Ursprünglichkeit und Idylle im Süden Irlands

Es gibt viele Gründe, nach Irland zu reisen. Die Sonne ist für viele dabei weniger entscheidend – wodurch umso schöner ist, wenn sie derart viel scheint. Schon bei der Landung in Dublin werden wir von ihr empfangen, und sie lässt uns in den folgenden Tagen nur selten (Wortwitz!) im Regen stehen. In der Folge gibt es Farben satt, im wahrsten Sinne: Der Süden Irlands präsentiert sich in einem Grün, dass in mehrerlei Hinsicht sprichwörtlich saftig ist. Dazu haben wir von den Halbinseln des Südwestens das Blau des Meeres immer wieder im Blick. Grün soll ja bekanntlich beruhigen, blau für Ruhe und Konzentration stehen. Und dann sind da noch diese blühenden Farbtupfer … . Auch ohne Expertin für Farbenlehre zu sein, stelle ich fest, dass ich alles nach kürzester Zeit einfach nur noch genieße.

Unterstützt wird die Wirkung übrigens von den durchaus zahlreichen Schafen, die ihr Image der „living stones“ mit Mut zur Farbe bekämpfen.

Die erste Halbzeit verbringen wir auf der Halbinsel Dingle. Das gleichnamige Städtchen ist niedlich, aber auch ganz schön geschäftig, von daher ist gar nicht schlecht, dass wir etwas außerhalb wohnen. Das Essen im ersten Hotel der Reise ist klasse, die hochgewachsene Kellnerin (die sich als ehemalige Hochspringerin zu erkennen gibt) eine der fröhlichsten, die man sich vorstellen kann, und das hauseigene Pub bietet reichlich Anlass, ein wenig zu bleiben und – mitunter mit Hilfe gerstenhaltiger Getränke und live gespielter Musik – ins Gespräch zu kommen. Selbstverständlich übertreibt es niemand, und das ist auch gut so, denn am nächsten Tag wird schließlich ernsthaft gewandert und nicht spazieren gegangen. Ob sanft oder rauh, die Landschaft ist superschön – und superleer.

Dass wir kaum andere Menschen treffen, gefällt allen ausnehmend gut. Manche von uns hätten allerdings eine Ausnahme gemacht für die Star Wars-Crew: Die hat auf Sybil Head sowie den vorgelagerten wilden Skellig Islands tatsächlich Aufnahmen für die jüngste Trilogie gemacht, ist aber schon wieder abgereist, glücklicherweise ohne sichtbare Spuren zu hinterlassen (mal abgesehen von diversen T-Shirt-Motiven).

Halbinsel der zweiten -zeit ist Beara. Die Busfahrt wird aufgelockert durch einen Nationalparkbesuch samt Besteigung des Torc, der uns mit Sonne und Sicht lockt. Unsere Gipfelrast fällt daraufhin irgendwem zu lang aus, da uns mit einem knackiger Schauer aufbrechen lässt, sich aber beruhigt, nachdem wir ein paar Meter abgestiegen sind.

Ruhig trifft es auch für unser zweites Hotel, auch wenn es ein wenig größer ist als das erste – und allen von uns in Zimmer mit Meerblick gönnt. Die Wanderungen von hier aus sind noch ein wenig ausgedehnter, das Grün der Insel noch ein wenig saftiger. Das gilt allerdings nicht nur optisch, denn selbst in hohen Lagen sind die torfigen Wiesen wie ein einziger grüner Schwamm, der eine ziemliche Dichtigkeitsprüfung für die Schuhe veranstaltet. Goretex und Verwandte sowie sorgfältige Imprägnierung machen sich hier außerordentlich bezahlt … . Unterwegs treffen wir endlich auch die Filmleute, aber leider drehen sie nicht Teil VIII, sondern einen (Noch-!)Geheimtipp namens „Empire of Dirt“. Das trifft’s zumindest für unsere Schuhe …

 

Macht aber alles nichts: Ebenso gut wie das Wetter bleibt die Laune. Sie knickt erst ein, als der Abflug ansteht. Düsseldorf setzt noch einen drauf und empfängt und mit Gruselwetter. Und wir beschließen, möglichst bald wieder hier zu sein:

 

 

 

 

 

 

 

 

Marzena Horsch (ab sofort ein Irland Fan)

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