Südafrika Radreise – ein Reisetagebuch

Tag 1 – 3: Am 19.11. ging endlich ein lang ersehnter Traum in Erfüllung. Ich bin nach Südafrika geflogen um dort mit dem Rad und Bus von Kapstadt nach Port Elisabeth zu fahren. Im Zug zum Flug habe ich zufällig neben einer Dame gesessen, die mit mir im gleichen Flieger nach Johannesburg sitzen sollte.  Sie ist dann später von Johannesburg weiter nach Namibia geflogen, um dort die Wikinger-Namibiatour mitzumachen. Für uns ging es weiter nach Kapstadt. Beim Check-In standen die nächsten Wikinger hinter uns,  diesmal auch von meiner Gruppe: Dora aus der Schweiz und Thomas aus Leipzig. An Bord saß Angelika neben mir und Olaf habe ich auch schnell wieder erkannt  – wir waren vor 3 Jahren zusammen auf der Indien Radreise. Am Gepäckband in Kapstadt kamen dann noch Ralf und Andreas hinzu und schon war die kleine Gruppe unserer Südafrika Radreise „Von Kapstadt durch das Land der Vielfalt“  von 7 Teilnehmern komplett. Unser Reiseleiter Dominic erwartete uns schon,  half uns beim Geldwechsel und fuhr nach dem Check-In im Hotel mit uns zum Tafelberg, da das Wetter gerade so schön mitspielte. Mit der Seilbahn waren wir schnell oben,  von wo wir einen traumhaften Blick über die Stadt hatten. Ein schöner Einstieg in den Urlaub.

Blick vom Tafelberg
Blick vom Tafelberg

Heute ging es dann das erste Mal auf die Räder. 15 km zum Eingewöhnen an die Räder. Am Kap der Guten Hoffnung durfte das obligatorische Gruppenbild natürlich nicht fehlen. Von dort aus sind wir zum Leuchtturm gewandert und hatten dabei tolle Ausblicke über die Bucht. Ein Besuch der Pinguinkolonie am Boulders Bay hat den Tag abgerundet. Ich hätte am liebsten eines der süßen Tiere mitgenommen. Gleich fahren wir zu einem Fischrestaurant an der Waterfront. Ein wirklich schöner Tag oder, wie der Südafrikaner sagen würde: Der Tag war echt „lecker“!

Heute am 4. Tag haben wir das Programm etwas abgeändert, damit wir morgen noch eine zusätzliche Radtour unternehmen können. Nach einem kurzen Transfer aus Kapstadt raus,  sind wir ca. 10 Kilometer durch ein Weinanbaugebiet bis zu dem Weingut Jordan geradelt,  wo wir eine kleine Weinprobe gemacht haben. Toller Wein! Die gleiche wunderschöne Strecke ging es mit dem Rad zurück. Anschließend hat uns unser Busfahrer nach Stellenbosch gefahren. Stellenbosch ist bekannt für gutes Essen und guten Kaffee – ideal für unsere Mittagspause. Am Nachmittag haben wir Kapstadt bei einem gemeinsamen Stadtrundgang erkundet: Vom Bo-Kaap-Viertel mit seinen bunten Häusern  über den Greenmarket-Square zum Blumenmarkt, an der Old Salve Lodge und den Parlamentsgebäuden vorbei bis zum Company’s Garden.

 

Radtour durch Weinanbaugebiete
Radtour durch Weinanbaugebiete

Tag 5

Zunächst sind wir 10 km bis Blouberg geradelt. Obwohl es recht bewölkt war, hatten wir einen tollen Blick auf den Tafelberg. Anschließend sind wir im Bus am Meer entlang gefahren. Dominic hat uns die Fahrt mit Infos und Geschichten versüßt – wie auch schon auf den Fahrten zuvor. In Südafrika aufgewachsen hat er ein profundes Wissen über das Land, was er gerne mit uns teilt. Seine Eltern sind in den 70ern von Deutschland nach Südafrika ausgewandert. Sie kommen ursprünglich aus Hagen-Haspe, dem Wikinger-Firmensitz. Die Welt ist echt klein. Wir haben Kwah Ttu besucht, wo wir einiges über das Leben der San erfahren durften und die ersten wilden Tiere wie Antilopen und Zebras gesehen haben. Nach der Mittagspause bei herrlichem Sonnenschein sind wir nach Buffelfontain gefahren worden,  wo uns bei unserer Radtour zwei Nashörner begegnet sind.  Da haben wir doch lieber die Räder aufgeladen um das Begleitfahrzeug zu nutzen. So nah habe ich die imposanten Tiere noch nie gesehen.

