Wanderführerausbildung 2012

Und wo war nochmal Norden?!

Diese Frage stellten sich wohl alle Reiseleiter einmal während der Wikinger-Wanderführerausbildung 2012 in Österreich.

Aufgeregt und gespannt fragten wir uns, warum wir nun einen Doppel-Biwaksack brauchten, wie man mit Kompass und Karte Standort oder Berge bestimmen kann, wie man an den Wolken ablesen kann wann es regnet, was man tut, um im Schnee den Weg nicht zu verlieren, warum das Tief gutes Wetter bringen kann und das Hoch schlechtes, oder warum ein Bach nicht auf einem Grat ins Tal fließt…

Auf alle diese Fragen und noch mehr sollten wir während der gemeinsamen Woche Antworten bekommen. Die Seminar-Tage waren lang, aber ganz und gar nicht langweilig. Gespickt mit Theorie-Blöcken über Rechtliche Grundlagen, Orientierung im Berg, Wetterkunde oder Alpine Bergrettung und aufgelockert durch Schneeschuhtouren oder Orientierungsläufe im Gelände verging die Zeit wie im Fluge. Trotz des großen Lernstoffes und der anstehenden Prüfung war die Stimmung heiter und ausgelassen. Wissbegierig nahmen wir alles auf, was Walter und Herbert Laserer aus der Alpinschule Laserer aus ihrem langjährigen Erfahrungsschatz zu erzählen hatten. Gepaart mit kompetentem und umfangreichen Fachwissen waren sie die perfekten Lehrer für angehende Wikinger-Wanderführer. Geduldig beantworteten sie alle Fragen, hatten Tipps und gaben vor allem niemals auf uns zu motivieren, sollte die Kompassnadel einmal nicht so ganz nach Norden gezeigt haben.

Die Tage zogen nur so dahin, unsere Füße dampften, die Köpfe rauchten und es gab immer wieder Neues und Spannendes zu erfahren. Wir lernten wie man Touren richtig plant, Skizzen zeichnet, eine Wanderkarte richtig liest, Gehzeiten berechnet und wie und ob man die Dynamik einer Gruppe beeinflussen kann.

Keiner von uns war Neuling auf dem Gebiet des Wanderführens. Wir alle führen seit Jahren Menschen erfolgreich durch die Berge und Täler der weiten Welt, doch gerade aus diesem Grund war diese Ausbildung für uns so essentiell. Wir konnten Wissen austauschen, vertiefen, bestätigen, fundieren und lernten unendlich viel Neues dazu. Und vor allem hatten wir nach bestandener Prüfung ein Diplom in der Hand, mit dem wir uns Wanderführer nennen dürfen. Natürlich sagt ein Zertifikat erst einmal gar nichts. Doch in unserem Beruf ist es unendlich wichtig, eine Grundlage zu haben, auf die man sich stützen kann. Mit jedem Tag im Berg tragen wir Verantwortung – Verantwortung für die Menschen, die uns anvertraut sind, aber vor allem für unser Handeln. Wir müssen Entscheidungen treffen und die Konsequenzen daraus ziehen und das manchmal innerhalb von Sekunden.

Auch ein halbes Jahr nach dem Seminar denke ich gerne an die Zeit zurück und bin immer wieder dankbar über das, was ich dabei lernen durfte!

Stefanie Zettl

 

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