touren. Des Weiteren bietet es sich an, dass der Tag für einen Ausflug in die Hauptstadt Palma genutzt wird. Als dritte Möglichkeit gibt es eine kurze Wanderung zu dem Torre Picada mit anschließendem Besuch in dem Restaurant „Nautilus“, das neben der spektakulären Aussicht für seine hervorragende Küche bekannt ist. Die Vorschläge werden mit Begeisterung aufgenommen und für jeden ist etwas dabei. Ich entscheide mich für die dritte Möglichkeit und freue mich auf den morgigen Tag.

Entspannung und Genuss

Der freie Tag bricht erneut mit bestem Sommerwetter an und ich mache mich mit einem Teil der Gruppe auf zum Torre Picada, einem ehemaligen Wachturm. Nach einer kurzen Wanderung erreichen wir unser Ziel und lassen den Blick über das Meer und die Küste schweifen. Danach geht es weiter zu dem Restaurant „Nautilus“ und wir suchen uns ein schönes Plätzchen auf der Terrasse. Diese liegt direkt an der Steilküste und man hat einen einmaligen Blick auf das Meer. Frische Luft macht ja bekanntlich hungrig und wir lassen uns die köstlichen Tapas schmecken. Zurück geht es entlang der Hafenpromenade, bevor wir im Wellness Bereich des Hotels frische Kraft für die kommenden Tage tanken.

Wandern in Valldemossa

Die brauchen wir auch, denn der nächste Tag wartet zum einem mit einer der anstrengendsten Wanderung als auch mit Temperaturen um die 30 Grad auf uns. Zunächst bringt uns der Bus nach einer Fahrt von ca. einer Stunde in die Stadt Valldemossa. Valldemossa ist einer der meistbesuchten Orte der Insel, da Frédéric François Chopin, ein bedeutender Komponist und Pianist, dort einige Zeit lebte. Zusammen mit dem Mythos von Chopin und der mittelalterlichen Architektur ist Valldemossa auf jeden Fall einen Besuch wert. Doch wir lassen Chopin zunächst hinter uns, denn es gilt den Reitweg des Erzherzoges Ludwig Salvator zu erwandern. Bekannt als Exzentriker tragen heute noch viele Straßen und Plätze seinen Namen „S´Arxiduc“, der Erzherzog. Er ließ viele Aussichtswege anlegen und einen Teil davon wollen wir uns heute ansehen. Doch bevor es soweit ist, geht es zunächst bergauf, bergauf und immer weiter bergauf. Auf dem Weg findet sich zum Glück ausreichend Schatten, sodass alle wohl behalten auf dem Gipfel und damit auch auf dem Reiterweg ankommen. Von dort aus eröffnet sich uns ein völlig neues Mallorca – schroffe Felsen, steile Schluchten und das Gefühl ganz weit weg von allem anderen zu sein. In aller Seelenruhe kreist ein Mönchsgeier über uns. Diese Vogelart findet sich nur noch in wenigen Gegenden und wir haben wirklich Glück, ein Exemplar von Nahem betrachten zu können. Nach und nach steigen wir die erklommenen Meter wieder hinab, um zurück nach Valldemossa zu kommen. Erschöpft plündern wir dort die Getränkevorräte und genießen bis zur Rückfahrt das Flair der Stadt.

Der Abschied naht

Am nächsten Morgen gibt es eine Premiere: Regen! Nach der gestrigen Hitze genießen wir die Abkühlung und der Regenschauer ist nach sage und schreibe 2 Minuten auch wieder vorbei. Heute geht es auf den sogenannten „Traumpfad“ nach Cala Tuent. Wir schreiten von Mirador de ses barques über den Höhenweg Sa Costera bis nach Cala Tuent. Dieser belohnt uns nach einem kurzen Aufstieg mit wunderschönen Ausblicken auf das Meer. Mit dem Meeresrauschen im Ohr geht es kurz ins Landesinnere, nur um kurz darauf Cala Tuent zu erreichen. Wir genießen in einem Restaurant ein Stück Mandelkuchen auf der Terrasse und einige nutzen die freie Zeit, um im Meer zu schwimmen. Da es sehr windig ist, können wir leider nicht mit dem Boot zurück nach Puerto de Sóller, sondern ein Busfahrer erwartet uns. Wer nun eine entspannte Fahrt zurück zum Hotel erwartet, hat sich getäuscht, denn diesen Ausblick sollte man sich nicht entgehen lassen! Die spektakuläre Straße „Sa Calobra“ durchquert eine faszinierende Felsenlandschaft und es geht über zahlreiche Serpentinen den Berg hinauf bzw. hinab. Besonderes Highlight ist der sogenannte „Krawattenknoten“ Nus de Sa Corbata, bei dem die Straße in einer Kehre unter sich selbst hindurchführt  – ganz wie bei einem Krawattenknoten. Beeindruckt von unserem souveränen Busfahrer steigen wir am Hotel aus. Der letzte Abend bricht an und wir wundern uns, dass die Woche so schnell rum ging. Da mein Flug am nächsten Tag erst am Abend stattfindet, nutze ich mit ein paar anderen Wikingern noch die Gelegenheit Palma zu besichtigen. Wir schauen uns die Kathedrale an und lassen uns in der Altstadt noch einmal richtig gut Tapas schmecken. Ein paar letzte Einkäufe werden getätigt und schon geht es zurück zum Flughafen und damit zurück in die Heimat.

Vielen Dank an meine tolle Reisegruppe und den Reiseleiter Peter – es war eine großartige Woche!

Gruppenfoto

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Und wer selber mal nach Puerto Sóller möchte, ist hier richtig!

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