Überwinterungs-Strategien der Tiere

Der Winter naht … und es kann kalt und hart werden, nicht nur für uns Menschen, sondern auch für viele Tiere. Jede Spezies hat sich aber bestimmte Überwinterungs-Strategien zugelegt, um die kalte Jahreszeit möglichst gut zu überstehen.

Meine Überwinterungs-Strategien

Prasselndes Feuer im Ofen, Glühwein auf dem Weihnachtsmarkt, gute Bücher für Kopf und Seele und Schneeschuhtouren gegen Vitamin-D-Mangel und für die nötige Sonnenbestrahlung und Frischluft … mir persönlich fällt da gleich ein ganzes Bündel an Methoden ein, die in der Regel jedoch nur für einen geringen Teil der Fauna praktikabel wären. Aber viele Tiere der gemäßigten oder kühleren Klimazonen haben sich im Laufe der Evolution etwas einfallen lassen.

Die Welt wird weiß

Schneeflocken fallen und streichen die Welt weiß. Die meisten Pflanzen verkriechen sich. Tarnfarben wie Grau und Braun werden im Winter zu deutlich sichtbaren Flecken im Schnee. So verlieren viele Tiere im Winter ihre Farben, um sich vor Feinden zu schützen.

Die Alpenschneehühner wechseln ihr schwarz-grau-braunes Federkleid zu weiß. Sie müssen im Winter viel Energie sparen und verstecken sich lieber, als zu flüchten. Deshalb ist es auch sehr wichtig, im Winter einen großen Bogen um die Rückzugsgebiete dieser Raufußhühner zu machen. Dies sollten sich vor allem querfeldein gehende Winterwanderer, Schneeschuhwanderer und Tourengeher vergegenwärtigen.

Winter-Wanderweg

Schneehasen im Wintermantel

Auch der Schneehase, der in den Alpen und im nördlichen Eurasien – wie in Island, Norwegen oder Schweden – vorkommt, wechselt seine graue Farbe zu weiß. Ihn sieht man häufiger auf Wanderungen in Island oder Norwegen im Frühling oder frühen Winter. Dann liegt oft noch nicht (oder nicht mehr) überall Schnee, und der weiße Hase fällt auf den schneefreien Flächen besonders auf.

Spitzmäuse beim Essen

Spitzmäuse haben auch viel zu tun im Winter. Anders als andere Mäuse – mit denen sie nicht verwandt sind – fressen sie fast ausschließlich kleine Tiere. Sie gehören, wie der Maulwurf, zur Ordnung der Insektenfresser. Und um zu überleben, müssen sie ständig fressen. Andernfalls würden sie in kurzer Zeit verhungern.

Im Winter gestaltet sich die Jagd auf Kleinsttiere aber schwierig, die Beutemengen werden weniger. Deshalb hat die Waldspitzmaus sich eine Schrumpfkur verordnet. Pünktlich mit den fallenden Temperaturen schrumpft die sowieso schon winzige Maus. Verkleinerte Organe und ein geschrumpftes Gehirn verbrauchen weniger Energie, und auch die kleinere Körperoberfläche verliert weniger Wärme. Im Frühling wird aus der Spitzmaus zwar kein Elefant, aber sie wächst beträchtlich – wieder bis auf ihre ursprüngliche Größe von beeindruckenden 8 cm – den Schwanz noch nicht mitgerechnet.

Überwinterungs-Strategien der Fische im Eis

Und was passiert in zugefrorenen Seen mit den Fischen? Sie versuchen, die tiefsten Stellen der Seen und Teiche zu erreichen. Viele stehende Gewässer haben am Grund etwa 4° C Wassertemperatur. Da das Wasser bei 4° C die größte Dichte aufweist, sinken diese Wassermassen auf den Grund und frieren bei normalen Wintertemperaturen und genügender Gewässertiefe nicht durch.

Mein Fazit

Aber – ehrlich gesagt – ich möchte weder weiß werden, noch schrumpfen, noch in 4° C kaltem Wasser leben. Da bleibe ich doch lieber bei heißen Getränken, netter Gesellschaft, Holzofen und meinen Wintertouren

Vielleicht treffe ich dort ja den einen oder anderen von Euch …?

Bis dahin grüßt Euch …

Euer Andreas

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