Bisher haben wir diesen Tag so noch nicht im Reiseverlauf stehen, was sich aber evtl. nächstes Jahr ändert.

Tag 6: Heute stand eine Radtour im West-Coast-Nationalpark auf den Programm. Wir sind durch schöne, leicht hügelige Landschaft um die Lagune herum geradelt. Am Ende hat uns unser Reiseleiter Dominic ein leckeres Picknick zubereitet, das mit Blick auf die Lagune gleich noch besser schmeckte. Andreas und Ralf waren anschließend an dem kleinen Strand baden, mir hat das klare Wasser die Füße gekühlt. Türkisfarbenes Wasser, weißer Sand und strahlender Sonnenschein – fast wie in der Karibik!

Tag 7: Nach einer etwa 1-stündigen Busfahrt erreichten wir Wellington. Während es in Deutschland kalt und uselig war, erklommen wir bei 30 Grad den Blaine’s Kloof-Pass. Ein Teil der Gruppe zog den klimatisierten Begleitbus vor, insgesamt 4 von 7 Teilnehmern bissen sich aber auf dem Fahrrad durch – ich natürlich auch :-). Umso mehr genossen wir die anschließende lange Abfahrt und die Pizza am Ende der Radtour.  Nach weiteren 2 Stunden im Bus erreichten wir die Gästefarm, wo uns die Farmbesitzer herzlich begrüßten. Vor dem Essen gab es eine Weinprobe. Das Abendessen war mit Liebe zubereitet, was wir schmecken konnten.  Der Wein floss und die Stimmung war ausgelassen.

Tag 8: Vormittags fuhren wir mit dem Rad direkt von der Farm aus nach Robertson und weiter auf Schotterstrassen (ohne Verkehr) durch idyllische Weinlandschaft bis nach McGregor. In dem hübschen, beschaulichen Örtchen machten wir einen Kaffeestopp im Café Villagers. Super leckerer Cappuccino. Die Besitzer bauen auf ihrer Farm Oliven an und bieten in ihrem kleinen Café  auch einige Olivenprodukte an. Das Oliven-Gewürz-Salz war so gut, dass ich gleich zwei Gläser als Mitbringsel gekauft habe. Zurück ging es über Asphaltstraßen nach Robertson. Nachmittags blieb noch Zeit das schöne Ambiente unserer Gastfarm zu genießen.

Tag 9: Nach der warmherzigen Verabschiedung machten wir eine schöne Radtour durch Weinanbaugebiet rund um Robertson (1/2 Schotterwege, 1/2 Asphalt. Anschließend brachte uns ein längerer Transfer zur nächsten Unterkunft in Oudthoorn, wo wir in schönen Charlets untergebracht wurden.

Tag 10: Vormittags fuhren wir zu den bekannten Tropfsteinhöhle Cango Caves, wo wir an einer kurzweiligen, einstündigen Führung teilnahmen. Die anschließende ca. 40 km lange Radtour führte zunächst lange bergab und anschließend flach weiter zurück nach Oudtshoorn. Den Nachmittag genossen wir am Pool unserer schönen Lodge.

Tag 11 und 12: Da Oudtshoorn bekannt ist für die Straußenzucht und wir bereits bei unserer Radtour an vielen Straußenfarmen vorbei kamen, wollten wir gerne eine solche Farm besuchen bevor wir weiter fuhren. Eine junge Dame erklärte uns wie Strauße zusammen leben, wie sie schlüpfen und aufwachsen und was aus ihrem Leder und den Federn hergestellt wird. Ich durfte sogar ein Straußenbaby auf die Hand nehmen. Unglaublich, dass aus so kleinen Vögeln so imposante große Tiere werden. Anschließend hätten wir auf einem Strauß reiten können,  was jedoch niemand der Gruppe wollte.  Nur 2 Mitreisende haben sich kurz drauf gesetzt für ein Foto. Anschließend fuhren wir mit dem Bus zum Wilderness Nationalpark, wo wir in netten kleinen Holzhütten direkt am Fluss wohnten. Unser Guide Dominic machte am Nachmittag eine kleine Wanderung zu einem hübschen Wasserfall mit uns.  Wieder einmal ein schöner Tag – auch ohne Radfahren. So konnten wir Kraft sammeln für unsere „Königsetappe“ am nächsten Tag.

