Trekking: Costa Rica – Feuerberge und Pazifikstrand

Hola, viele Grüße aus dem Land zwischen den Ozeanen – Costa Rica. Ein schönes und spektakuläres Land ist es, durch das ich hier in Mittelamerika auf einer Trekkingtour reise. Wirklich, einer der Orte an denen Postkartenidylle und unerwartete Landschaften und Ausblicke auf einen warten. Aber, erstmal ein paar Eckdaten zu einem der tollsten Regionen die ich bislang erleben durfte.

Das Land ist so groß wie Niedersachsen. Das klingt jetzt erstmal etwas dürftig und wird Costa Rica in keinster Weise gerecht. Das dieses Land so klein ist hat gewisse Vorteile. Auf der Landkarte betrachtet ist man flugs mal eben an einen anderen Ort gefahren. Auf den Straßen stellt man dann fest, dass diese befahrbar sind aber man ist nicht alleine unterwegs und es gibt immer genau eine Verbindungsstraße zu dem Ort, den man als nächsten ansteuern möchte. Und, die Wege führen zudem durch zerklüftetes Binnenland über sich windende Berg- und Passstraßen. Da man ja nicht alleine fährt und viele LKW unterwegs sind kommt man also recht unzügig voran. Das macht aber nix, denn so kann man die Zeit nutzen und aus dem Fenster glubschen und sich die Augäpfel wund spähen. Was gibt es da zu gucken? Landschaft, Vulkane und tiefe Schluchten und Berge, die zwar nicht in den Himmel zu wachsen scheinen wie in anderen Regionen dieser Welt, aber die Berge sind lecker grün. Hier wächst einfach alles, und zwar üppig und grösser als woanders. Die tropische Wärme und, leider auch Feuchtigkeit, tun ein übriges.

Ankunft in Costa Rica

Für den Reisenden ist diese Kombination im ersten Moment eher hinderlich. Als ich nach 16 Stunden Flug dem Flieger entstieg war zunächst alles schön. Endlich da und gemütlich klimatisiert im Flughafen! Aber dann, als der Immigrationsbürokratiekram erledigt war erwartete mich ein netter Herr mit spanischem Akzent bzw. der ist Muttersprachler und ich kann kein Spanisch. Aber, der Onkel war dafür zuständig mich abzuholen und der Reisegruppe hinterherzubringen. Ich war ja mit einer anderen Fluggesellschaft nach San Jose gedüst und die Gruppe etwa 14 Stunden vor mir bereits eingetroffen und hatte die erste Nacht bereits im Hotel in Sankt Josef verbracht und sich am Morgen auf die erste Wanderung begeben während ich erst um 09.30h landete.

Wie gesagt, der nette Onkel mit spanischen Spanischakzent und ohne Englischkenntnisse gab mir zu verstehen, dass sein Auto außerhalb des Flughafens zu finden sei. Ich fand den Hinweis irgendwie überflüssig denn alle Autos sind außerhalb von Flughäfen zu finden, so auf jeden Fall meine bisherige Erfahrung an Flughäfen dieser Welt. Ich also meine Brocken auf den Trolly draufgehievt und dem netten Onkel hinterher gepest. Dann kamen wir auf eine Flügeltür zu die aus dem Flughafengebäude hinaus ins Freie führte und endlich, endlich war die Freiheit in Costa Rica erreicht und ich durchschritt die Flügeltür. Kaum vor dem Gebäude angekommen stellte ich fest, das Costa Rica gänzlich unklimatisiert ist. Hammer! Wie in eine Waschküchenwand bin ich reingestiefelt und blickte sehnsüchtig zu der Tür zurück hinter welcher die klimatisierte Flughafenwelt lag. Es war ein Klimaschock, möchte ich sagen. Ich, im Hemd mit T Shirt und Jeans. So ziemlich die blödeste Idee meines Lebens mit solchen Gewändern nach Costa Rica zu fahren! Augenblicklich verwandelte sich alles in einen Hitzestau und es tropfte nur so von meiner Stirn auf die sehnsüchtig erwartete Zigarette und der Onkel war bereits im Parkhaus verschwunden und gab mir vorher noch zu verstehen, dass ich ruhig in der Sonne auf ihn und sein Gefährt warten könne um in Ruhe zu Ende rauchen.

Auf dem Weg nach Santa Anna

Ich war zu nix faehig, völlig übermüdet nach einem ewig langen Flug und die körpereigene Suppe suchte sich in Sturzbächen den durch die Schwerkraft definierten Weg nach unten. Altobelli! Gut, der Onkel kam dann zwei Minuten später mit seinen Toyota Bus angebraust und ich schleuderte die Taschen hinten rein und stolperte ins Auto. Ob ich dabei durch eine Pfütze meines eigenen Schweisses platschte, das vermag ich nicht zu sagen aber drinnen, endlich atembare Luft! Klimaanlage im Toyota Kleinbus, was für eine geniale Erfindung. So hockte ich da und spähte nach draussen in der Erwartung, dass es nun ins Hotel geht und ich endlich eine kurze Hose anziehen könnte, mein Hemd hatte ich mir in der Zwischenzeit bereits vom Körper gerissen. Das schien mir zu dem Zeitpunkt die beste Idee überhaupt zu sein. Doch, weit gefehlt. Nix Hotel, wie der Onkel gestikulierte. Und schon hatte er mir sein Ei-Fohn in die Hand gedrückt und am anderen Ende der Leitung säuselte eine weibliche Stimme in der wohlbekannten deutschen Sprache zu mir. Unsere Agentur Tierra Verde war dran in Person einer dort arbeitenden Deutschen. Die hiess mich erstmal willkommen und nach dem üblichen blabla wie guter Flug, ja den Onkel gleich gefunden und toll hier zu sein, kam sie rüber mit der Info Planänderung. Man werde mich nicht ins Hotel sondern direkt zur Gruppe fahren denn der Weg ins Hotel wäre viel zu umständlich und dann könnte ich ja noch einen Teil der ersten Wanderung mitmachen undsoweiter. WANDERUNG? Gehts noch, dachte ich. Bei dem Wetter? Aber, ich ließ mir nichts anmerken und log, dass das doch eine ganz wunderbare Idee wäre. Mist, also in Jeans gehe ich hier keinen Meter. Soviel war schonmal klar. Also, der Onkel gab Gas und wir fädelten uns in den Strassenverkehr ein. So fuhren wir etwa 20 Minuten in irgendwelche Richtungen und irgendwann hielt der Onkel an. Wir waren mitten in einem Ort, Santa Anna.

Es kann losgehen…

Och, dachte ich, das sieht ja nett aus hier und hier treffe ich also die Gruppe. Wahrscheinlich sind die gerade einkaufen und wir gehen dann gemeinsam erstmal was Essen, so oder so ähnlich hoffte ich. Aber, nein! Nix Gruppe, nix Essen, nix Trinken! Umsteigen war angesagt. Ich also raus aus dem Toyota Kleinbus und rein in einen wesentlich größeren Mitsubishi Bus mit 25 Sitzen. Aha, mir wurde klar das dies der Gruppenbus sein musste den auf den Sitzen prangten bereits die ersten Jack Wolfskin Shirts und Regenjacken, Regenjacken? Kein Wunder dass man die zurückgelassen hatte. Ich also Muchas Gracias zum Toyota Onkel mit ein paar Dollares Trinkgeld selbigen glücklich gemacht und im Bus sass Julio! DER Julio. Der Busfahrer der uns seit bereits 11 Tagen durch die Gegend kutschiert. Was fuer ein grossartiger Typ. Ein Spassvogel vor dem Herrn. Er also die Karre gestartet und, welch Wunder, er spricht wenigstens ein paar Brocken Englisch und so kam so etwas wie eine Kommunikation in Gang. Wir würden nun auf einen Pass hochfahren und da werde ich dann die Gruppe treffen mit Christian, dem Reiseleiter. Alles prima. Ich habe mal angedeutet, dass ich so etwas ähnliches wie Durst verspüre und da bremste der Mitsubishi auch schon und Julio wies mir den Weg auf die andere Strassenseite in einen Kiosk. Ich also da rein und habe zu erst die grosse 1,5 liter Pulle Wasser und ein paar Buechsen @Battery@ Energiegetränk aus dem Kuehlschrank abgegriffen und gekauft. Puh, langsam komme ich an in Costa Rica….

Euer Patrick

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