Auf der 7-Pässe-Straße, die von George nach Knysna führt, sind wir 50 km geradelt und haben dabei immerhin die folgenden 3 der 7 Pässe mit dem Rad überwunden: Hoekwil Pass, Hoogekraal Pass und Katarata Pass. Die Steigungen waren moderat und auch die Abschnitte auf Schotterbelag gut zu befahren. Eine wirklich tolle Radtour mit schönen Aussichten. Der Bus fuhr uns anschließend weiter nach Plettenberg Bay.

Tag 13: Heute haben wir eine halbtägige Wanderung über die Robberg-Halbinsel gemacht.  Puh, war das anstrengend, aber wunderschön. Wir haben Robben im Wasser gesehen, Möven mit ihrem Nachwuchs beobachtet,  sind über Felsen geklettert und haben immer wieder tolle Ausblicke über das Meer und die Küste von Plettenberg Bay genossen. Nachmittags war noch Zeit um einen Cappuccino im netten Ferienort Plettenberg Bay zu trinken.

Auf dem Hoogekraal Pass
Auf dem Hoogekraal Pass

 

Tag 14: Eigentlich stand heute eine ca. 40 km lange Radtour über den Bloukrans-Pass auf dem Programm. Der Pass war aber aufgrund von Erdrutschen gesperrt und somit nicht befahrbar. Deshalb machten wir eine 20 km lange Alternativstrecke und radelten hauptsächlich bergab und gerade aus durch Farmland. Das erste Stück führte über Schotterstrasse, danach war unser Weg asphaltiert. Am Ende der Tour verabschiedeten wir uns von unseren Rädern, da es unsere letzte Radtour war. Der Bus fuhr uns zu unserer nächsten, traumhaften Unterkunft im Tsitsikamma-Nationalpark. Wir waren in Hütten/Chalets im Storm River Camp untergebracht, das direkt an der Küste lag. Einfach traumhaft. Eine kleine Wanderung brachte uns zu einer Hängebrücke über die Flussmündung des Storm Rivers. Tolles Fotomotiv! Leider war das Restaurant vom Camp am Freitag zuvor abgebrannt. Deshalb fuhren wir in den nächsten Ort zum Essen.

Tag 15: Nach unserem leckeren Frühstück, das unser Reiseleiter Dominic für uns auf der Terrasse seines Chalets zubereitete,  konnten wir Delfine im Meer beobachten. Anschließend brachte uns unser Busfahrer Shawn in etwa 3 Stunden zum Addo-Elephant-NP. Auf dem Weg durch den Park zu unserem Camp konnten wir bereits riesige Elefantenherden, ein paar Büffel, Zebras und Warzenschweine beobachten, die sich bei fast 40 Grad an den Wasserstellen tummelten. Wow, was ein Erlebnis! Kein Wunder,  dass wir alle beim Abendessen das WLAN des Camp-Restaurants nutzen um den Lieben zu Hause die beeindruckenden Begegnungen des Tages zu schildern und mit Bildern zu untermalen. Da am nächsten Morgen um 5 Uhr der Wecker klingeln sollte, um früh zum Game Drive aufzubrechen, ging die ganze Gruppe zeitig schlafen. Das wollte niemand verpassen. Wer weiß, vielleicht würden wir ja die Big Five sehen?

Tag 16: Das frühe Aufstehen hat sich gelohnt. Gleich am ersten Wasserloch sahen wir 2 Löwen. Außerdem konnten wir bei unserer 3-stündiger Pirschfahrt Warzenschweine, Perlhühner, Schildkröten, Mongoos, Hasen, Schakale, Kudus und Büffel beobachten. Anschließend hat Dominic uns ein wunderbares Frühstück auf der Terasse seines Chalets gezaubert. Nachmittags ging es erneut auf Safari durch den Nationalpark, die Eindrücke des Vortages und des Morgens waren aber nicht mehr zu toppen. Trotzdem habe ich mich am Nachmittag über die an meiner Terrasse meines Chalets vorbeilaufenden Kudu-Weibchen und Warzenschweine gefreut. Auch war etwas weiter weg eine kleine Elefantenherde zu sehen. Was für ein wundervoller Abschluss unserer Reise!

Eure Raphaela

 

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